Zu erst ein Schlag ins Gesicht eines Spielers, danach die Spuck-Attacke auf den Schiedsrichter - Karim Sahin droht eine lange Strafe.

DJK AfB Bochum - Waldesrand Bochum

Eklat sorgt für Spielabbruch

22. Juni 2015, 15:18 Uhr
Foto: firo

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Zu erst ein Schlag ins Gesicht eines Spielers, danach die Spuck-Attacke auf den Schiedsrichter - Karim Sahin droht eine lange Strafe.

Beim Fußball kochen die Emotionen manchmal über. Emotionen, die vor Glück und Freude oder vor Wut und Ärger aus dem Spiel heraus entstehen. Emotionen, die sich meistens relativ schnell wieder bändigen lassen. Doch nicht so bei Karim Sahin, Spieler der DJK AfB 06 Bochum. Beim Relegationsspiel gegen den Abstieg aus der Kreisliga B zwischen der DJK und dem SV Waldesrand Bochum Linden, kam es zu einem Gefühlsausbruch, der nicht nur für einen Eklat, sondern auch für einen Spielabbruch sorgte.

"Nach einem Freistoß kam es im Strafraum zum Gerangel. In dieser Situation hat ein Spieler der gegnerischen Mannschaft die Faust gezogen und einem meiner Jungs ins Gesicht geschlagen. Für die Tätigkeit sah er die Rote Karte", schildert Dimitrios Missionis, Trainer von Waldesrand Bochum, die Ausgangssituation und schiebt nach: "Daraufhin hat der Spieler dem Schiedsrichter ins Gesicht gespuckt." Die Folge: Das Spiel wurde bei einem Stand von 1:3 für Waldesrand abgebrochen. "Direkt nach dem Abbruch haben sich die Verantwortlichen der DJK AfB bei uns entschuldigt und sich von ihrem Spieler distanziert", erzählt Missionis und zeigt sich erfreut über diese Geste.

Er wird nie wieder für unsere Farben auflaufen
Bernhard Dettlaff

Für Bernhard Dettlaff, Geschäftsfüher von 06 Bochum, ist diese Geste selbstverständlich: "Diese Situation bestürzt mich sehr. Karim Sahin wird nie wieder für unsere Farben auflaufen. Das ist nicht zumutbar." Den Vorfall hat der Geschäftsführer vom Spielfeldrand aus beobachtet. Seit Ende Mai ist Sahin spielberechtigt. Zur Halbzeit wurde er eingewechselt um für frischen Wind zu sorgen, so der Geschäftsführer und fügt hinzu: "Wir haben seine Erfahrung geschätzt, umso erschrockener waren wir, als er ausgerastet ist." Nach seinen Beobachtungen sei Sahin auf den Gegenspieler losgegangen und habe ihn mit flacher Hand ins Gesicht geschlagen. "Die Rote Karte war absolut berechtigt", weiß Dettlaff. Dass der Schiedsrichter die Begegnung nach der Spuckattacke abbrach, kann er voll und ganz nachvollziehen.

"Ich bin froh, dass unsere Jungs nach dem Vorfall so besonnen waren und somit nichts Schlimmeres passiert ist - schließlich war der Frust sehr hoch und das Team war sehr niedergeschlagen", sagt Dettlaff mit einer gewissen Erleichterung, "denn immerhin hat die Aktion eines einzelnen Spielers wohl möglich dafür gesorgt, dass wir eventuell aus der Kreisliga B absteigen. Was kann der Verein dafür?" Die Empörung seitens des 06er ist groß. "Das schadet unserem Ansehen. Es waren mehrere 100 Zuschauer vor Ort, die es gesehen haben. Jemanden ins Gesicht zu spucken ist die höchste Diskriminierung, die man jemandem zufügen kann. Da sieht man mal wieder - man kann Menschen nur vor den Kopf gucken. Was ihn zu dieser Aktion geritten hat, weiß niemand", grübelt Dettlaff.

Die Kreisspruchkammer tagt

Jetzt bleibt dem Verein vorerst nichts anderes übrig als abzuwarten. Am Donnerstag tagt die Kreisspruchkammer Bochum über den Vorfall. "Je nachdem was der Schiedsrichter in seinen Sonderbericht reinschreibt, müssen wir mit Strafen rechnen. Ich hoffe, dass Sahin lange gesperrt wird. So etwas gehört nicht auf den Platz", betont Dettlaff. Sollte der Verein finanziell belangt werden, werde der Geschäftsführer rechtliche Schritte einleiten.

Helmut Jersch, Vorstand der Kreisspruchkammer Bochum, konnte sich zu dem Spielabbruch noch nicht äußern: "Da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, kann ich keine Auskünfte geben. Die Akte liegt mir vor. Am Donnerstag wissen wir mehr. Doch zunächst gilt auch bei uns die Unschuldsvermutung." Theoretisch könne es sein, dass die Partie nachgeholt wird.

Nur ein Punkt für den Klassenerhalt

Doch bevor die Kreisspruchkammer Klarheit über den Vorfall ans Tageslicht bringt, stehen die letzten Relegationsspiele auf dem Programm. Am Mittwoch trifft der SV Waldesrand Bochum Linden auf den schon abgestiegenen RW Leithe II. Nur ein Punkt fehlt den Lindenern um den Klassenerhalt zu sichern. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen", sagt Missionis. Auch die geschockten 06er wollen versuchen, noch einmal alles zu geben: "Das ist nicht unser Ziel so abzusteigen. Wir möchten unser letztes Spiel gewinnen", wünscht sich Dettlaff.

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