Für BVB-Trainer Theo Schneider ist der Wert seines Abwehr-Organisators unbestritten.

BORUSSIA DORTMUND II: Cabrio-Fan Hünemeier tendiert zum Wechsel

"Gutes, ehrliches Gespräch mit Doll"

Thomas Tartemann
22. Juni 2007, 14:23 Uhr

Für BVB-Trainer Theo Schneider ist der Wert seines Abwehr-Organisators unbestritten. "Uwe Hünemeier hat eine hervorragende Saison gespielt, wenn er uns erhalten bleibt, würden die Chancen, die künftige dritte Bundesliga anzusteuern, erheblich steigen." Hünemeier, in der vergangenen Serie in 27 Partien für den schwarz-gelben Talent-Schuppen an der Kugel, dazu ein Mal in der Bundesliga-Truppe des BVB aktiv, weiß um seine Reputation, denkt aber über einen Wechsel nach. RevierSport erreichte den 21-Jährigen ziemlich luftig.

Hallo Uwe Hünemeier, sind Sie noch im Urlaub?

Nein, ich war überhaupt nicht weg, sitze gerade im VW-Käfer-Cabrio. Ich habe mir den Wagen von meinem Onkel ausgeliehen, düse in meiner Heimat zwischen Gütersloh und Wiedenbrück umher.
Können Sie denn da richtig sprechen?

Klar, ich bin ja jetzt rechts rangefahren.

Es geht um Ihre sportliche Zukunft. Wo sehen wir Sie in der kommenden Saison?
Das kann ich noch nicht sagen. Die Tendenz geht zu einem Wechsel, aber es gibt auch noch die Möglichkeit, bei der Borussia zu bleiben. Ich hoffe, dass in den nächsten zwei Wochen eine Entscheidung fällt.
Theo Schneider hat deutlich beschrieben, wie wichtig Sie für die Reserve sind.

Ich spiele ja schon ein paar Jahre unter Theo, wir kennen uns, kommen gut miteinander klar. Er weiß, dass ich keine Überdinger mache und meinen Part im Team erledige. Die Weiterentwicklung ist bei mir insgesamt erkennbar.

Sie wollen aber mehr, als nur Führungskraft der "Zweiten" zu sein, oder?

So ist es. Das Schwierige ist eben, oben einzuschätzen, wie die Personal-Situation aussieht. Das erste Jahr lief für mich bei den Profis super, ich habe zwei Bundesliga-Spiele gemacht, war unter anderem gegen Bayern München dabei. Die letzte Serie war nicht so toll.
Allerdings waren auch mehrere Trainer bei den Profis im Amt. Haben Sie Ihre Karten mit Chef-Coach Thomas Doll beleuchtet?

Ja. Es war ein gutes, ehrliches Gespräch mit ihm. Er hat durchaus Verständnis für meine Situation. Er meint, vielleicht wäre es nicht verkehrt, ein Jahr in der Zweiten Liga Praxis zu sammeln.
Gibt es Anfragen?

Die Kontakte zu Augsburg und Carl Zeiss Jena haben sich zerschlagen, aber es gibt noch andere Optionen. Es sind Interessenten da.

Wie lange haben Sie noch Vertrag in Dortmund?

Zwei Jahre.
Also ausleihen und dann zurückkehren, wie es ein Florian Kringe seinerzeit mit Köln gemacht hat?

Das wäre eine Möglichkeit. Kringe hat sich woanders weiterentwickelt, ist dann zurückgekommen. Wenn ich irgendwann Bundesliga spielen möchte, dann muss ich mich immer mehr an das Niveau heranarbeiten.
Und der BVB müsste eine Planstelle freihalten...

Entweder will mich Dortmund noch längerfristig oder eben nicht. Das muss man dann abklären. Im Moment stehen viele renommierte Innen-Verteidiger unter Vertrag, dazu soll noch eine Verpflichtung getätigt werden. Das ist ein Signal, dass eben mit mir nicht in erster Linie geplant wird. Da müssten schon drei Mann gleichzeitig ausfallen, um reinzurutschen.
Was ist mit der Variante, es bei einem ambitionierten Regionalligisten, wie etwa Essen, zu probieren?

Ich habe das auch gelesen, dass RWE-Interesse da sein soll. Aber gehört habe ich vom Club nichts. Ich muss auch ehrlich sagen: Es wäre die gleiche Liga, in der die BVB-Reserve spielt. Das wäre eher ein Schritt ins Nichts.

Autor: Thomas Tartemann

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