Die Auswirkungen der Corona-Pandemie trifft die 3. Liga besonders hart. Kurzarbeit ist ein Mittel gegen die finanziellen Folgen, aber auch der DFB soll helfen.

3. Liga

3. Liga im "Corona-Schlaf": Zwischen Kurzarbeit und Holzweg

23. März 2020, 12:50 Uhr
Foto: firo

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Die Auswirkungen der Corona-Pandemie trifft die 3. Liga besonders hart. Kurzarbeit ist ein Mittel gegen die finanziellen Folgen, aber auch der DFB soll helfen.

Der Hilferuf von Daniel Sauer in Richtung des Deutschen Fußball-Bundes ist nicht zu überhören. „Ich würde mir jetzt einmal wünschen, dass hier nicht permanent Aussagen hin- und hergeschoben, korrigiert und abgefedert werden. Es muss jetzt Klarheit her! Denn Klarheit heißt auch Einfachheit!“, sagte der Vorstandschef des Fußball-Drittligisten Würzburger Kickers mit Nachdruck im kicker.

Gerade die Klubs aus der 3. Liga, die pro Saison bescheidene 1,28 Millionen Euro an TV-Geldern erhalten, sind von den Folgen der Coronakrise stark betroffen. Bereits über die Hälfte der Vereine hat für die Profis und/oder Angestellten Kurzarbeit beantragt, um eine Zahlungsunfähigkeit zu umgehen. Doch, so Sauer, „die Zeit läuft“.

Deshalb verlasse nicht nur er sich, „sondern wohl die gesamte 3. Liga“ auf Versprechungen von DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge, „der zugesichert hat, “sehr gezielt Überbrückungshilfen zu geben, um Liquiditätskrisen zu vermeiden'„, betonte Sauer.

Der Unterhachinger Präsident Manfred Schwabl nimmt dagegen die Klubs in die Pflicht. „Es heißt immer, der DFB muss einspringen. Der wird sicher alles tun, um uns zu unterstützen. Man muss sich fragen, ob das Rad nicht überdreht wurde“, sagte Schwabl im Bayerischen Fernsehen. Alle müssten „ehrlich in sich gehen, ob sie in Sachen Nachwuchsarbeit und Gehaltskosten zuletzt nicht auf dem Holzweg waren“, fügte der 53-Jährige bei Spox und Goal hinzu. Heißt: Die finanziellen Nöte sind laut Schwabl auch hausgemacht.

Dennoch sieht Sauer vor allem den DFB gefordert. Fast alle Drittligisten würden „gemeinsam und solidarisch mit ihren Spielern in Vorleistung gehen und stellen auf Kurzarbeit um, um die Vereine am Leben zu halten“, führte der Kickers-Boss aus: „Wir, die Drittligisten, gehen voran. Das erwarte ich jetzt auch vom DFB.“ Es gehe im Profisport „letztendlich neben den Profispielern um Tausende von Arbeitsplätzen“.

Romy Polster, Vorstandsvorsitzende des Chemnitzer FC, will deshalb „alle angebotenen staatlichen Hilfen für die Liquiditätssicherung prüfen. Vor dieser Herausforderung steht nun die gesamte Liga.“

Es geht die Angst um - selbst bei einem Klub wie dem KFC Uerdingen, der vom russischen Geldgeber Michail Ponomarew unterstützt wird. „Wir müssen dringend Vorkehrungs- und Unterstützungsmaßnahmen treffen und überlegen, wie wir einigermaßen heil durch die Krise kommen, um am Ende noch da zu sein“, sagte Frank Strüver, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied, der Rheinischen Post. Dass die Krise den KFC wegen Ponomarew weniger hart treffe, sei „grundsätzlich falsch. Es gibt feste Verträge - und Umsatzeinbrüche sind nun mal Umsatzeinbrüche.“

Zwickaus Sportchef Toni Wachsmuth spricht von einer „wohl einmaligen Herausforderung“. Zu seinem Alltag gehören längst auch Gespräche mit Anwälten und der Arbeitsagentur, „um das weitere Vorgehen abzustimmen“. Erste Lösung: Kurzarbeit. „Würden wir diesen Schritt nicht gehen, hätte dies die Insolvenz zur Folge“, sagte Wachsmuth.

Auch Robert Marien, Vorstandsvorsitzender von Hansa Rostock, kündigte an, die Profis „in den Corona-Schlaf“ zu schicken. „Man sollte sich zurückhalten, den wirtschaftlichen Schaden zu benennen. Niemand weiß, wie hoch dieser am Ende sein wird“, ergänzte er im NDR, „siebenstellig wird er aber garantiert.“

Schwabl will in Haching erst einmal auf Kurzarbeit verzichten: „Wir werden die Gehälter weiter zahlen, auch wenn es eng ist.“ Man werde das eine gewisse Zeit durchstehen können, „aber wenn die Saison nicht zu Ende gespielt wird, kommt auf die Drittligisten einiges zu“. Dann wird der Hilferuf sicher noch lauter werden - nicht nur aus Würzburg. sid

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