Maskottchen-Selbstversuch

Knochenjob für Tom Schachtsiek

RS
20. Mai 2015, 20:47 Uhr
Foto: Westfälische Hochschule

Foto: Westfälische Hochschule

Mitten auf dem Spielfeld, jede Aktion wird beklatscht, Erwachsene und Kinder winken dir zu – wovon jeder Sportler träumt, ist für Felix Schumacher Realität.

Voraussetzung für den Status als Publikumsliebling: Der 22-Jährige muss als zotteliges Federvieh, lustiges Erdmännchen oder überdimensioniertes Insekt herum stolzieren. Denn Schumacher ist seit zehn Jahren Maskottchen. Zwei davon hauptberuflich und selbstständig.

Wer mit Felix Schumacher durch sein Büro in Hagen schlendert, entdeckt zunächst viele große aber leblose Maskottchen. Das ändert sich, sobald er anfängt, ihnen Leben einzuhauchen: "Der ist ganz lieb und kann definitiv gut mit Kindern", sagt der Maskottchen-Meister und deutet auf das Erdmännchen mit den strahlenden blauen Augen. "Und bei ihm musst du aufpassen, er ist ein Wilder!" Schuhmacher hat ein ganz besonderes Verhältnis zu den Kostümen und spricht beinahe liebevoll über die Alter-Egos von Teufel, Hai oder Bär.

Sein bester Freund der Maskottchen-Bande ist jedoch sein Namensvetter Felix – der Feuervogel und Glücksbringer des Basketballclubs Phoenix Hagen. Bei jedem Phoenix-Heimspiel steht mit Felix dem Feuervogel auch Felix der Fan auf dem Parkett der Enervie-Arena, wirft verunglückte Freiwürfe oder rennt durch die Besuchermassen. Für den gebürtigen Hagener aber sind all seine Maskottchen etwas ganz besonderes. Kein Wunder, hat er doch schon etliche Stunden in Sport-Arenen, auf Volksfesten oder in Diskotheken damit verbracht, diese Plüsch-Persönlichkeiten bis zur Erschöpfung zu verkörpern.

Die Müdigkeit gehört aber dazu: "Nur rumstehen und winken geht nicht. Ich muss vollen Einsatz zeigen, die Leute animieren – in einem Kostüm, in dem es bis zu 40 Grad werden können", erklärt Felix. Aber Schlappmachen oder sich mal zwischendurch auf sein loses Mundwerk verlassen ist tabu: "Maskottchen reden nie", stellt der "Best Motivation"-Chef klar. Nur eine von vielen goldenen Regeln. "Kindern immer auf Augenhöhe begegnen, nie vergessen die Arme mitzuschwingen, übertriebene Gestik", zählt er grinsend auf. "Das Ganze ist schon ein Knochenjob." Das chronische Lächeln auf Schumachers Gesicht verrät dabei jedoch: Diesen Job macht er leidenschaftlich gerne.

"Knochenjob hin oder her, das kann doch jeder!" So oder so ähnlich wird RS-Mitarbeiter Tom Schachtsiek gedacht haben, ehe er sich freiwillig für den Selbstversuch als Maskottchen gemeldet hat. Seht hier im RevierSport-Video, ob der Crash-Kurs von Felix Schumacher fruchtet und wie sich Tom in der Hagener Innenstadt und beim Phoenix-Training so schlägt.

[video]youtube,https://youtu.be/yPGewDgw350[/video]

Bei den Dreharbeiten sind auch jede Menge lustige Outtakes angefallen, die besten seht ihr hier:

[video]youtube,https://youtu.be/zFtSRaWFU1g[/video]

Autor: RS

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