Die Mienen waren finster, zum Teil tränengetränkt.

Gladbach II

Zwischen bitterer Trauer und Stolz

31. Mai 2015, 17:46 Uhr
Foto: Tillmann

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Die Mienen waren finster, zum Teil tränengetränkt.

Bei der U23 Borussia Mönchengladbachs herrschte bittere Enttäuschung über die 0:2-Niederlage nach Verlängerung und den dadurch verpassten Aufstieg. Patrick Mainka (110.) und Levent Aycicek stießen die Borussen ins Unglück.

„Das ist total bitter, es fällt schwer Worte zu finden“, haderte ein bedröppelter [person=4812]Giuseppe Pisano[/person] mit dem Spiel, seiner Leistung, eigentlich allem, was auch nur entfernt mit ihm an diesem Tag zu tun hatte. Pisano selbst hatte es bereits nach fünf Minuten auf dem Fuß. Allein lief der gebürtige Düsseldorfer auf das Bremer Tor zu, scheiterte jedoch am hervorragend aufgelegten Werder-Keeper Tobias Duffner. „Das nagt natürlich an mir, dass ich dem Team nicht helfen konnte“, knirschte der 27-Jährige mit den Zähnen. „Aber so ist das nun einmal: Wenn du triffst, bist du der Held, wenn nicht, bist du der Idiot.“

[infobox-right]Gladbach: Blaswich – Berauer (96. Rütten), Stang, Knipping, Lenz – Zimmermann (82. Brandenburger), Schulz, Sezen (99. Holzweiler), Ritter – Pisano, Rodriguez.
Werder Bremen: Duffner – Busch, Rehfeldt, Mainka, Guwara – von Haacke (114. Argyris), Eggestein (66. Lorenzen), Fröde, Aycicek – Wegner, Bytyqi (73. Bruns).
Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka.
Tore: 0:1 Mainka (110.), 0:2 Aycicek (119.).
Gelbe Karten: Stang, Schulz, Lenz - Rehfeldt, von Haacke, Busch, Eggestein.
Zuschauer: 10.217.[/infobox]

Mit 15 Buden war der ehemalige Saarbrücker, der vor kurzem seinen Vertrag bei den kleinen Fohlen bis 2017 verlängert hat, bester Torschütze seines Teams, die 77 Treffer der Mannschaft von Trainer Sven Demandt Liga-Bestwert. Dass es nun ausgerechnet in beiden Entscheidungsspielen gegen die Zweite Mannschaft von Werder Bremen nicht gelang einzunetzen, war für die Borussen letztendlich der Knackpunkt. Pisano: „Eigentlich können wir stolz sein auf unsere Leistung. Wir haben alles gegeben, das Spiel bis zum Ende offen gehalten, nur leider hat es nicht gereicht. So hat eine tolle Saison am Ende doch einen bitteren Beigeschmack.“

Den schmeckte auch Coach Demandt, der sich nach sieben Jahren im Borussia-Park dem SV Wehen Wiesbaden angeschlossen hat: „Der Verein und die Jungs sind sensationell, ich hatte hier sieben tolle Jahre. Dass es jetzt nicht geklappt hat, nimmt einen schon mit.“ Dass am Ende der Pressekonferenz die Bremer noch den Saal stürmten, um ihrem Trainer Alexander Nouri die obligatorischen Bierduschen zu verpassen, nahm Demandt gelassen: „Das gehört dazu. Wo Gewinner sind, sind eben auch Verlierer. Die Jungs können was für ihr weiteres Fußballleben mitnehmen.“

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