Das lange Gerangel um die TV-Rechte für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz ist beendet: Für 115 Millionen Euro haben sich die  öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF die deutschen Live-Übertragungsrechte an 27 EM-Spiele gesichert, womit eine Begegnung umgerechnet rund 4,26 Millionen Euro kostet. Bei der WM  2006 hatten ARD/ZDF für 48 Spiele 180 Millionen Euro gezahlt, was einem Preis von pro WM-Begegnung von 3,75 Millionen Euro entsprach.

ARD und ZDF sichern sich EURO-Übertragungsrechte

Einigung um fünf vor zwölf

18. Juni 2007, 14:19 Uhr

Das lange Gerangel um die TV-Rechte für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz ist beendet: Für 115 Millionen Euro haben sich die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF die deutschen Live-Übertragungsrechte an 27 EM-Spiele gesichert, womit eine Begegnung umgerechnet rund 4,26 Millionen Euro kostet. Bei der WM 2006 hatten ARD/ZDF für 48 Spiele 180 Millionen Euro gezahlt, was einem Preis von pro WM-Begegnung von 3,75 Millionen Euro entsprach.

Der Zeitdruck für die Intendanten, die am Montag in Saarbrücken tagten, war erheblich. Am Donnerstag und Freitag treffen im Wiener Messegelände, 300 Meter vom Ernst Happel-Stadion entfernt und bei der EM der Sitz des internationalen TV-Zentrums, erstmals die Rechteinhaber zusammen, um über technische Details zu reden. Nun werden ARD- und ZDF-Vertreter als Rechte-Inhaber dort mit am Tisch sitzen.

Zum Rechtepaket gehören alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft (maximal sechs Spiele), das Eröffnungsspiel, die vier Viertelfinalspiele, beide Halbfinalbegegnungen und das Endspiel. Der Vertrag umfasst auch die Hörfunk-Rechte.

Die vier restlichen der insgesamt 31 EM-Spiele in Österreich und der Schweiz finden aus sportlichen Gründen am letzten Gruppenspieltag zeitgleich statt. Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten aus Deutschland haben bei allen Spielen das Auswahlrecht und können auch zeitversetzte Zusammenfassungen der restlichen vier EM-Partien senden.

ARD/ZDF, die traditionell die EM-Turniere übertragen, hatten über ihre Sportrechte-Agentur SportA lange Zeit nur 90 Millionen Euro für die EM-Spiele im kommenden Jahr geboten. "Die schwierigen Verhandlungen der vergangenen eineinhalb Jahre haben sich gelohnt: Heute ist es gelungen, das Fußball-Highlight des Jahres 2008 für das öffentlich-rechtliche Fernsehen zu vertretbaren Konditionen zu sichern", resümierte ZDF-Intendant Markus Schächter.

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff kommentierte ebenfalls zufrieden: "Die Zuschauer können auch im Jahr 2008 das sportliche Top-Ereignis auf ARD und ZDF verfolgen. Die öffentlich-rechtlichen Sender werden von allen wichtigen Spielen wie gewohnt frei empfangbar und umfassend informieren. Ich freue mich, dass es nach zähem Ringen nun endlich gelungen ist, dieses großartige Sportereignis rechtzeitig und zu vertretbaren Konditionen zu sichern."

Die Vereinbarung wurde unter Führung der SportA-Geschäftsführerin Dagmar Brandenstein verhandelt. Die Aufsichtsgremien von ARD und ZDF müssen der Übereinkunft allerdings noch zustimmen. In den Kernländern waren laut sid-Informationen vom Montagvormittag nur die Rechte im Ausrichterland Österreich und in England noch nicht verkauft.

Nachdem die UEFA den Verkauf der Rechte erstmals an die Agentur Sportfive vergeben hatte, gingen die Vorstellungen in den wichtigen Märkten weit auseinander. Ursprünglich wollte der Rechte-Vermarkter von ARD/ZDF 150 Millionen erlösen, was rechnerisch 4,83 Millionen Euro pro EM-Spiel bedeutet hätte. In schwierigen Verhandlungsrunden wurde eine Annäherung erzielt, allerdings kam der Abschluss erst fünf vor zwölf zustande.

Die Pay-Sender arena und Premiere halten sich mit Angeboten zurück. Bei Exklusivität für lediglich vier Begegnungen, die nicht zu den Top-Spielen gehören, ist das Interesse für ein finanzielles Engagement sehr gering.

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