Es lief die 79. Spielminute in der Partie zwischen den Zweitvertretungen des FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach, als die 2:1-Führung der Knappen und alles andere in den Hintergrund rückte.

Schalke II

Asa's emotionaler Abschied

Thorben Kirschstein
24. Mai 2015, 08:50 Uhr
Foto: Ben Neumann

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Es lief die 79. Spielminute in der Partie zwischen den Zweitvertretungen des FC Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach, als die 2:1-Führung der Knappen und alles andere in den Hintergrund rückte.

Gerald Asamoah verließ zum letzten Mal die Pflichtspielbühne des deutschen Fußballs, begleitet von stehenden Ovationen und unter tosendem Applaus der 550 Zuschauer, die größtenteils erschienen waren, um die Schalker Legende zu verabschieden. Asamoah umarmte auf dem Feld sowohl seine Mit- als auch Gegenspieler, Schiedsrichter Sven Waschitzki und abseits des Feldes das Trainerteam der Schalker: Ein Moment, wie er in der Regionalliga in einem solchen Ausmaß nur sehr selten vorkommt.

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Anders als noch angekündigt, konnte „Blondie“ seine Tränen auf dem Feld nicht zurückhalten: „Ich habe nie gedacht, dass ich weinen würde, aber das kann man sich nicht aussuchen. Es war ein sehr emotionaler Moment für mich“, betonte Asamoah nach der Partie.

Nach insgesamt über 300 Partien für die erste und die zweite Mannschaft der Schalker hängt Gerald Asamoah nun seine Fußballschuhe an den Nagel. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, erklärt der Vizeweltmeister. „Ich kam als 20-Jähriger hier hin und habe niemals gedacht, dass ich so lange auf Schalke bleiben würden. Ich gehöre einfach zur Schalker Familie.“ Ganz verschwinden wird „Asa“ höchstwahrscheinlich nicht, wie er klarstellt: „Jeder weiß, wie wohl ich mich auf Schalke fühle. Wir befinden uns im Dialog und es sieht sehr gut aus, dass wir auch weiter zusammenarbeiten.“

Trotz über 300 Bundesligapartien, einer Vizeweltmeisterschaft, einem dritten WM-Platz im eigenen Land 2006 und einem Bundesligaaufstieg mit Greuther Führt misst hat seine letzte Saison trotzdem einen enorm hohen Stellenwert für Asamoah. „Erste und zweite Liga - das ist immer etwas schönes. Aber mit diesen jungen Leuten zusammen zu spielen, ihnen etwas mitgeben zu können oder in der Kabine sitzen und einfach nur zu hören, was für einen Mist sie von sich geben, während du quasi als „Vater“ daneben sitzt, war einfach nur geil. Es ist toll, dass wir diese Saison mit dem Nichtabstieg krönen konnten, das haben mir die Jungs geschenkt“, gibt Asamoah das Lob auch an seine jungen Kollegen weiter, die nun auch im kommenden Jahr in der Regionalliga West antreten werden.

Einen Termin gibt es allerdings noch, den sich eingefleischte Schalke-Fans und auch Gerald Asamoah rot im Terminkalender anstreichen werden: Der 14. November 2015, der Tag von Asamoahs Abschiedsspiel in der Arena auf Schalke. „Das ist eine große Anerkennung und ein Zeichen dafür, dass der Verein mit mit zufrieden war. Ich bin sehr stolz, dass ich so etwas miterleben darf, das ist einmalig“, stellt der dreifache Familienvater klar. Ein bisschen Angst ist allerdings auch dabei, wie „Asa“ lachend verrät: „Ich habe so viele Spieler kommen und gehen gesehen. Hoffentlich vergesse ich niemanden, der dann hinterher sauer auf mich ist.“

Am 14. November vor ausverkauftem Haus werden dann wahrscheinlich noch viel mehr Tränen fließen, als vor 550 Zuschauern in Herne.

Autor: Thorben Kirschstein

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