Am Montag leitete Horst Riege sein erster Training beim KFC Uerdingen. Am Dienstag unterhielt sich RS mit dem 62-jährigen gebürtigen Krefelder.

Neuer KFC-Trainer

"Ich mache das, weil ich Leid gewohnt bin"

Krystian Wozniak
19. Mai 2015, 15:55 Uhr
Foto: Tillmann

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Am Montag leitete Horst Riege sein erster Training beim KFC Uerdingen. Am Dienstag unterhielt sich RS mit dem 62-jährigen gebürtigen Krefelder.

Horst Riege, wann haben Sie davon erfahren, dass Sie das Ruder übernehmen sollen?
Wir haben uns mit den Verantwortlichen am Sonntagabend zusammengesetzt und überlegt, was der Verein noch machen kann. Ein Trainerwechsel ist die letzte Möglichkeit. Für mich war klar, dass ich das mache. Zwar ist Bayer Uerdingen mein Herzensverein, aber den KFC verfolge ich auch seit Jahren. Ich bin ein Kind der Grotenburg und wohne in der Nähe des Stadions. Da liegt mir das Wohl des KFC am Herzen. Manch einer fragt sich sicherlich, warum ich mir das antue? Die Antwort ist, dass ich das tue, weil ich Leid gewohnt bin und den Vorgängern das Leiden abnehmen wollte.

Auch wenn der ein oder andere mit seinen Gedanken schon nicht mehr in Krefeld ist, bleibt mir die Hoffnung auf ein wenig Wehmut
Horst Riege

Was können Sie in den paar Tagen überhaupt bewirken?
Das Fußballspielen kann ich den Jungs nicht neu beibringen, auch keine taktischen Wunderdinge. Ich hoffe nur, dass die Jungs mir zuhören und alles verinnerlichen, was ich erzähle. Sie sollen alles annehmen. Auch wenn der ein oder andere mit seinen Gedanken schon nicht mehr in Krefeld ist, bleibt mir die Hoffnung auf ein wenig Wehmut. Die Fans haben die Jungs die ganze Saison unterstützt und haben es verdient, wenigstens einen Heimsieg im Kalenderjahr 2015 zu erleben.

Wie sieht es personell vor dem Düsseldorf-II-Spiel aus?
In Mönchengladbach waren drei oder vier Mann auf der Bank und das wird sich auch gegen die Fortuna nicht ändern. [person=5861]Armand Drevina[/person], [person=4702]Tim Knetsch[/person], [person=3835]Abdelkader Maouel[/person], [person=28250]Marvin Matten[/person], [person=12360]Dominik Oehlers[/person], [person=3423]Gökhan Aktas[/person] und [person=27992]Patrick Jöcks[/person] werden definitiv ausfallen. Die Mannschaft stellt sich von selbst auf. Wir haben 13, 14 gesunde Spieler und die sind auch nicht alle topfit, weil sie in der jüngeren Vergangenheit mit Verletzungen zu kämpfen hatten, wie zum Beispiel Aliosman Aydin oder Sebastian Hirsch. Aber ein Mal müssen alle noch beißen!

Wie schätzen Sie die Chancen auf den Klassenerhalt ein?
Die sind minimal. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Eigentlich müssen wir für die Oberliga schon planen. Wattenscheid hat alles selbst in der Hand. Zudem ist Wiedenbrück in den letzten Wochen nicht in Topform gewesen und hat fast alles verloren. Wir können nicht mehr machen als Düsseldorf II zu schlagen und abzuwarten.

Die Mannschaft stellt sich von selbst auf. Wir haben 13, 14 gesunde Spieler und die sind auch nicht alle topfit
Horst Riege

Sie sind 62 Jahre alt und wollten eigentlich nach Ihrer Station in Sonsbeck aufhören. Könnte es sein, dass Sie nach der Woche beim KFC auch in der kommenden Saison weitermachen?
Man soll ja bekanntlich niemals nie sagen. Aber Stand heute gehe ich davon aus, dass ich nicht weitermachen werde. Ich hatte in der jüngeren Vergangenheit interessante Gespräche mit Ober- und Landesligisten, wollte aber nichts mehr machen. Auf der anderen Seite habe ich mich am Montag auf dem Trainingsplatz wie ein kleiner Junge in seiner Welt gefühlt. Das Trainer-Dasein ist einfach mein Ding. Am Montag habe ich mich 20 Jahre jünger geführt, weil es mir so viel Spaß gemacht hat.

Autor: Krystian Wozniak

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