In den Kreisligen gibt es viele an türkischen, polnischen, kroatischen und anderen Vereinen. Sie sind keine großen Exoten mehr.

Tamilstars Dortmund

Einmalig in Deutschland

Arthur Makiela
30. August 2014, 09:37 Uhr

In den Kreisligen gibt es viele an türkischen, polnischen, kroatischen und anderen Vereinen. Sie sind keine großen Exoten mehr.

Dieses Team schon: Sie spielen in der Kreisliga B und sind mit zwei Siegen in die Saison gestartet: Die Tamilstars Dortmund. Das Team besteht aus Tamilen, die in Deutschland aufgewachsen sind. Seit 2000 kicken die Jungs zusammen, zunächst als Hobbytruppe, die an verschiedenen tamilischen Turnieren in Deutschland und Europa – Schweiz, England, Frankreich – teilgenommen hat. „Schon 2005 hatten wir die Idee, uns für den Spielbetrieb anzumelden“, erklärt Majouran Jeganathan, der Spielertrainer, Vorstandvorsitzende und Mitbegründer in Personalunion ist. „Doch die Jungs spielten parallel erst in ihren Vereinen und keiner wollte den Schritt wagen.“ Doch 2012 war es dann soweit. Die in Dortmund lebenden Tamilen schlossen sich zu einem eigenen Verein zusammen.

[fieber]211104041;210019;1415[/fieber]
Zwar spielten die meisten wie der Vorstandschef bereits höherklassig, doch für dieses Projekt hatten sie eine besondere Motivation: „Wir stellen die erste tamilische Fußballmannschaft in Deutschland. Wir repräsentieren die Tamilen an sich und das ist schon eine gute Sache“, betont der 27-Jährige. Am Anfang gab es einige Schwierigkeiten: „Die meisten Jungs kennen sich von Kindesbeinen an. Daher war es nicht leicht, Disziplin reinzubekommen.“ Durch Strafen regelte sich auch dieses Problem. Denn Disziplin wird den Tamilstars groß geschrieben: „Unser Bild nach außen hin ist wichtiger als das Ergebnis.“

Das Team wolle eine „faire Truppe“ sei, die auch erfolgreich spielt. Es sei keiner dabei, der sich daneben benimmt. Zumal alle an einem Strang ziehen müssen. „Bei uns ist alles 'selfmade'. Viele Aufgaben sind auf nur wenige Schultern verteilt. Jeder versucht sich bestmöglich einzubringen“, stellt Jeganathan heraus. Der größte Teil der Fans besteht aus Freunden und Familie, was seinen Vorteil hat: „Es ist schon schön, mit seinen engsten Freunden und Verwandten den Sonntagnachmittag zu verbringen.“ Bis auf ein Spiel, wo die Zuschauer von außen her teils „extreme“ Sachen von sich gegeben haben, haben die Tamilen keinen schlechten Erfahrungen mit Anfeindungen gegenüber ihnen machen müssen. Der Spielertrainer gesteht aber ein: „Es gibt ab und an einen Idioten, der einen Spruch raushaut. Doch darüber stehen wir einfach und lassen uns nicht provozieren.“

Knacks nach der ersten Niederlage

Aus rein sportlicher Sicht kann von einer Erfolgsgeschichte gesprochen werden. Gleich in der ersten Saison stieg der Neuling auf. Und dies sogar beeindruckend. Die Bilanz: 20 Siege und vier Unentschieden. Ihre Tordifferenz: 118:23. Umso größer war der Schock in der Kreisliga B. „Nach der ersten Niederlage nach über einem Jahr hatten wir einen Knacks. Das Ziel war der direkte Aufstieg, doch wir haben eine katastrophale Hinserie gespielt“, sagte der Vorstandchef enttäuscht. Der zwölfte Platz entsprach nicht den Vorstellungen. In der Rückserie fand sich das Team wieder und musste lediglich zwei Niederlagen hinnehmen, sodass die Spielzeit auf dem vierten Platz beendet werden konnte.

Nun wollen die Tamilen wieder angreifen. „Der Kader ist gut genug, um aufzusteigen“, so Jeganathan kämpferisch. Aber: „Wenn es am Ende nicht reichen sollte, dann reicht es eben nicht. Wir wollen Spaß an der Sache haben.“ Mit zwei Siegen aus zwei Spielen ist ein perfekter Start geglückt, um in dieser Saison an Aufstieg in die Kreisliga A zu schaffen.

Autor: Arthur Makiela

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren