Der FC Kray hat die dicke Überraschung gepackt und wird nach einer historischen Saison auch im nächsten Jahr in der Regionalliga West an den Start gehen.

FC Kray

Wagner-Verbleib weiter offen

Martin Herms
19. Mai 2015, 17:57 Uhr
Foto: Tillmann

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Der FC Kray hat die dicke Überraschung gepackt und wird nach einer historischen Saison auch im nächsten Jahr in der Regionalliga West an den Start gehen.

Der Aufsteiger aus Essen-Kray hat die Erwartungen weit übertroffen. Am vergangenen Sonntag wurde der vorzeitige Klassenerhalt perfekt gemacht und im Niederrheinpokal konnte das Team von Trainer Michael Lorenz bis in das Halbfinale vorstoßen. Unvergesslich bleiben die beiden Erfolge gegen Rot-Weiss Essen und der Heimsieg gegen Alemannia Aachen.

[person=1732]Vincent Wagner[/person] hat einen nicht unerheblichen Teil zu dieser beeindruckenden Spielzeit beigetragen. Der erfahrene Innenverteidiger konnte die hohen Erwartungen, die nach nach seinem Wechsel von RWE zur Buderusstraße gehegt wurden, erfüllen. Wagner absolvierte 28 Meisterschaftsspiele, erzielte drei Tore und verlieh der Krayer Defensive große Stabilität. Der Vertrag des 29-Jährigen läuft am Saisonende aus. Kray würde das Arbeitspapier mit dem Publikumsliebling gerne verlängern. Seine Zukunft ließ Wagner im RevierSport-Interview aber noch offen.

Vincent Wagner, das große Ziel wurde am Sonntag gegen den FC Schalke erreicht. Wie fühlen Sie sich wenige Tage danach?
Ich werde in den nächsten beiden Monaten mit einem Lächeln im Gesicht durch die Gegend laufen. Der Klassenerhalt ist ein großer Erfolg für diesen Verein. Umso beeindruckender ist diese Leistung aufgrund der Tatsache, dass der Ligaverbleib auf keinen Fall glücklich ist. Wir haben es uns verdient, da wir über weite Strecken der Saison sehr stabil aufgetreten sind. Gegen RWE, RWO, Aachen und Schalke II haben wir zu Null gespielt. Das ist ein dickes Ausrufezeichen gegen solche Kaliber. Und darauf dürfen wir völlig zurecht stolz sein.

Alles in allem ist das einfach Regionalliga-tauglich
Vincent Wagner

Haben Sie vor der Saison damit gerechnet, dass sich die Mannschaft so gut schlagen wird?
Es gab auf jeden Fall eine Menge Fragezeichen, da dieses Teams zum Großteil neu zusammengestellt wurde. Man muss in erster Linie unserem Sportlichen Leiter Fabian Decker ein großes Kompliment machen. Bei der Kaderzusammenstellung hat fast alles gepasst. Natürlich hatten wir Glück, dass es bei den Stadtrivalen RWE und ETB einen großen Umbruch gab. Speziell die Verpflichtungen von Kamil Waldoch und Philipp Gödde waren Gold wert. Aber auch die Wintertransfers haben uns weitergebracht, auch wenn Benjamin Wingerter oder Samuel Limbasan nicht immer zum Einsatz kamen. Benny hat etwa gegen RWO und Gladbach super gespielt. Dass er dann gegen Schalke zurück auf die Bank musste, spricht für die enorme Tiefe unseres Kaders. Zudem stimmte es innerhalb der Truppe. Jeder, auch wir alten Hasen, war bemüht, sich zu verbessern. Alles in allem ist das einfach Regionalliga-tauglich.

Wie bewerten Sie die Leistung Ihres früheren Teamkollegen und heutigen Trainers Michael Lorenz? Für Ihn war die Regionalliga vor der Saison schließlich auch Neuland.
Michael hat dank seiner Sachlichkeit und moderner Trainingsmethoden einen großen Anteil an unserem Erfolg. Die Mannschaft war unheimlich fit und das war auch notwendig, denn nur so konnten wir gegen den einen oder anderen Gegner fußballerische Mängel kompensieren. Zudem waren wir taktisch sehr variabel. Von der Dreier- bis zur Fünfer-Kette war wirklich alles dabei. Viel wichtiger war aber, dass der Trainer in kritischen Momenten sehr viel Ruhe vermittelt hat. Insgesamt hatten wir neun Platzverweise, einige davon waren mit Sicherheit kritisch. Michael hat die Fehler aber nicht beim Schiedsrichter, sondern bei uns gesucht. Diese Einstellung müssen wir auch in der nächsten Saison an den Tag legen.

Bedeutet das, dass Sie beim FC Kray bleiben werden?
Das steht noch nicht fest. Ich muss derzeit zwischen zwei Möglichkeiten abwägen. Mir liegen Anfragen aus der Regionalliga Nord vor, die gerade finanziell sehr lukrativ sind. Das wäre mit einem Umzug und somit viel Aufwand verbunden. Beim FC Kray wird bekanntlich nicht viel verdient, aber die Perspektive ist hier sehr vielversprechend und darüber hinaus bin ich eher ein sesshafter Typ. In meinem Studium steuer ich gerade auf meinen Bachelor zu. Wenn ich in Essen bleibe, könnte ich mich weiter intensiv darauf konzentrieren und das wäre für meine Zukunft mit Sicherheit nicht die schlechteste Lösung. Ich werde mir meine Gedanken machen und mich in den nächsten Tagen entscheiden.

In diversen Internetforen tauchte zuletzt das Gerücht auf, dass sie möglicherweise zur Hafenstraße zurückkehren. Ist das für Sie denkbar?
Das spielt derzeit keine Rolle, da RWE fünf starke Innenverteidiger unter Vertrag hat. Aber aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht aufgehoben. Viele Spieler verwenden den Begriff Herzensangelegenheit. Jeder, der mich kennt, weiß, dass es in meinem Fall auch zutrifft. Ich habe mit RWE wirklich alles erlebt und das vergisst man nicht so schnell. Natürlich habe ich mich auch über unsere beiden Siege an der Hafenstraße gefreut. Aufgrund meines speziellen Abgangs im Sommer war das eine besondere Sache. Ich konnte den damals handelnden Personen zeigen, dass die Entscheidung, mich wegzuschicken, falsch war.

Autor: Martin Herms

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