Die Aufstiegsregelung in der Regionalliga ist deutschlandweit ein heiß diskutiertes Thema. Nun gibt es neue Vorschläge zur Änderung.

Regionalliga

Reaktionen auf Reform-Ideen

Krystian Wozniak, Martin Herms
25. Juni 2015, 09:37 Uhr
Foto: Tillmann

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Die Aufstiegsregelung in der Regionalliga ist deutschlandweit ein heiß diskutiertes Thema. Nun gibt es neue Vorschläge zur Änderung.

Die Version allerdings, die beim Berliner Kurier beschrieben wird, ist nicht die Idee von DFB-Vize Rainer Koch. Der Verbandstag des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) hat sich im Oktober 2014 in Freiburg eindeutig für eine Beibehaltung der beiden Regionalligen Südwest und Bayern ausgesprochen und in einer ohne Gegenstimme (eine Enthaltung) verabschiedeten Erklärung seine Zufriedenheit mit der aktuellen Regionalliga-Struktur unterstrichen. Die Erklärung im Wortlaut finden Sie hier:

Ein Interview zum Thema Regionalliga-Reform gab es mit Dr. Rainer Koch im Januar 2015, wo er seine Sicht der Dinge schilderte.

Trotzdem geistert derzeit auch folgende Idee durch das Land: An der bestehenden fünfgleisigen Regionalliga soll nichts ändern. Stattdessen sollen in Zukunft in einer Aufstiegsrunde eventuell die vier glücklichen Vereine ermittelt werden, die in die 3. Liga aufstiegen dürfen. Hierzu sollen die fünf Regionalligameister sowie die Zweiten in zwei Fünferrunden je zwei Aufsteiger ermitteln. Um im Terminkalender Platz für die zusätzlichen Spiele zu schaffen, müsste eine Reduzierung der Regionalligen auf je 16 Mannschaften durchgeführt werden. Zu diesem Szenario befragte RS die Sportlichen Leiter von acht Regionalligisten mit Meisterschaftsambitionen.

Andreas Winkler (Sportlicher Leiter Rot-Weiss Essen): "Für mich ist jede Variante, in der die Meister nicht aufsteigen, keine sinnvolle Variante. Ich plädiere immer für einfache Lösungen und würde deshalb zum Beispiel lieber vier Regionalligen sehen, wenn das bedeutet, dass die Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen können."

Am Ende gibt es aber nur eine Lösung: Die Meister müssen aufsteigen!
Franz Wunderlich

Alexander Klitzpera (Sportlicher Leiter Alemannia Aachen): "Es ist schön, dass dann zumindest zwei West-Klubs die Möglichkeit hätten aufzusteigen. Auf der anderen Seite würde so eine Relegationsrunde natürlich viele Spiele mit sich bringen. Allgemein finde ich, dass jede Lösung, die beinhaltet, dass der Meister nicht aufsteigt, keine optimale Lösung sein kann."

Franz Wunderlich (Sportvorstand Viktoria Köln): "Wir hatten vor einem Jahr bei Rot-Weiss Essen einen Workshop. Uwe Harttgen hatte alle Vereinsvertreter der Regionalliga West eingeladen und bis auf ein, zwei Klubs waren auch alle da. Wir waren und sind uns wohl auch immer noch alle einig, dass der Meister aufsteigen muss. Harttgen hatte auch ein Schreiben nach dem Treffen an den DFB gesandt. Jeder in der Zentrale weiß, wie wir in der Regionalliga West darüber denken. Wir können re den, reden und nochmals diskutieren. Am Ende gibt es aber nur eine Lösung: Die Meister müssen aufsteigen!"

Raimund Bertels (Präsident SC Verl): "Diese Lösung ist auf jeden Fall besser als die aktuelle Variante. Denn aktuell muss man den Aufstiegstraum nach einem schlechten Spiel in der Relegation fast schon beerdigen. In einer Aufstiegsrunde hätte man ein paar Partien mehr. Aber von der optimalen Lösung ist dieser Vorschlag auch weit entfernt. Ideal wäre es, wenn es in Zukunft nur noch vier Regionalliga-Staffeln geben würde und die jeweilen Meister aufsteigen. Alles andere ist gut gemeint, aber schlecht gemacht."

Frank Kontny (Sportlicher Leiter Rot-Weiß Oberhausen):
"Otto Rehhagel hat einmal gesagt: 'Das ist alles Kokolores.' Dieser Satz trifft haargenau auf diese Idee zu. Der Erste in der Liga muss aufsteigen, alles andere entspricht nicht dem Fair-Play-Gedanken. Es wäre mit Sicherheit kein Hexenwerk, die Regionalliga aufzustocken und die jeweiligen Meister aufsteigen zu lassen."

Manfred Wilke (Fußball-Obmann Sportfreunde Lotte): "Diese ganzen Vorschläge sind doch krank. Ich will mich kurz fassen: Es muss vier Absteiger aus der 3. Liga geben und vier Aufsteiger aus vier Regionalliga-Staffeln. Die Bayern sollten sich wieder integrieren und nicht ihr eigenes Ding durchziehen. Früher gab es doch auch keine Regionalliga Bayern und alles war gut."

Roland Virkus (Nachwuchschef Borussia Mönchengladbach II): "Der Aufstiegsmodus muss überdacht werden. Wenn du dich nach 34. Spieltagen oben wiederfindest und nicht aufsteigst, dann kann etwas nicht stimmen. Ein Meister muss aufsteigen - ohne Wenn und Aber. Modus hin oder her: Wir können uns alle zu Tode organisieren, aber am Ende müssen die Meister hoch!"

Ingo Preuß (Sportlicher Leiter Borussia Dortmund II): "Ich halte von diesem Vorschlag überhaupt gar nichts. Ich denke hier auch an die 3. Liga und weiß, wie schwer diese Liga ist. Vier Absteiger wären definitiv zu viel. Und für die Regionalligisten wäre es auch nicht gut. In diesen zwei Fünfer-Konstellationen muss man dann auch Glück haben, wen man als Heimspiel- und wen man als Auswärtsgegner zugelost bekommt. Dieses Modell kann ich überhaupt nicht befürworten."

Autor: Krystian Wozniak, Martin Herms

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