Das frustige Jahr bei der SG Wattenscheid ist fast abgehakt, das

PREUSSEN MÜNSTER: Selcuk Dede spürt Professionalität

"Quote ist schwer zu toppen"

tt
22. Juni 2007, 10:01 Uhr

Das frustige Jahr bei der SG Wattenscheid ist fast abgehakt, das "Abenteuer Münster" wirft seine Schatten voraus: Selcuk Dede, mit 16 Toren erfolgreichster Angreifer der 09er und somit trotz des Abstiegs einer der Gewinner, stellt sich der neuen Herausforderung. "Allerdings dürfte es schwer werden, die Treffer-Quote zu toppen", blickt der 23-Jährige voraus. Im RevierSport-Interview blickt der Offensiv-Mann zurück und nach vorne.

Selcuk Dede, Sie hatten mehrere Wechsel-Eisen im Feuer. Warum haben Sie sich für Münster entschieden?

Es gab auch die Chance, zum SC Verl in die Regionalliga zu wechseln, aber da war mir die Entfernung einfach zu weit. Meine Frau macht gerade ihre Ausbildung, ich hätte so immer 260 Kilometer von Bochum nach Ostwestfalen fahren müssen. Münster hat sich richtig um mich bemüht, es gab mehrere Gespräche mit Trainer Roger Schmidt, Assistent Harald Menzel und Manager Carsten Gockel.
Also fühlten Sie sich in guten Händen?

Wenn sich ein Verein so kümmert, dann bekommt er auch den Zuschlag. Wenn ich einen Wunsch habe, wird er von den Preußen erledigt, man erhält binnen einer Stunde den Rückruf. So etwas kannte ich von Wattenscheid gar nicht, da hast du die Verantwortlichen ja gar nicht an den Hörer bekommen. Der SCP hat dafür gesorgt, dass ich meine drei Monate Zivildienst in einem Münsteraner Krankenhaus zu Ende machen kann, vorher war ich in Gelsenkirchen.
Schaffen Sie noch Mal 16 Tore - oder sogar mehr?

Gegen Münster werden sich die Mannschaften fast alle hinten reinstellen. Wenn es dann lange 0:0 steht, wird es schwierig, so ein Ding zu gewinnen. Es wird hart, die Quote zu verbessern, aber ich will es natürlich versuchen.

Bekommt man nach so einer starken Saison automatisch einen Stammplatz?

Nein, den hätte ich vielleicht gehabt, wenn es in Wattenscheid weitergegangen wäre. Aber so muss ich mich der großen Konkurrenz stellen. Es könnte ein Vorteil sein, dass ich flexibel einsetzbar bin, auch im Mittelfeld spielen kann. Ich muss mir meine Position erarbeiten.

Wie tief sind die Abstiegs-Wunden?
Es hat mir schon sehr wehgetan, dass wir aus der Oberliga raus mussten. Hinzu kam, was außerhalb abgelaufen ist. Ohne dieses Theater wären wir dringeblieben. Und im nächsten Jahr wäre unsere Rolle besser gewesen, mit der Truppe hätte man richtig was machen können. Schade, dass sich die Mannschaft, die trotz großer finanzieller Probleme immer Riesen-Charakter gezeigt hat, in alle Winde zerstreut. Aber für viele ist das Vertrauen zerstört, der Vorstand trägt 90 Prozent Schuld am Absturz.

Ist eigentlich das ausstehende Gehalt überwiesen worden?

Nein, wir müssen uns bis Freitag entscheiden, ob wir statt der fünf Zahlungen lediglich drei akzeptieren. Die Vereinbarung müssen alle unterschreiben, was allerdings nicht so einfach sein dürfte, da viele noch im Urlaub sind.

Autor: tt

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