Ausverkauftes Haus, interessante Gäste, aber noch viele ungelöste Probleme und offene Fragen: So kann man die erste Ausgabe des neuen Herner Eishockey-Talks

"Overtime"-Talk

Viele offene Fragen bei vollem Haus

06. Juni 2015, 08:50 Uhr
Foto: Ketzer

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Ausverkauftes Haus, interessante Gäste, aber noch viele ungelöste Probleme und offene Fragen: So kann man die erste Ausgabe des neuen Herner Eishockey-Talks "Overtime" zusammenfassen.

Nach einem Einblick in das Leben und die Arbeit des Füchse Duisburg-Fanbeauftragten Niels Oelhof ging die Diskussion dann mit dem Auftritt von LEV-Pressesprecher Klaus Picker zum leidigen Thema "Modus der neuen Eishockey-Oberliga" in die Vollen.

Der ein oder andere Gast dürfte diesen Teil der Veranstaltung trotz allem als wenig ergiebig gesehen haben. Was aber keinster Weise dem Moderatorenteam um HEV-Pressesprecher Jesper Dahl-Jörgensen, "NRW Hockey"-Journalist Holger Kuhlmann und Kulttrainer Uwe Malz zur Last gelegt werden konnte, sondern an der noch nicht vorhandenen Reaktion des LEV zum jüngst verabschiedeten Modus der neuen DEB-Oberliga-Nord lag.

So blieb es seitens Picker bei den altbekannten Hinweisen auf Statuten und Verträge, welche eine schnelle Einigung zwischen den betroffenen Teams aus Herne, Duisburg und Essen, dem DEB und dem LEV NRW wohl unmöglich machen. Picker fragte, "wo der LEV noch mehr Kompromisse machen soll" und verwies im Anschluss auf die vor einigen Wochen veröffentliche Kompromisslösung, nach der die Westklubs bis Dezember eine interne Runde spielen und anschließend mit den besten Ost-und Nordklubs verzahnen sollen.

Ein Modus, der in ähnlicher Form in der vergangenen Saison durchgeführt wurde und bei den Klubs eher uneinheitlich aufgenommen wurde. Zu oft konnten sich manche Klubs aufgrund der großen Anzahl an semi-professionellen Akteuren im Kader nur mit einer sehr geringen Spieleranzahl auf die langen Auswärtsfahrten begeben. Mit Ausnahme der Füchse Duisburg, die dem Vorhaben eine klare Absage erteilten, sowie dem EHC Neuwied, der sich zunächst enthielt, stimmten aber alle Klubs dieser Kompromisslösung nach kurzer Bedenkzeit zu.

Welche für den Großteil der Diskussionsteilnehmer auch durchaus vernünftig klingt, wie deutlich wurde. Die Zweifel daran, dass eine eingleisige Liga übers gesamte Bundesgebiet ohne finanzielle Kollapse bei einigen Klubs über die Bühne gehen wird, sind groß. Dirk Unverferth, Schreiber und Fotograf für die "Eishockey News", sowie Marketingverantwortlicher bei Basketball-Zweitligist ETB Wohnbau Baskets brachte seine Erfahrungen aus der Vergangenheit mit in die Runde. "Es wurde vor einigen Jahren im Basketball versucht. Und es hat sich gezeigt, dass eine semi-professionelle Liga über ganz Deutschland nicht funktioniert", erklärte Unverferth.

Ein weiteres interessantes Gesprächsthema konnte aufgrund der kurzfristigen Absage des niederländischen Spielers Levi Houkes leider nur von "Ausländern" diskutiert werden: die Eingliederung der Tilburg Trappers aus den Niederlanden in die deutsche Oberliga. Während Malz dem Ganzen doch eher skeptisch gegenüber steht ("Wir bluten die Holläner doch aus mit den ganzen langen Fahrten"), sieht Unverferth in dem "Neuzugang" eine absolute Bereicherung: "Die Halle da ist voll, die haben mit dem einen Großsponsor die nötigen finanziellen Mittel, wollen sich neu orientieren und suchen die Herausforderung."

Aber so bleibt sicher auch genügend Gesprächsstoff für die zweite Ausgabe des "Overtime"-Talks, der am Donnerstag, 9. Juli, erneut im "Penalty"-Restaurant in der Herner Gysenberghalle stattfinden wird.

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