Während Peter Neururer in den USA fröhlich und zufrieden auf einer Harley-Davidson seinen Urlaub genießt und entspannt dem Sonnenuntergang entgegenfährt, sorgt die „Steilvorlage“ in Sachen Doping in Deutschland für immer weitere Stilblüten. Der ehemalige S04-Trainer hatte von der Einnahme verbotener Mittel am Ende der 80er Jahre in der Bundesliga gesprochen. „Das ist absoluter Quatsch“, entkräftet Günter Schlipper, der von 1989 bis 1990 unter Neururer spielte, die haltlosen Vorwürfe und ungeheuren Aussagen. Er selbst stand am Freitag in der Kritik, weil er einer Hamburger Zeitung die Einnahme von Captagon gestanden haben soll. RevierSport sprach mit dem derzeitigen Trainer des Landesligisten Adler Osterfeld über die Doping-Vorwürfe, Missverständnisse und rechtliche Schritte.

Günter Schlipper revidiert Doping-Aussage / „Nur heiße Luft“

„So lange ich Profi war, war der Fußball sauber“

Andreas Gellert
17. Juni 2007, 19:27 Uhr

Während Peter Neururer in den USA fröhlich und zufrieden auf einer Harley-Davidson seinen Urlaub genießt und entspannt dem Sonnenuntergang entgegenfährt, sorgt die „Steilvorlage“ in Sachen Doping in Deutschland für immer weitere Stilblüten. Der ehemalige S04-Trainer hatte von der Einnahme verbotener Mittel am Ende der 80er Jahre in der Bundesliga gesprochen. „Das ist absoluter Quatsch“, entkräftet Günter Schlipper, der von 1989 bis 1990 unter Neururer spielte, die haltlosen Vorwürfe und ungeheuren Aussagen. Er selbst stand am Freitag in der Kritik, weil er einer Hamburger Zeitung die Einnahme von Captagon gestanden haben soll. RevierSport sprach mit dem derzeitigen Trainer des Landesligisten Adler Osterfeld über die Doping-Vorwürfe, Missverständnisse und rechtliche Schritte.

[i] Hallo Günter Schlipper, was ist denn nun dran an den Vorwürfen und Ihren Aussagen, die durch die Zeitungen und Internetportale geistern?[/i]

Eigentlich gar nichts! Ich bin überrascht. Ich wusste gar nicht, dass ich so gefragt bin. Innerhalb weniger Stunden haben schon 15, 20 Leute angerufen, um Näheres zu erfahren. Sogar hat ein Freund, der derzeit auf Mallorca im Urlaub weilt, hat mich kontaktiert, weil die Deutsche Welle verkündet, dass ich Dopingmittel zu mir genommen habe.

[i]Wie war es denn wirklich?[/i]

Das alles ist ein Missverständnis. Da ist einiges hineininterpretiert worden. In einem Interview des Hamburger Abendblatt bin ich zu den Äußerungen von Peter Neururer befragt worden. Ein Journalist von WDR 3 hat mich ebenfalls interviewt – doch er hat alles korrekt wiedergegeben.
[i]Was haben Sie denn nun wirklich gesagt?[/i]

Dass ich unter der Ägide Neururer nie mit Doping zu tun hatte und auch nie damit in Berührung gekommen bin, wie auch in meiner ganzen Karriere nicht. So lange ich Profi war, war der Fußball sauber. Der Journalist hat mich dann gefragt, ob mir das Mittel Captagon ein Begriff ist. Das habe ich bejaht. Zu meiner Zeit bei Duisburg haben mich auch einige Spieler darauf aufmerksam gemacht. Von unserem Masseur Günther Bruns beim MSV habe ich mir ein- oder zweimal Salztabletten geben lassen. Daraufhin habe ich dem Reporter gesagt, wenn das Captagon war, dann habe ich auch ein- bis zweimal Captagon genommen. Mehr nicht. Er hat das Ganze dann wohl falsch verstanden und so gedreht, wie es jetzt überall zu lesen ist. Deshalb war ich auch vollkommen überrascht, als ich von dieser anderen Version hörte.
[i]Was halten Sie denn generell von Doping im Fußball?[/i]

Wenn das in einer Sportart überhaupt nichts bringt, dann im Fußball. Beim Radfahren oder in der Leichtathletik kann ich das ja vielleicht noch nachvollziehen. Aber gutheißen kann und werde ich Doping überhaupt nicht.
[i] Werden Sie rechtliche Schritte einleiten?[/i]

Nein! Was soll das denn bringen?! Ich werde das alles auf sich beruhen lassen. Auch Peter Neururer rudert ja jetzt schon zurück und beschränkt angeblich seine Aussagen auf die Vereine Essen und Aachen. Da sieht man, dass dies alles nur heiße Luft war.

Autor: Andreas Gellert

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