Wer hätte das vor der Saison gedacht? Die SSVg Velbert düpierte den Wuppertaler SV im Aufstiegskampf zur Regionalliga und ließ den Konkurrenten am Ende klar hinter sich.

SSVg Velbert

Kuhn hofft auf sicheren Klassenerhalt

Krystian Wozniak
24. Juni 2015, 09:37 Uhr
Foto: Ketzer

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Wer hätte das vor der Saison gedacht? Die SSVg Velbert düpierte den Wuppertaler SV im Aufstiegskampf zur Regionalliga und ließ den Konkurrenten am Ende klar hinter sich.

Die Velberter konnten nach dem letzten Spieltag auf 80 Punkte in 34 Spielen - elf Zähler vor dem Rivalen aus Wuppertal - und ein Torverhältnis von 100:34 Treffern zurückblicken - ein mehr als verdienter Aufstieg.

Nach dem FC Wegberg-Beeck und TuS Erndtebrück stellt RevierSport gemeinsam mit Oliver Kuhn, erster Vorsitzender der Sport-und Spielvereinigung Velbert, den dritten von vier Regionalliga-West-Neulingen vor.

Regionalliga-Kader

Die Velberter können bis auf den 35-jährigen Abwehrchef [person=1375]Dimitrios Pappas[/person], der zur Spielvereinigung Erkenschwick wechselt, auf die komplette Aufstiegself zurückgreifen. Den Pappas-Abgang könnte Tim Winking kompensieren. Der ehemalige Bocholter gehörte in der abgelaufenen Saison zu den besten Innenverteidigern der Oberliga Niederrhein und konnte sich mehr oder weniger einen Topklub aussuchen. Neben Velbert buhlte nämlich neben seinem Stammklub 1. FC Bocholt auch der Wuppertaler SV um die Dienste des 21-Jährigen. "Wir freuen uns, dass Tim sich für uns entschieden hat", sagt Kuhn. Der Velberter Boss kann sich zudem durch die Verpflichtungen von [person=9155]Alexander Fagasinski[/person] und Diego Rodriguez-Diaz freuen, Spieler mit Regionalliga-Erfahrung verpflichtet zu haben. "Der Kader hat wirklich eine sehr gute Mischung. Wir haben eine Mannschaft beisammen, die alles mitbringt, um in der 4. Liga zu bestehen", findet Kuhn.

Trainer
Andre Pawlak erwies sich für Velbert als ein echter Volltreffer. Der ehemalige Wattenscheider Publikumsliebling verfügte schon durch seine Amtszeit bei den 09ern über Aufstiegserfahrung. Jetzt gelang ihm auch der Liga-Sprung mit Velbert. "Andre Pawlak ist für uns ein Glücksgriff. Ich sage das nicht subjektiv, ich betone das objektiv und als Kenner des Fußballs: Andre gehört zu den besten Trainern der Regionalliga. Wir freuen uns, dass er für die SSVg Velbert arbeitet und seinen Job so perfekt ausübt", lobt Kuhn.

Sponsor
Der Klub von der Sonnenblume verfügt über einen Sponsorenpool, der den Verein unterstützt, wo er nur kann. Zudem haben die Blau-Weißen auch noch eine ganz besondere Finanzspritze im Hintergrund, die dann aktiviert werden kann, wenn es mal eng werden sollte. Der ehemalige WSV-Mäzen Friedhelm Runge ist offiziell Premiumpartner bei der SSVg und konnte den Verein in der Vergangenheit allen voran im infrastrukturellen Bereich besser aufstellen. "Das EMKA-Sportzentrum trägt nicht umsonst den Namen von Herrn Runges Firma. Hier haben wir hervorragende Trainingsbedingungen. Zudem hat es uns Herr Runge ermöglicht, die Kabinen zu modernisieren und das Stadiongelände auf Vordermann zu bringen. Dafür gebührt ihm unser Dank", erklärt Kuhn.

Nichtsdestotrotz ist der Verein laut Kuhn weit davon entfernt, auf Rosen gebettet zu sein. "Wir haben nach dem Regionalliga-Abstieg eine hohe fünfstellige Summe verloren und haben diese bis heute noch nicht ins Plus umgebogen. Wir haben einen sehr überschaubaren Etat", betont Kuhn. Nach RS-Infos sollen die Velberter rund 250.000 bis 300.000 Euro für die erste Mannschaft zur Verfügung haben. [infobox-right]Zugänge: Alexander Fagasinski (FC Schalke 04 II), Diego Rodriguez-Diaz (SV Meppen), Berkant Canbulut (Rot Weiss Ahlen), Tim Winking (1. FC Bocholt), Lee David Korkmaz (FC Remscheid), Noah Abdel Hamid, Lucas Waßmann (beide eigene U19). Abgänge: Dimitrios Pappas (SpVgg. Erkenschwick) [/infobox]

Stadion
Die "Christopeit Sport Arena" bietet rund 4700 Zuschauern Platz und wird auch bei den sogenannten "Risikospielen" gegen Alemannia Aachen, Rot-Weiss Essen oder Rot-Weiß Oberhausen die Heimstätte der SSVg Velbert sein. "Wir haben für Regionalliga-Verhältnisse ein optimales Stadion. Wir müssen nicht umziehen oder dergleichen und freuen uns auf 18 echte Heimspiele. Wir hoffen natürlich, dass Spiele gegen Aachen oder Essen für uns so gelegt werden, dass auch einige tausend Auswärtsfans anreisen und wir den ein oder anderen Euro verdienen können", sagt Kuhn.

Ziel
Velbert verfügt, zumindest von den Namen, den Stationen der Spieler, über einen besseren Kader als viele andere in der Liga. Seien es der FC Wegberg-Beeck, TuS Erndtebrück, Rot Weiss Ahlen, SC Wiedenbrück, Fortuna Düsseldorf II oder der 1. FC Köln II - Velbert muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Kuhn: "Unser Hauptziel muss es sein die Klasse zu halten. Ich bin aber so selbstbewusst, dass ich sage, dass wir nicht bis zum letzten Spieltag zittern sollten. Wir haben, wie bereits betont, eine gute Mannschaft, die sechs, sieben, vielleicht acht Mannschaften hinter sich lassen und die Liga frühzeitig sichern kann."

Autor: Krystian Wozniak

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