Jetzt ist auch die Tinte trocken. Kevin Wolze hat seinen neuen Zwei-Jahresvertrag sofort nach seiner Rückkehr aus seinem Feriendomizil Rhodos unterschrieben.

MSV Duisburg

Der unverzichtbare "Pflegefall"

08. Juni 2015, 13:07 Uhr
Foto: Tillmann

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Jetzt ist auch die Tinte trocken. Kevin Wolze hat seinen neuen Zwei-Jahresvertrag sofort nach seiner Rückkehr aus seinem Feriendomizil Rhodos unterschrieben.

„Ich bin total froh, in Duisburg zu bleiben“, lacht Wolze und schiebt nach: „Wir sind wieder in der zweiten Liga. Ist das geil.“ Die Emotionen sind bei ihm auch drei Wochen nach der Rückkehr in die Bundesliga noch nicht verflogen. Mehr noch: Die Gefühle, die aus dem 25-Jährigen herausströmen, sind echt. Schließlich gehörte [person=3540]Wolze[/person] nach dem Lizenzentzug zu den Spielern, die dem MSV als erste die Treue gehalten haben.

Der ehemalige Wolfsburger, der bislang 123 Spiele für die Zebras bestritten hat (13 Treffer, 17 Vorlagen) ist in Meiderich heimisch geworden. Zusammen mit Ur-Zebra [person=1753]Branimir Bajic[/person] genießt er die sportliche wie wirtschaftliche Wandlung des MSV in vollen Zügen. „Die Entwicklung des gesamten Vereins ist unglaublich gut“, freut sich Wolze: „Diesen Weg müssen wir nun aber auch fortsetzen.“

Dieser Weg wird allerdings kein leichter sein. Die Songzeile Xavier Naidoos spukt Wolze derweil im Hinterkopf herum, wenn er an die anstehende Vorbereitung denkt. Denn Gino Lettieri ist dafür bekannt, seine Spieler nicht zu schonen. Er verlangt Disziplin und harte Arbeit – vor allem im Ausdauerbereich.
Wolze, der wie alle anderen Zebras auch in seinem Urlaub den ausgehändigten Traininsgplan befolgt hat, ahnt beim Gedanken an die intensiven Wochen bis zum Ligastart am 24. Juli Schlimmes und schmunzelt: „Vorfreude würde ich das nicht gerade nennen, denn wir kennen ja unseren Coach und seine Prinzipien. Wir wissen, dass gerade die eineinhalb Monate bis zum Hinrunden-Start alles andere als ein Zuckerschlecken werden.“

„Als Aufsteiger müssen wir die Gegner in Grund und Boden laufen!“
Kevin Wolze

Stimmt, denn es geht auch gleich stramm los. Noch am Tag des Trainingsauftakts am Montag, 15. Juni, wird sich der MSV-Tross sofort nach der ersten Einheit auf den Weg ins erste Trainingslager nach Eisenach machen. „Das wird hart“, vermutet Wolze: „Aber da müssen wir durch. Fit zu sein, schadet uns schließlich nicht. Im Gegenteil: Wir müssen die Gegner als Aufsteiger in Grund und Boden laufen. Nur so können wir unser Ziel, den Klassenerhalt, auch erfüllen.“

Diese Mission wird er dann erstmals als Linksverteidiger angehen. 53 Mal ist Wolze zwar bereits im Trikot des MSV in der zweiten Klasse aufgelaufen (6 Tore, 5 Vorlagen) – allesamt allerdings als Mittelfeldspieler. Doch wie einst Daniel Brosinski ist nun er in der vergangenen Saison zum Defensivspezialisten umgeformt worden. „Ich bin mittlerweile in diese Rolle gut reingewachsen und fühle mich dort auch sehr wohl“, betont Wolze: „Trotz ein paar kleiner Durchhänger, die ich leider hatte, bin ich mit meiner Leistung zufrieden.“

Der Linksfuß kämpfte sich aus seinem zwischenzeitlichen Leistungstief auch dank der Mannschaft schnell wieder heraus. Ohnehin ist der Zusammenhalt des Teams das Pfaustpfand der Duisburger. „Durch unsere Erfolge sind wir sehr schnell zu einer echten Einwachsen zusammengewachsen“, weiß Wolze, der der Anführer des „Meidericher Stimmungs-Verein“ ist. Als oberstes Feierbiest war er hauptverantwortlich für die unzähligen Bierduschen bei der Aufstiegsfeier, hat den „3.-Liga-Meisterwimpel“ in Wehen Wiesbaden ergattert, federführend das „Rata“-Lied geschrieben und den Text dann auch an seine Kollegen verteilt, damit den Song auch ja alle mitschmettern können.

„Was uns auszeichnet, ist, dass wir Reibereien, die völlig normal sind, sofort ausräumen.“
Kevin Wolze

Wolze teilt aber nicht nur aus, er kann und muss auch einstecken. Von seinen Kollegen wurde er bei der Party am Rathaus mit dem Schlachtruf „Wolze, du bis ein Pflegefall“ bedacht. „Das ist auch so“, grinst Abwehrchef Bajic. Die beiden Leistungsträger haben sich nach dem Sieg gegen Kiel auch 5+17 – ihre Rückennummern – auf ihre Oberarme geschrieben. Selbst Lettieri rannte mit einem „5+17-T-Shirt“ durch die Katakomben. Bajic, der sich als Papa der Kompanie besonders viel Zeit für Wolze genommen hat, erklärt: „Kevin ist unser Stimmungsmacher und unverzichtbar für die Mannschaft. Es war ein Dankeschön.“

Wolze freut die Anerkennung. Er fühlt sich in Duisburg auch deshalb pudelwohl, schließlich habe er eine solche Freundschaft innerhalb einer Mannschaft noch nie erlebt: „Was uns aber noch mehr als unser Zusammenhalt auszeichnet, ist die Tatsache, dass wir Reibereien, die völlig normal sind, sofort ausräumen. Bei uns läuft nichts hinterm Rücken oder wird vor sich hergeschoben. Wir sprechen Unstimmigkeiten sofort an und danach sind sie auch erledigt.“

Beste Voraussetzungen dafür, dass das ausgegebene Ziel auch erfüllt werden kann. Gelingt das, wird Partykönig Wolze mit Sicherheit wieder zur Höchstform auflaufen.

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