Die Euphorie über den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga ist bei Hansa Rostock mittlerweile verflogen. Knapp zwei Monate vor der Rückkehr ins Oberhaus tobt an der Ostsee ein interner Machtkampf zwischen Trainer Frank Pagelsdorf und Manager Stefan Studer, bei den Transfers herrscht dagegen Flaute. `Wir haben Manager und Trainer die klare Vorgabe gegeben, bis zum 1. Juli eine bundesligataugliche Mannschaft zusammenzustellen´, sagte Aufsichtsrats-Vorsitzender Horst Klinkmann.

Rostocker Aufstiegseuphorie verflogen

Machtkampf zwischen Pagelsdorf und Studer

13. Juni 2007, 13:43 Uhr

Die Euphorie über den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga ist bei Hansa Rostock mittlerweile verflogen. Knapp zwei Monate vor der Rückkehr ins Oberhaus tobt an der Ostsee ein interner Machtkampf zwischen Trainer Frank Pagelsdorf und Manager Stefan Studer, bei den Transfers herrscht dagegen Flaute. `Wir haben Manager und Trainer die klare Vorgabe gegeben, bis zum 1. Juli eine bundesligataugliche Mannschaft zusammenzustellen´, sagte Aufsichtsrats-Vorsitzender Horst Klinkmann.

Bislang wurde allerdings lediglich Torhüter Stefan Wächter vom Hamburger SV ablösefrei unter Vertrag genommen. Klinkmann ist besorgt: `Am Wochenende sehe ich hoffentlich etwas klarer, was die Neuzugänge betrifft.´ Doch anstatt angesichts derart konkreter Forderungen enger zusammenzurücken, kühlt sich das Verhältnis zwischen Pagelsdorf und Studer weiter ab.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/701-707_preview.jpeg Foto: firo.[/imgbox]
So deckte Studer öffentlich auf, dass er einen weiteren Kandidaten von der Wunschliste des Trainers als Neuzugang hätte präsentieren können. Doch plötzlich kam besagter Spieler für Pagelsdorf nicht mehr in Frage, weil dieser ihm zu langsam sei. Gleichzeitig aber mahnt der gebürtige Hannoveraner Pagelsdorf zur Eile: `Wir hätten viele Dinge eher machen können. Jetzt hinken wir hinterher.´ Machtmensch Pagelsdorf, spätestens seit dem zweitem Aufstieg unter seiner Regie bei den Rostocker Anhängern quasi unantastbar, lässt seine Muskeln spielen.

Vor allem gegen Studer, mit dem er nicht auf einer Wellenlinie liegt. Der ehemalige Hansa-Profi Studer steht unter gehörigem Druck: Seine Zukunft als Manager ist lediglich bis zum Ende des Monats vertraglich gesichert, der Aufsichtsrat will bis dahin mit der Entscheidung über die personelle Besetzung des Hansa-Vorstandes warten. Studer arbeit also auf Bewährung, und das ausgerechnet in der heißen Transferphase und ohne große Unterstützung von Pagelsdorf.

`Für uns alle ist das kein angenehmer Zustand. Die Unsicherheit ist für die tägliche Arbeit nicht förderlich´, meint Vorstandschef Dirk Grabow. Der 36-Jährige hat dem Aufsichtsrat bereits Anfang April mitgeteilt, mit welchen Vorstandsmitgliedern er in den kommenden drei Jahren die Hansa-Kogge führen will. Namen will er zwar nicht nennen, sagt aber: `Ich bin mit der Arbeit von Herrn Studer zufrieden.´ Studer muss jetzt Fakten schaffen. Allerdings kämpft der ehemalige Bankangestellte mit ziemlich stumpfen Waffen um seine Zukunft. Der Etat von 25 Millionen und Verbindlichkeiten von etwa acht Millionen Euro lassen keine großen Sprünge zu, alle Verpflichtungen mit einer Ablöse müssen vom Aufsichtsrat abgesegnet werden.

Am Geld scheiterte bereits die Verpflichtung von U21-Nationalspieler Daniel Schulz vom Regionalligisten Union Berlin, der Hansa bei der Ablöse von 250.000 Euro sogar entgegenkommen wollte, wie Unions Sportdirektor Christian Beeck behauptet. Auch bei der angedachten Vermarktung der Namensrechte für das Ostseestadion ist der Verein noch nicht fündig geworden. Zudem wird händeringend nach einem neuen Hauptsponsor gesucht. Es gibt also eine Menge Arbeit in Rostock. `Ich bin guter Hoffnung, dass in Zukunft alle am selben Strang ziehen´, sagt Vorstands-Chef Grabow, fügt aber ein entscheidendes Detail hinzu, das die Situation bei Hansa gut beschreibt: `Und zwar am selben Ende des Strangs.´

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