Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat auf die Kritik an der Ausbootung der Münchner Weltmeister mit Unverständnis reagiert. 

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3 Neue - Kritik für Löw "befremdend"

Stefan Loyda
15. März 2019, 13:53 Uhr

Foto: dpa

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat auf die Kritik an der Ausbootung der Münchner Weltmeister mit Unverständnis reagiert. 

"Wir haben sie nicht verbannt, und sie haben nichts verbrochen", sagte Löw am Freitag in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main. "Ich finde es befremdend, wenn manche über Respekt und Wertschätzung urteilen, obwohl sie gar nicht beim Gespräch dabei waren. Zeit ist auch kein Indikator für die Qualität eines Gesprächs."

Bei der Kader-Nominierung für die Länderspiele gegen Serbien in Wolfsburg (20. März) und gegen die Niederlande in Amsterdam (24. März/EM-Qualifikation) sprach Löw von "allerallergrößter Wertschätzung und Dankbarkeit" gegenüber Jerome Boateng, Thomas Müller und Mats Hummels. "Emotional ist mir das wahnsinnig schwer gefallen. Diese Spieler sind mir auch als Menschen enorm wichtig." Er habe mit allen nochmals "in aller Ruhe telefoniert". Dabei hätten Müller und Hummels ihm mitgeteilt, dass sie trotz Löws Ansage "weiter zur Verfügung stehen". Am Dienstag vergangener Woche hatte Löw den Bayern-Weltmeistern eröffnet, dass er die Zukunft der Nationalmannschaft ohne sie plant. Das bekräftigte er am Freitag.

Nach anfänglichem Lob für seine Konsequenz gab es Kritik von vielen Seiten am Stil - unter anderem von Müller und Bayern-Verantwortlichen, aber auch von den Nationalspielern Leon Goretzka und Joshua Kimmich.


Drei Debütanten im Kader
Bei der mit Spannung erwarteten öffentlichen Kadernominierung in der DFB-Zentrale in Frankfurt am Main verzichtete Löw derweil auf große Überraschungen. Beim Auftakt in der EM-Qualifikation am 24. März in Amsterdam gegen Erzrivale Niederlande und vier Tage zuvor im Testspiel in Wolfsburg gegen Serbien (beide 20.45 Uhr/RTL) dürfen Mittelfeldspieler Eggestein (22/Werder Bremen) sowie die Abwehrspieler Stark (23/Hertha BSC) und Lukas Klostermann (22/RB Leipzig) auf ein Debüt hoffen. Götze, der sich aufgrund seiner bislang überzeugenden Rückrunde Hoffnungen auf ein Comeback gemacht hatte, wurde dagegen von Löw erneut nicht berücksichtigt.

Dagegen kehren der Leipziger Marcel Halstenberg, der wegen eines Kreuzbandrisses monatelang ausgefallen war, und Torhüter Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) zurück in den Kader. Insgesamt nominierte Löw 23 Spieler, die nach dem sportlichen Horror-Jahr mit dem WM-Aus in der Vorrunde und dem Abstieg in der Nations League für einen deutlich besseren Start ins neue Länderspieljahr sorgen sollen. 

Das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft:
Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)
Abwehr: Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Marcel Halstenberg (RB Leipzig), Thilo Kehrer (Paris Saint-Germain), Lukas Klostermann (RB Leipzig), Antonio Rüdiger FC Chelsea), Nico Schulz (TSG Hoffenheim), Niklas Stark (Hertha BSC), Niklas Süle (Bayern München), Jonathan Tah (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Maximilian Eggestein (Werder Bremen), Serge Gnabry (Bayern München), Leon Goretzka (Bayern München), Ilkay Gündogan (Manchester City), Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Joshua Kimmich (Bayern München), Toni Kroos (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Dortmund), Leroy Sane (Manchester City), Timo Werner (RB Leipzig) 

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