Sechs Spiele absolvierte Stefan Blank für den MSV im Aufstiegs-Jahr, dann schlug der Verletzungs-Fluch gnadenlos zu und verurteilte das Power-Paket zum Zuschauen. Eine Thrombose ließ monatelang kein Training zu, als die Symptome abgeklungen waren, erfolgte schließlich der dringend erforderliche Eingriff am linken Knie.

MSV: Bommer gibt Blank "alle Zeit"

Leistung als Rückzahlung für das Club-Vertrauen

tt
26. Juni 2007, 11:41 Uhr

Sechs Spiele absolvierte Stefan Blank für den MSV im Aufstiegs-Jahr, dann schlug der Verletzungs-Fluch gnadenlos zu und verurteilte das Power-Paket zum Zuschauen. Eine Thrombose ließ monatelang kein Training zu, als die Symptome abgeklungen waren, erfolgte schließlich der dringend erforderliche Eingriff am linken Knie. "Mir wurde ein Stück vom Meniskus wegoperiert, dazu ein Teil Knorpel entfernt. Dieser Schaden war letztlich der Auslöser für die ganze Thrombose-Geschichte. Der Eingriff konnte erst nach dem Abklingen gemacht werden, dadurch habe ich fast ein halbes Jahr verloren", resümiert Blank.

Als die Aufstiegs-Feierlichkeiten in der Arena nach dem 3:0 über Essen begannen, humpelte der Linksfuß an Krücken. "Die habe ich immer noch nicht abgelegt", sagt der Familienvater, "da hechelt man natürlich etwas hinterher, während die Kollegen auf dem Rasen herumhüpfen. Ich hoffe, dass ich beim nächsten Mal, wenn es richtig etwas zu jubeln gibt, auch auf dem Rasen dabei bin. Vielleicht kann ich dann meinen Beitrag zum Klassenerhalt in der Bundesliga leisten."
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/511-515_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
Dass er sich selbst vom Sprung in die Bundesliga keinen großen Prozentsatz ans Revers heftete, versteht sich von selbst. "Man freut sich selbstverständlich für die Truppe, für mich selbst war das Empfinden aber anders, als wenn ich beispielsweise 30 Partien gemacht hätte. In der schwierigen Phase habe ich mit den anderen Verletzten versucht, von außen einzuwirken, aufzubauen. Wenn man aber eine körperliche Leistung zum Erfolg beisteuern kann, ist das noch viel, viel mehr."

Beim Versuch, irgendwann wieder ins normale Training und dann in den Spielbetrieb einzusteigen, wird der ehemalige Bremer nicht unter Druck gesetzt. "Stefan hat alle Zeit", sagt Trainer Rudi Bommer, "wenn er Weihnachten zur Mannschaft zurückkommt, dann bin ich richtig happy. Dann könnte man es sogar so formulieren, dass wir einen Neuzugang aus den eigenen Reihen bekommen."

Blank freut so eine Aussage, sie macht ihm zusätzlich Mut nach einem absoluten Seuchen-Jahr. "Was Rudi da sagt, ist absolut richtig. Ich habe auf jeden Fall ein Ziel und verspüre keine Lust, mich so von der Fußball-Bühne zu verabschieden. Ich werde mich rankämpfen und dann dem Verein etwas zurückzahlen." Der Routinier fügt hinzu: "Der Trainer weiß, was er an mir hat und ich weiß umgekehrt auch, was ich an Rudi Bommer und Präsident Walter Hellmich habe. Ich werde dem MSV in der Rückrunde Leistung zurückgeben."

Doch bis dahin muss "Banki" den schwierigen Weg der kleinen Schritte gehen. "Ich werde nichts überstürzen, auch keinen Zeitpunkt angeben, an dem ich wieder einsteigen könnte. Das hätte keinen Zweck. So eine Phase, wie ich sie erlebt habe und immer noch erlebe, ist schon schwer. Man muss sich immer neu motivieren, je länger die Woche dauert." Und was ist der Antrieb? Blank: "An den kleinen Fortschritten ziehst du dich hoch."

Die letzten Untersuchungs-Ergebnisse trieben keine Sorgenfalten auf das Gesicht des Ex-Lauterners, ganz im Gegenteil: "Die Bilder, die fünf Wochen nach der Operation gemacht wurden, zeigten einen normalen Zustand. Im Moment bin ich auf dem Bein bei 60 Kilogramm Teilbelastung, richtig laufen kann ich noch nicht. Aber jetzt ist erst Mal wichtig, dass es keine Reaktion gibt. Ich muss weiter geduldig bleiben."

Autor: tt

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