Der 30. Juni ist ein wichtiger Stichtag im Fußball. An diesem Tag enden jedes Jahr die auslaufenden Verträge, bevor Stunden später die neue Saison beginnt.

MSV Duisburg

Rentner Mertens bleibt den Zebras treu

30. Juni 2015, 17:13 Uhr
Foto: firo

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Der 30. Juni ist ein wichtiger Stichtag im Fußball. An diesem Tag enden jedes Jahr die auslaufenden Verträge, bevor Stunden später die neue Saison beginnt.

Auch beim MSV laufen einige Kontrakte aus. So haben am heutigen Dienstag beispielsweise [person=1817]Christopher Schorch[/person], [person=3717]Gökan Lekesiz[/person], [person=2197]Babacar M'Bengue[/person] oder [person=4616]Michael Gardawski[/person] offiziell ihren letzten Arbeitstag in Meiderich.

Den hat aber auch noch ein anderer: Chef-Scout Dieter Mertens. Nach 26 Jahren beim MSV Duisburg geht der 65-Jährige nun in Rente. "Ich bin seit über 50 Jahren im Fußballgeschäft und werde es mit Sicherheit vermissen", berichtet Mertens. Am Dienstag feierte er mit 40 Angestellten des MSV in der Arena seinen Abschied mit einem Frühstück. "Ich war sehr aufgeregt und es war sehr bewegend für mich. Schade, dass die Mannschaft und die Trainer gerade im Trainingslager sind, aber mit ihnen werde ich das noch nacholen", verspricht Mertens.

"Ich hatte zu allen ein gutes Verhältnis und bin immer respektvoll behandelt worden."
Dieter Mertens

Der enge Draht zu den Coaches wie auch Spielern war ihm schon immer wichtig. Auch heute pflegt er noch beste Beziehungen zu Pierre Littbarski, Rudi Bommer, Friedhelm Funkel, Ewald Lienen oder Peter Neururer. "Ich hatte zu allen ein gutes Verhältnis und bin immer respektvoll behandelt worden", erinnert sich Mertens.

Kein Wunder, denn er blickt auf eine erfolgreiche Ära zurück. 1989 wechselte er als Jugendtrainer vom damaligen Klub Bayer 05 Uerdingen nach Meiderich und kann unzählige gelungene Transfers vorweisen. Seine beste Entdeckung war Manasseh Ishiaku. 2007 beobachtete er der nigerianischen Knipser in Brügge und holte ihn zum MSV. Als dieser später dann nach Köln ging, kassierte der MSV eine dicke Ablöse.

Aber auch die Verpflichtungen von [person=1751]Andre Hoffmann[/person], [person=1749]Julian Koch[/person], Mihai Tararache, Ilia Gruev, [person=1509]Olcay Sahan[/person], [person=708]Tom Starke[/person], Georg Koch, Steven Tweed, Thomas Baelum oder Lubomir Moravcik gehen auf Mertens Konto.

"Michael Ballack war überragend schlecht!"
Dieter Mertens

Allerdings läuft nicht immer alles nach Plan. Beispielsweise fuhr er mal nach Chemnitz, um ein 18-jähriges Talent unter die Lupe zu nehmen. Es war Michael Ballack. "An diesem Tag war er überragend schlecht", erzählt Mertens, der gemeinsam mit Fred Bockholt vor Ort war. "Wir waren uns beide einig, dass er nicht zu uns passen würde, haben uns aber wohl getäuscht. Doch ich ärgere mich darüber nicht, denn das ist der normale Ablauf des Geschäfts. Es kann halt nicht immer alles klappen", nimmt es der Familienvater gelassen.

Apropos Familie: Die hat ihm immer den nötigen Rückhalt gegeben. Mit seiner Frau Inge ist Mertens seit 42 Jahren glücklich verheiratet und genießt das Familienleben. Auch mit seiner Schwiegertochter und Schalke-Fan Susanne kommt er sehr gut aus: "Wir verstehen uns super, aber im August werde ich auf der anderen Seite stehen", blickt Mertens schmunzelnd auf das bevorstehende DFB-Pokal-Derby gegen Königsblau.

Ganz loslassen kann Mertens aber nicht. Seine Enkel Finn (10 Jahre) und Jannis (8) spielen beim VfB Kirchellen und "Opa Dieter" ist immer dabei. "Mal schauen, was aus ihnen wird", meint Mertens und blickt voraus: "Ich werde meine Arbeit schon vermissen. Meine Frau möchte ja auch nicht, dass ich jetzt nur noch zu Hause sitze und weil ich zu Ivo Grlic ein sehr gutes Verhältnis habe, hoffe ich, dass ich ab und zu noch etwas für meinen MSV machen kann." Die Zebras wird es freuen.

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