Am Mittwoch um 19:30 Uhr stehen sich Barisspor Bottrop und Blau-Weiß Oberhausen II in einem vermeintlichen Entscheidungsspiel um den Abstieg gegenüber.

Kreis 10 OB/BOT

Abstieg und Klassenerhalt am grünen Tisch?

Nils Jewko
22. Juni 2015, 18:37 Uhr
Foto: Tillmann

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Am Mittwoch um 19:30 Uhr stehen sich Barisspor Bottrop und Blau-Weiß Oberhausen II in einem vermeintlichen Entscheidungsspiel um den Abstieg gegenüber.

Eigentlich könnte alles so einfach sein. Barisspor Bottrop und Blau-Weiß Oberhausen II haben in der abgelaufenen Saison der Kreisliga A nach 30 Partien nur 36 Punkte gesammelt, teilen sich damit den ersten Abstiegsplatz und müssen in einem direkten Duell einen glücklichen Sieger ermitteln, der dank einer Extraschicht den Klassenerhalt feiern darf. Das ist die logische Theorie, doch die Praxis sieht anders aus. Denn ungeachtet des Ergebnisses am Mittwoch wird die Entscheidung über Jubel oder Frust nicht in der kommenden Partie fallen.

BWO und Barisspor legen Protest ein

Aber der Reihe nach: Ausgangspunkt des Chaos um den Abstieg in die Kreisliga B sind zwei Einsprüche - einerseits von Barisspor wegen des Einsatzes eines nicht spielberchtigten Spielers durch den VfR Oberhausen II und anderseits von BWO gegen die 1:3-Niederlage vom letzten Spieltag beim SC 1920 Oberhausen - gegen bestehende Spielwertungen. Falls beide Vereine vor der Kreisspruchkammer in den schwebenden Verfahren Recht bekommen sollten, würde das jeweilige Punktekonto um drei Zähler auf 39 Punkte aufgestockt werden und aus dem Zweikampf um den Abstieg würde plötzlich ein Dreikampf werden.

Die Folge wäre, dass mit dem VfR Bottrop-Ebel (39) ein Verein wieder um den Klassenerhalt zittern müsste, der sich eigentlich schon in die Sommerpause verabschiedet hatte. "Das Ganze ist absoluter Humbug. Wenn es wirklich zum Showdown kommen sollte, hätten wir nach sieben Spielerabgängen eindeutig die schlechtesten Karten", beklagt der 1. Vorsitzende des VfR, Thomas Fels.

Wann endlich Klarheit herrscht, ist allerdings noch offen. Fakt ist bisher nur, dass BWO und Barisspor am Mittwoch gegeneinander spielen, obwohl die Entscheidungen in beiden Verfahren noch ausstehen. "Wir haben uns dazu entschlossen, das Spiel für den oben genannten Termin anzusetzen. Da wenn wir alle Rechtsmittelfristen abwarten würden, hätte dieses Spiel gegebenenfalls erst Ende Juli oder Anfang August ausgetragen werden können", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme vom Kreis 10. Daher wolle man möglichen Abmeldungen von Spielern vorbeugen, die es in Ebel laut Fels aber schon gegeben hat.

Gleichzeitig behält sich der Kreis vor, dass der Sieger aus dem Entscheidungsspiel zwischen BWO und Barisspor "durch ein rechtskräftiges Urteil der rechtssprechenden Instanzen" in den schwebenden Verfahren doch noch den Gang in die Kreisliga B antreten muss. Eine Äußerung, die bei Thorsten Möllmann für reichlich Kopfschütteln sorgt: "Es ist keine einfache Situation, aber egal, wer am Mittwoch als Sieger vom Platz geht, darf unabhängig der danach getroffenen Entscheidungen einfach nicht absteigen", sagt der Linienchef von BWO, der nach der Entlassung von Carsten Kemnitz die Reserve betreuen wird.

Möllmann klagt über Ascheplatz

Aber nicht nur die undurchsichtige Situation, sondern auch den Spielort für die Partie gegen Barisspor kann Möllmann nicht nachvollziehen. Die Begegnung wird auf der Anlange des TuS Grün-Weiss Holten und statt auf Rasen (unzureichende Beleuchtung am Platz) auf Asche ausgetragen. "Damit sind wir nicht einverstanden, weil wir alle Spiele auf Asche verloren haben. Gleichzeitig trainiert und spielt Barisspor auf Asche und wir auf Kunstrasen", beklagt Möllmann, der für die Partie unter anderem mit [person=14358]Erik Link[/person], [person=14359]Mehmet Kaya[/person], [person=14375]Ümit Mutlu[/person] und [person=14360]David Möllmann[/person] auf Verstärkungen aus dem Kader der ersten Mannschaft zurückgreifen kann. "Alles andere als ein Sieg ist daher nicht erlaubt." Ob dieser am Ende für den Klassenerhalt reichen wird, steht jedoch noch in den Sternen.

Autor: Nils Jewko

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