Björn Mehnert ist sauer. Stinksauer. Grund: Der Aufstiegskonkurrent Rot Weiss Ahlen soll ein falsches Spiel beim Transfer von Felix Bechtold gespielt haben.

Westfalia Rhynern

Wechsel-Eklat um Felix Bechtold

01. Juni 2015, 12:39 Uhr
Foto: Benjamin Neumann

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Björn Mehnert ist sauer. Stinksauer. Grund: Der Aufstiegskonkurrent Rot Weiss Ahlen soll ein falsches Spiel beim Transfer von Felix Bechtold gespielt haben.

Letzte Woche vermeldete RWA, [person=3959]Bechtold[/person] wie auch Rechtsverteidiger [person=5823]Michael Wiese[/person] von Rhynern für die neue Saison verpflichtet zu haben. Vertragsbeginn ist dann naturgemäß der 1. Juli 2015. So weit, so normal. Darüber würde sich Mehnert auch nicht aufregen.

Doch Ahlen hat nicht nur den Vertrag beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (WFLV) eingereicht, sondern gleichzeitig auch die Spielberechtigung für Bechtold beantragt. "Das macht kein anderer Verein, das habe ich mir von allen bestätigen lassen", schimpft Mehnert.

Weil Ahlen auch die Spielberechtigung beantragte, darf Bechtold, der ja erst im Sommer zu den Rot-Weissen will, schon jetzt nicht mehr für Rhynern auflaufen und saß bereits beim 1:0-Sieg in Neunkirchen nur auf der Tribüne. "Das ist eine Sauerei", poltert Mehnert. Schließlich liefern sich Rhynern und Ahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Aufstiegskampf - wobei Rhynern an anderer Front noch darum kämpft, überhaupt die Lizenz zu erhalten. "Ich stelle mir deswegen auch die Frage, ob das nicht bewusst war", wittert Mehnert einen absichtlichen Schachzug des Kontrahenten, um die Westfalia zu schwächen.

RWA-Manager Joachim Krug spricht von einem Irrturm: "Wir haben angenommen, dass Bechtold genau wie Wiese ein Vertragsamateur ist und wir deshalb innerhalb von 14 Tagen nach Unterschrift die Spielberechtigung beantragen müssen." Krug betont, dass nun alles dafür getan wird, den Spieler für das kommende Wochenende wieder spielberechtigt für Rhynern zu bekommen. "Wir sind froh, dass Rhynern sein Spiel ohne Bechtold trotzdem gewonnen hat, sonst hätte das Ganze einen bitteren Beigeschmack bekommen."

Mehnert glaubt derweil nicht an einen Irrtum: "Die sollen jetzt bloß nicht erzählen, dass es ein Versehen war, denn die haben mit Andree Kruphölter jemanden im Verein, der auch in der Verbandsspruchkammer sitzt. Zudem ist mit Joachim Krug ein Mann dort, der sich seit 30 Jahren um so etwas kümmert. Deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass es ein Versehen war."

Diese Aussage bringt indes Krug auf die Palme: "Es war ein Irrtum! Diesen nun zum Anlass zu nehmen, uns so anzugreifen, ist nicht okay. Natürlich bedauern wir, dass es zu so einer Verstrickung gekommen ist, allerdings ist die Sache auch erklärbar." Krug weiter: "Unsere Spieler sind trotz unserer Planinsolvenz alle Vertragsamateure. Wir haben unseren Jungs gegenüber schließlich eine Sorgfaltspflicht. Wir wussten schlichtweg nicht, dass Wiese ein Vertragsamateur ist, Bechtold aber nicht. Herr Mehnert sollte vorher mal überlegen, bevor er die Leute dermaßen hart kritisiert. Man sieht sich ja immer zwei Mal im Leben."

Im Zuge des Theaters stellt Krug aber auch eine Frage und nimmt den WFLV mit in die Verantwortung. "Die ganze Geschichte hängt mit der aberwitzigen Regel zusammen, dass Vertragsamateure erst ab dem 1. Juli angemeldet werden dürfen. Warum? Außerdem erwarte ich auch vom Verband, dass er bei einer fehlerhaften Anmeldung mal sagt, dass dort etwas nicht stimmt. Der Verband ist auch dazu da, zu reagieren, wenn mal etwas schief läuft."

Mehnert ist derweil menschlich enttäuscht: "Das größte Problem ist, dass man mit einem Menschen nicht so herumspringt. Felix hat das nicht verdient. Er möchte einfach nur Fußball spielen, darf es aber nicht. Vielleicht müssen wir ja jetzt auch noch eine Trainingserlaubnis beantragen, damit er überhaupt bei uns trainieren darf, obwohl er ja eigentlich noch einen Monat bei uns unter Vertrag steht."

Zudem lässt ihm das Verhalten von RWA-Trainer Marco Antwerpen die Zornesröte ins Gesicht steigen. "Bevor wir Felix darüber informieren konnten, dass er nicht mehr für uns spielen darf, hat mein Kollege ihn bereits angerufen und ihm süffisant gesagt: 'Es tut mir leid, dass du nicht mehr spielen kannst.' Danach hat er aufgelegt. Das geht gar nicht."

Krug kann darüber nur den Kopf schütteln: "Ich habe mehrfach versucht, Herrn Mehnert bereits im Vorfeld anzurufen. Er ist aber nicht ans Handy gegangen und hat auch nicht zurückgerufen." Antwerpen erklärt derweil, dass der Anruf so nicht abgelaufen sei: "Als ich davon erfahren habe, dass Felix nicht spielberechtigt sein würde, habe ich ihn lediglich angerufen, um mein Bedauern darüber auszudrücken. Ich weiß nicht, wie Björn Mehnert darauf kommt, dass dies süffisant gewesen wäre."

In den kommenden Tagen wird es zwischen Rhynern und Ahlen mit Sicherheit noch ordentlich zur Sache gehen. Leider nicht nur sportlich. Krug verspricht: "Wir sind gerade dabei, die Sache so zu gestalten, dass Felix am Sonntag wieder für Rhynern spielberechtigt ist. Schade, dass ein Irrtum so hohe Welle schlagen muss."

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