Als endlich der Deckel drauf war, hatte Dominik Milaszewski einen Geistesblitz. Spontan schickte der Schermbecker seine Teamkollegen auf die Hochsprungmatte.

SV Schermbeck

Bengalos auf der Hochsprungmatte

21. Juni 2015, 20:40 Uhr
Foto: Michael Ketzer

Foto: Michael Ketzer

Als endlich der Deckel drauf war, hatte Dominik Milaszewski einen Geistesblitz. Spontan schickte der Schermbecker seine Teamkollegen auf die Hochsprungmatte.

Er selbst stimmte von einem Gerüst die „Humba“ an. Spontane Party auf dem weichen Untergrund und totale Eskapade beim frischgebackenen Oberligisten.

Der musste nach dem – in der Saison – nie und nimmer für möglich gehaltenen Aufstieg reichlich improvisieren. Weil die Verantwortlichen mit den Feierlichkeiten ganz vorsichtig umgehen wollten, hatte es beim SV Schermbeck keine Vorbereitungen für den Fall der Fälle gegeben. „Wir werden mit dem Bus zurückfahren und unterwegs noch ein paar Kisten Bier einsacken“, versprach Trainer Christoph Schlebach, dass seine Kicker ganz gewiss nicht mit trockenen Kehlen in der Heimat ankommen mussten.

Und außerdem: Der SVS verstand es auch ohne große Planung, richtig einen rauszuhauen. Als sich die kurzfristig einberufene Party auf der umfunktionierten Leichtathletik-Anlage etwas beruhigt hatte, stand Milaszewski klatschnass – von Bier, Sekt und Schweiß durchtränkt – an der Bande im Stadion Hohenhorst. „Das wird heute eine richtig lange Nacht. Unser Co-Trainer hat versprochen, uns geschlossen in eine Kneipe zu schleusen und da alles zu zahlen. Wir sind gespannt“, feixte der gebürtige Essener.

Dann sehen wir uns in zwei Jahren in der Oberliga wieder
Dominik Milaszewski

Der Offensivmann warf einen Blick zurück auf die abgelaufenen 90 Minuten. Und auf die kommende Saison. Wenn seine Jungs ohne ihn die Oberliga aufmischen werden. Denn der 10-fache Torschütze der Schermbecker wechselt zum Westfalenligisten SC Hassel. Frust darüber, dass er nicht dabei ist, kam bei dem Linksfuß (noch) nicht auf. „Dann sehen wir uns halt in zwei Jahren in der Oberliga wieder, wenn wir aufgestiegen sind“, grinste Milaszewski – und ruderte prompt zurück: „Ich weiß, dass wir zum Favoritenkreis zählen werden. Aber das heißt ja nichts.“

Der Abschied hätte trauriger ausfallen können

Dass er seine Mannschaft mit der Vorlage für Dosedals 1:0 auf die Siegerstraße gebracht hatte, rundete seinen Abschied noch ab. „Schade, dass ich nicht noch selbst einen machen konnte“, sagte er zwinkernd.

Dann ging es wieder in die Menge. Das Trikot wurde mit noch mehr Bier und Sekt getränkt, und in der Nähe der Hochsprungmatte brannte ein bengalisches Feuer ab. Der Abschied von Milaszewski hätte trauriger ausfallen können.

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