Trotz der Verbannung auf die Ersatzbank will Jens Lehmann offenbar beim Premier-League-Klub Arsenal London bleiben.

Lehmann will Vertrag bei Arsenal erfüllen

ans
15. Januar 2005, 16:53 Uhr

Trotz der Verbannung auf die Ersatzbank will Jens Lehmann offenbar beim Premier-League-Klub Arsenal London bleiben. "Ich werde meinen Vertrag bis 2006 erfüllen", sagte der Nationalkeeper in einem Interview.

Eine "Flucht" zu einem anderen Klub kommt für Jens Lehmann offenbar nicht in Frage. Der deutsche Nationaltorhüter denkt trotz seiner Degradierung zur Nummer zwei beim englischen Meister Arsenal London nicht an einen Vereinswechsel. "Ich werden meinen Vertrag bis 2006 erfüllen. Ich werde kämpfen", sagte Lehmann in einem Interview der Bild am Sonntag.

Lehmann reagierte damit auf Aussagen von Arsenal-Teammanager Arsene Wenger. Der soll dem zuletzt auf die Bank verbannten Keeper laut englischer Zeitungen mitgeteilt haben, dass er kein Ligaspiel mehr für die "Gunners" bestreiten werde und sich einen neuen Verein suchen könne. Wengers neue Nummer 1 ist der Spanier Manuel Almunia.

Wenger will weiter auf Almunia setzen

Lehmann sagt, dass zwischen ihm und Wenger nichts vorgefallen sei. "Ich hatte nie eine Auseinandersetzung mit ihm. Abgesehen von der derzeitigen sportlichen Situation mag ich ihn auch und bin ihm dankbar, dass er mir noch einmal die Möglichkeit gegeben hat, ins Ausland zu gehen." Der Teammanager hätte ihm mitgeteilt, dass er nicht frisch wirke. Daraufhin stellte der Keeper das Training um. Dennoch habe Wenger zuletzt wiederholt, dass er in der Torhüterfrage bei seiner Entscheidung bleibe.

Es sei allerdings nicht sein Stil, einen Vertrag abzusitzen, betont Lehmann: "Ich bin weiter davon überzeugt, bald wieder bei Arsenal im Tor zu stehen." Das muss er auch, schließlich verlangt Bundestrainer Jürgen Klinsmann von seinem Torhüter ab Sommer 2005 einen Stammplatz im Verein.

Es könne überall passieren, dass man mal auf der Bank sitze. Es gebe nur eine Handvoll Klubs von der Klasse wie Arsenal. In England Chelsea, Manchester United und Liverpool, in Spanien Real und Barcelona, in Italien Juventus und Mailand, erläutert Lehmann: "Da wird es nicht einfach, noch mal einen Topklub zu finden." Eine Rückkehr in die Bundesliga will er zwar nicht ausschließen, seine Familie fühle sich in England allerdings sehr wohl.

Lehmann: "Man muß auch Demütigungen verkraften können."

Auch dem Champions-League-Achtelfinale gegen Bayern München, das er im Gegensatz zu seinem großen Rivalen Oliver Kahn voraussichtlich von der Bank oder der Tribüne verfolgen muss, sieht Lehmann gelassen entgegen. "Man muß auch Demütigungen verkraften können." Als 18-Jähriger sei er mit Schalke fast in die dritte Liga abgestiegen und mit Steinen beworfen worden. Bei einem Spiel in Leverkusen hätten ihn die eigenen Fans ausgepfiffen und Trainer Jörg Berger ihm nahegelegt, Schalke zu verlassen. Den AC Mailand habe er nach einem halben Jahr "vielleicht zu schnell" den Rücken gekehrt: "Daraus habe ich gelernt. Auch aus dieser Situation werde ich meine Lehren ziehen."

Autor: ans

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