Am Sonntagabend haben eine Hand voll scheidender Spieler sowie ein Teil des scheidenden Trainerteams in Hordel für einen handfesten Eklat gesorgt.

WL 2

Eklat an der Hordeler Heide

15. Juni 2015, 22:12 Uhr
Foto: Jan Vordenbäumen

Foto: Jan Vordenbäumen

Am Sonntagabend haben eine Hand voll scheidender Spieler sowie ein Teil des scheidenden Trainerteams in Hordel für einen handfesten Eklat gesorgt.

Ingo Michels, Jugendleiter und stellvertretender Geschäftsführer des Bochumer Westfalenligisten DJK TuS Hordel, hat in seinen gut 20 Jahren im Verein schon viel erlebt, aber das, was sich am Sonntagabend in der "Hordeler Heide" abspielte, setzte allem bisher Erlebten mit großem Abstand die Krone auf!

Aber zunächst alles auf Anfang: Letzter Spieltag der Westfalenliga 2. Die DJK TuS Hordel verlor ihr letztes Heimspiel mit 3:5 gegen den TSV Marl-Hüls. Trotz Pleite gab es eine ordentliche Saisonabschlussparty. Diese sollte es wirklich in sich haben...

Abschlussparty bis spät in die Nacht

"Die Abschlussparty ging bis in den späten Abend. Irgendwann gegen Mitternacht haben wir vom Vorstand uns dann verabschiedet", so Ingo Michels, der das Unheil zu diesem Zeitpunkt noch nicht hatte kommen sehen. "Der harte Kern feierte weiter. Es waren ausschließlich Spieler, die uns im Sommer verlassen. Mit dabei war auch ein Mitglied des Trainerteams", fügt Michels an.

Am nächsten Morgen folgte dann der Anruf, der Michels völlig aus der Fassung bringen sollte: "Ich habe einen Anruf vom Platzwart bekommen mit der Aussage, dass jemand die Duschen vollgeschissen und unsere großen Müllcontainer auf die Straße geschoben haben soll". Für Michels Dinge, „bei denen man nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen kann“.

Dann folgte das, was Michels fast die Sprache verschlug: "Der Platz hatte überall verbrannte Stellen und Radspuren. Die müssen durch durchgedrehte Räder, Driften und Vollbremsungen mit einem PKW entstanden sein."

Oh, da haben wir aber ganz schön übertrieben...
Einer der Täter, der seine Tat gegenüber Michels zugab

Daraufhin machte sich Michels umgehend auf dem Weg, um sich selbst ein Bild von der Anlage zu machen. "Die Stadt hat erst vor wenigen Wochen unseren Platz von Fehlern beseitigt. Jetzt sind die ganzen Wellen wieder da", berichtet Michels, der den Sachverhalt umgehend der Stadt Bochum meldete. "Das Sport- und Bäderamt hat sofort jemanden rausgeschickt und den Platz gesperrt. Die Firma Polytan wurde benachrichtigt. Jetzt wird auf das Gutachten gewartet", erklärt Michels. Bis dahin bleibt der Kunstrasen gesperrt. Fakt ist, dass der Schaden sicher nicht gering ausfallen wird.

Als wäre die Tatsache, dass jemand die eigene Anlage verwüstet, nicht schlimm genug: "Es kam recht schnell raus, wer für den Schaden verantwortlich sein soll. Es waren Spieler und ein Trainer der ersten Mannschaft. Wir haben als Verein umgehend mit diesen Leuten Kontakt aufgenommen", berichtet Michels, der großes Unverständnis für die folgende Aussage hatte: "Die Personen haben Ihre Tat zugegeben, aber keinerlei Reue gezeigt, oder sich entschuldigt. Es herrschte eher Verwunderung nach dem Motto: 'Oh, da haben wir aber ganz schön übertrieben.'"

Das ist asozial vor dem Herrn
Ingo Michels

Dass diese Tat keinerlei Anklang in Hordel findet, sollte zu erwarten sein. Michels: "Das ist menschlich einfach unterste Schublade. Das ist asozial vor dem Herrn - und das ist noch gelinde ausgedrückt."

Entsetzt war auch Hordels Manager Jörg Versen, der über die gesamte Spielzeit eng mit den Spielern und dem Trainer zusammenarbeitete: "Es ist schwer zu glauben. Ich war auch bis spät in den Abend vor Ort, da hat aber noch niemand mit diesem Ausgang gerechnet."

Versen wollte sich nicht zu den Tätern äußern, sagte aber: "Das ist schon heftig. Mir fehlen einfach die Worte. Bewerten kann ich das nicht, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Es ist einfach nur unfassbar, deshalb beteilige ich mich auch nicht an irgendwelchen Spekulationen. Den Rest wird die Stadt schon regeln. Das Ganze steht einfach für sich, mehr will ich dazu nicht sagen!"

Klar ist, dass die Stadt den entstandenen Schaden nicht zahlen wird. "Das ist Vandalismus", so Ingo Michels, der die jeweiligen Namen der Verantwortlichen bereits an die Stadt weitergegeben hat.

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