Die Regularien hat Marcel Herzog schon geklärt. Der MSV-Neuzugang aus Schaffhausen, der am kommenden Sonntag mit den anderen Verpflichtungen und den Aufstiegs-Helden den Trainings-Betrieb an der Westender Straße aufnehmen wird, ist bei der Wohnungssuche fündig geworden.

Duisburgs Neuzugang Marcel Herzog kommt als ehrgeiziger Goalie

"Ich möchte hier schnell die Nummer eins werden!"

Thomas Tartemann
26. Juni 2007, 20:52 Uhr

Die Regularien hat Marcel Herzog schon geklärt. Der MSV-Neuzugang aus Schaffhausen, der am kommenden Sonntag mit den anderen Verpflichtungen und den Aufstiegs-Helden den Trainings-Betrieb an der Westender Straße aufnehmen wird, ist bei der Wohnungssuche fündig geworden. "Ich habe eine Wohnung im Innenhafen, sie ist schön, ich habe zwei Balkone. Die Gegend passt. Ich bin bereit für den MSV."

RevierSport unterhielt sich mit Herzog über das unglückliche Saison-Ende in Schaffhausen, den Konkurrenz-Kampf in Duisburg und die neue Bundesliga-Welt.
Marcel Herzog, haben Sie den Abstieg schon verdaut?

Das tut schon weh, wenn man aus der Klasse raus muss. Ich bin mit Schaffhausen aufgestiegen, danach sind wir zwei Mal dringeblieben. Diesmal hat es nicht geklappt, obwohl es durchaus möglich war. Wir haben das letzte Spiel 0:2 gegen Thun verloren, am Ende hat ein Punkt gefehlt. Das ist schon ärgerlich.

Ihr Abschied Richtung Duisburg stand ja schon vor dem letzten Liga-Spiel mit Schaffhausen fest. Gab es Vorwürfe aus dem Fan-Lager?

Ich wollte mich natürlich mit einem guten Gefühl vom Verein verabschieden. Es ist ziemlich doof, wenn du als Kapitän absteigst. Übel genommen hat es mir aber keiner, dass ich jetzt einen neuen Verein habe. Ich gehe nicht im Unfrieden.
Bei Ihrer Vorstellung in Duisburg äußerten Sie sich sehr respektvoll über Publikumsliebling Georg Koch, seinerzeit zeichnete sich die inzwischen bevorstehende Trennung noch nicht so konkret ab. Die Situation sieht zum Auftakt folglich anders aus...

Der Konkurrenz-Kampf steht, mit Tom Starke, Sven Beuckert und mir bewerben sich drei Torleute um den Startplatz. Das ist gut so, ich freue mich extrem auf die Aufgabe. Dass mit Tom Starke und mir gleich zwei Neue dabei sind, sehe ich durchaus positiv, so müssen alle bei Null anfangen.
Mit welchen Ambitionen kommen Sie nach Duisburg?
Ich werde bestimmt nicht zwei Jahre zugucken. Ich bin ehrgeizig, möchte so schnell wie möglich die Nummer eins werden. Allerdings will ich das nicht durch Worte, sondern durch Leistung erreichen. Die Wahrheit liegt auf dem Platz.

Sie kommen im Prinzip als unbeschriebenes Blatt nach Deutschland.

Die Wenigsten kennen mich, das ist schon richtig. Es geht für mich darum, das Vertrauen von Mannschaft und Trainer zu wecken. Meine Aufgabe ist es, zügig auf das notwendige Leistungs-Niveau zu kommen.
Was ist das Reizvolle am Keeper-Job?
Du suchst die Grenzerfahrungen. Als Torwart bist du der Letzte, der einen Fehler ausbügeln kann. Parallel dazu muss man dafür sorgen, seine eigene Fehler-Quote zu minimieren.
Wie sind Sie Torhüter geworden? Prinzip Zufall?
Der Schlechteste ging bei uns ins Tor. Nein, im Ernst: Ich war erst linker Außenverteidiger, dann kam tatsächlich der Zufall ins Spiel, wir hatten keinen Goalie, er war verletzt. In der E-Jugend bin ich dann reingegangen. Und anschließend nicht mehr rausgekommen.

Haben Sie Vorbilder?

Als ich noch jünger war, hat mir Peter Schmeichel, der seinerzeit bei Manchester United spielte, sehr gut gefallen. Edwin van der Saar, der ja immer noch aktiv ist, ebenfalls. Ich schaue mir grundsätzlich gerne die Spielweisen von Torleuten an, versuche, etwas mitzunehmen. Aber ein Idol habe ich jetzt nicht mehr, dafür meinen eigenen Stil.
Auf was freuen Sie sich in der kommenden Serie am meisten?

Eigentlich verspüre ich eine Riesen-Vorfreude auf alles, was da kommt in Duisburg. Natürlich ist es schön, wenn man in vollen Stadien spielt, wenn dir bei der Ausübung deines Berufs viele tausend Menschen zusehen. Das ist eine riesige Motivation.

Mit Außenseiter-Rollen kennen Sie sich aus Schaffhausen aus. Was trauen Sie dem MSV in der starken Bundesliga zu?

Es wird sicherlich schwer, doch wenn wir die Euphorie, die positiven Emotionen mitnehmen, dazu einen guten Start schaffen, ist vieles möglich. Ich denke, wir sollten uns nicht zu sehr verstecken. Sicher muss man Respekt haben, aber ein gewisses Selbstvertrauen sollte auch da sein.

Die Schweizer sind bekannt für ihre exakten Uhrwerke. Stimmt der Vergleich?
Die Schweiz steht für Präzision, das ist eigentlich eine gute Eigenschaft.
Und was wissen Sie über das Revier?
Die Ruhrgebietler sprechen sehr schnell. Damit kann ich durchaus leben, dann geht beim MSV eben alles ganz fix.

Autor: Thomas Tartemann

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