Zunächst grenzeloser Jubel mit „Humba“ und Bengalo auf der Hochsprungmatte – dann ging dem Neu-Oberligisten die Puste aus.

SV Schermbeck

Mit "Hurra-Stil" in die Oberliga

25. Juni 2015, 19:07 Uhr
Foto: Ketzer

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Zunächst grenzeloser Jubel mit „Humba“ und Bengalo auf der Hochsprungmatte – dann ging dem Neu-Oberligisten die Puste aus.

Um 23 Uhr schloss ausgerechnet Trainer Christoph Schlebach das Vereinsheim der Schermbecker ab. Die Aufstiegsfeier nach dem verdienten 3:0-Sieg über Westfalia Wickede in der Aufstiegsrelegation fiel ein wenig mau aus.

„Vielleicht noch die Nachwirkungen von Mallorca“, scherzt Schlebach. Ein Teil seiner Mannschaft war erst kurz vor dem Showdown im Recklinghäuser Stadion Hohenhorst von der Sonneninsel zurückgekehrt. Der Linienchef, der in seine dritte Saison beim SVS geht, vertröstet die Schermbecker Gemeinde auf die Party im Sommer. Wenn das neue Vereinsheim des Aufsteigers fertiggestellt ist. Die Einweihungsparty ist dann gleichzeitig die „nachträgliche“ Aufstiegs-Sause.

„Kuriose“ Vorbereitung

Gut möglich, dass dieser Termin mitten in die Vorbereitung platzt. Am 6. Juli steigt die Schlebach-Elf ins Training ein, absolviert einen Tag später die Vorrunde für die Stadtmeisterschaft und legt dann eine einwöchige Pause ein. „Das ist ein bisschen kurios, aber wir machen das bewusst, um den Jungs eine kleine Pause zu gönnen“, erklärt der Trainer.

„Wir werden da keine 70 Tore schießen“
Christoph Schlebach

Seinen Wunschkader hat er indes schon zusammen. Lediglich ein Zugang ist bei den Rot-Weißen noch geplant. Bis zum Beginn der Trainingseinheiten soll ein neuer Verteidiger verpflichtet werden. In der Offensive sieht Schlebach dagegen keinen Handlungsbedarf. Wenngleich die Marschroute der abgelaufenen gleichzeitig die der neuen Saison sein soll: „Ich gebe es als Trainer immer vor, offensiv zu spielen.“ Dass der SVS mit dem „Hurra-Stil“ in der Oberliga ins offene Messer laufen könnte, ist Schlebach durchaus bewusst. „Wir werden da keine 70 Tore schießen, das ist uns schon klar“, sagt der Coach und verweist gleich auf die Zielsetzung. Die überrascht nicht: „Als Aufsteiger geht es für uns ganz klar von vornherein um den Klassenerhalt.“

Er sieht sein Team gewappnet, zumal es im Kern keine großen Veränderungen gibt. Dominik Milaszewski hat sich gegen die Oberliga und für den SC Hassel (Westfalenliga) entschieden. Das Gerüst, das spielerisch gut abgestimmt ist, bleibt Schlebach auch in der Oberliga erhalten. „Ich denke, dass wir in den vergangenen zwei Jahren gezeigt haben, dass wir einen richtig guten und intelligenten Ball spielen können“, ist der ehemalige Torjäger auf die neuen Gegebenheiten in der nächsthöheren Klasse vorbereitet. Aus diesem Grund hat der Klub den Kader auch nur punktuell verstärkt.

Was der Coach für die Oberliga prognostiziert, hat seine Mannschaft im Relegationsspiel gegen Wickede in beeindruckender Art und Weise demonstriert. 90 Minuten ging die Schlebach-Elf höchstes Tempo und dominierte die Dortmunder nicht nur körperlich, sondern vor allem auch spielerisch. Da konnten es Trainer und Fans auch verschmerzen, dass die Mannschaft bei der spontanen und ungeplanten Aufstiegsfeier etwas eher als geplant die Segel streichen musste.

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