Der frühere BVB U19-Kicker sorgt auf der britischen Insel für Furore. Die Unterschrift unter seinen ersten Profivertrag hat er schon gesetzt.

Lukas Culjak

„Die Schotten lieben meinen Spielstil“

Arthur Makiela
13. Juni 2015, 10:27 Uhr
Foto: Privat

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Der frühere BVB U19-Kicker sorgt auf der britischen Insel für Furore. Die Unterschrift unter seinen ersten Profivertrag hat er schon gesetzt.

Bei Borussia Dortmund fand [person=13796]Lukas Culjak[/person] zunächst eine neue sportliche Heimat. Gleich in seiner ersten Saison bei der U19 konnte sich der Deutsch-Kroate festspielen. Doch der letztjährige U17-Meistertitel bedeutete für ihn das nahende Ende beim BVB. Der Defensivmann war plötzlich außen vor. Nach einer kurzen Talfahrt hat er nun auf der Insel sein Glück gefunden.

Wenn man sich die bisherigen Stationen des gebürtigen Schwaben durchliest, könnte der Eindruck entstehen, dass er eine bewegende Fußballerkarriere gehabt hat. Er spielte bereits für den VfB Stuttgart, den Karlsruher SC, den FC Bayern München und Borussia Dortmund. Bei diesen deutschen Vereinen durchlief er allerdings die Jugendabteilungen. „Ich habe mich bei allen meinen bisherigen Stationen wohlgefühlt“, erklärt Culjak: „Ich konnte viele Erfahrungen sammeln und habe bei jedem Training alles in mich aufgesaugt.“ 2011 wagte er den Schritt zum großen FC Bayern, doch die Konkurrenz war groß und eine Perspektive war nicht in Sicht. Nach zwei Jahren beim Rekordmeister zog es ihn weiter ins Ruhrgebiet.

Damit kam ich nicht zurecht.
Lukas Culjak über die Situation beim BVB

Beim BVB hoffte er, den nächsten Schritt machen zu können. Alles schien vorbereitet gewesen, um den Traum, Fußballspieler zu werden, wahr werden zu lassen. Bei den A-Junioren erhielt der in Hechingen bei Stuttgart geborene Deutsch-Kroate seine Einsatzzeiten und war in der Innenverteidigung gesetzt. „Alle waren zufrieden mit mir. Alles hat gepasst“, betont der 1.91-Meter-Hüne, „das Verhältnis zum Trainer war gut.“ Doch von einem auf den anderen Tag hatten sich die Situation und die Bedingungen verändert. Durch den Gewinn der U17-Meisterschaft verschob sich die Ausrichtung des Vereins. Der 1997er-Jahrgang wurde von nun an mehr gefördert werden. Eine Horrornachricht für Culjak, der dem 96er-Jahrgang angehört: „Damit kam ich nicht zurecht. Auf einmal wurde ich gar nicht mehr berücksichtigt.“
[infobox-right]Zur Person Lukas Culjak(* 05.03.1996 in Hechingen) begann mit dem Fußballspielen beim TSV Trochtelfingen. Es folgten die Jugendteams des SSV Reutlingen, VfB Stuttgart, Karlsruher SC, FC Bayern München und Borussia Dortmund. Für die Kroatiens U17 nahm er an der WM und EM 2013 teil.[/infobox]

Kaum Anpassungsprobleme
Nach einem halben Jahr des vergeblichen Kampfes strich er im Winter dieses Jahres die Segel und suchte sich einen neuen Verein. Der BVB legte ihm keine Steine in den Weg. Sein Berater habe gute Arbeit geleistet. Neben Lazio Rom, denen er abgesagt hatte, interessierte sich ein weiterer Verein für den hochgewachsenen Jungspieler: der FC Aberdeen. „Der Verein hat einen Innenverteidiger gesucht. Ich habe mir das dort angeschaut und war sofort überzeugt“, erzählt der 19-Jährige, der für Kroatien bei der U17-WM 2013 in den Vereinigten Arabischen Emiraten auflief.

Eine lange Anlaufzeit benötigte er nicht. Zwar seien die ersten paar Wochen schwer gewesen, doch alles verlief „reibungslos“. Der Verein organisierte für ihn eine „Gastfamilie“ - ein älteres Pärchen, dass sich um alle seine Belange außerhalb des Fußballplatzes sorgen. Neben einem Dach über dem Kopf erhält er Essen und seine Wäsche wird gemacht. „Ich muss mich um fast nichts kümmern. Meine Konzentration liegt voll und ganz auf dem Fußball.“ Sein „Arbeitstag“ ist so oder so streng geregelt. Um acht Uhr morgens verlässt er das Haus, ist den ganzen Tag auf dem Klubgelände und kommt nach 16 Uhr wieder „heim“.

Dass er weit fern von seiner Familie ist, ist für den ambitionierten Kicker kein neues Gefühl. Bereits bei seinen deutschen Vereinsstationen lebte er in Fußballinternaten, weit weg vom Elternhaus in Stuttgart. Dennoch sei es diesmal anderes, da er nun in einem anderen Land zu lebe. „Ich sehe meine Familie kaum noch“, betont er bedrückt: „Aber es gehört zu erwachsen werde dazu.“ Daher genieße er die wenige freie Zeit mit seiner Familie, obwohl er weiß, dass die nächste Trennung „wieder schwer“ werde.

Auf Seite 2: "Ich bin happy auf der Insel."

Autor: Arthur Makiela

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