Für die Herren-Fußballabteilung des ESV Herne lief die Saison 2006/2007 alles andere als erfolgreich. Vergangenen Sommer ist der Verein vom Stadtgarten mit zwei Mannschaften in die Kreisliga B gestartet. Während das zweite Team bereits im Mai vom Spielbetrieb abgemeldet wurde, da die Elf dreimal hintereinander lediglich mit Abwesenheit glänzte, beendete die erste Mannschaft die Saison auf dem zwölften Tabellenplatz. RevierSport online sprach mit dem Vorsitzenden Roland Rolf Richter über das schlechte Abschneiden, die Struktur des Vereins und die Zukunftsplanungen.

Im Interview: Roland Rolf Richter (Vorsitzender ESV Herne)

„Spielermarkt ist verantwortlich für das schlechte Abschneiden“

Desirée Kraczyk
06. Juni 2007, 18:32 Uhr

Für die Herren-Fußballabteilung des ESV Herne lief die Saison 2006/2007 alles andere als erfolgreich. Vergangenen Sommer ist der Verein vom Stadtgarten mit zwei Mannschaften in die Kreisliga B gestartet. Während das zweite Team bereits im Mai vom Spielbetrieb abgemeldet wurde, da die Elf dreimal hintereinander lediglich mit Abwesenheit glänzte, beendete die erste Mannschaft die Saison auf dem zwölften Tabellenplatz. RevierSport online sprach mit dem Vorsitzenden Roland Rolf Richter über das schlechte Abschneiden, die Struktur des Vereins und die Zukunftsplanungen.

RevierSport online: Wie lautet Ihr Fazit nach dieser für den ESV Herne enttäuschend verlaufenden Saison. Was sind die Gründe für das schlechte Abschneiden?

Richter: Für den ESV war es die schlechteste Saison seit zehn Jahren. Die Gründe dafür sind in erster Linie auf dem Spielermarkt zu suchen. Die kleinen Vereine kommen bei den Transfers nicht mehr mit. Das beste Beispiel in unserer Umgebung ist zur Zeit BV Herne-Süd. Da werden horrende Summen gezahlt und so können sie sich ihren Kader zusammenkaufen. Das kann zwar nicht nachgewiesen werden, aber es ist ein bekanntes Problem und Herne-Süd ist auch nur ein Beispiel. Fakt ist, dass die kleinen Vereine chancenlos sind.

RevierSport online: Wie kam es dazu, dass die zweite Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet werden musste?

Richter: Es gibt bei den Fußballern verschiedene Cliquen mit unterschiedlichen Nationalitäten. Wenn einer wegbleibt, haben andere auf einmal auch keine Lust mehr und erscheinen ebenso nicht mehr. Mit diesem Problem haben aber nicht nur wir zu kämpfen, wenn Sie sich anschauen, wie viele Teams im Laufe der Saison abgemeldet werden.

RevierSport online: Wäre es für den Saisonverlauf nicht sinnvoller gewesen, mit nur einer Mannschaft anzutreten?

Richter: Wir haben über 48 Spieler, die können schlecht alle in einem Team auflaufen. Von daher war diese Entscheidung richtig.

RevierSport online: Ihrer Damenmannschaft ist der Aufstieg in die Bezirksliga gelungen. Setzt der ESV verstärkt auf den Frauenfußball?

Richter: Wir haben 140 Fußballerinnen, damit sind die Frauen sogar in der Mehrzahl. Das wir damit richtig fahren sieht man ja an dem Erfolg. Unser Verein ist dadurch stärker gewachsen und mittlerweile haben wir die stärkste Damenabteilung im Kreis.

RevierSport online: Werden mit den Herren in der kommenden Spielzeiten ebenso höhere Spielklassen angestrebt?

Richter: Wir werden wieder mit zwei Teams antreten, eins in der Kreisliga B und das andere in der Kreisliga C. Unsere Erste wurde bereits mit Spielern aus guten A- und B-Ligen verstärkt. Wir peilen als Ziel die ersten fünf Plätze an. In zwei bis drei Jahren wollen wir wieder in der Kreisliga A spielen. Das ist, den Möglichkeiten des ESV entsprechend, die beste Klasse. In der Bezirksliga hätten wir keine Chance. Wir würden es finanziell nicht schaffen und sicherlich würde auch die Unterstützung seitens der Fans nicht ausreichen.

Autor: Desirée Kraczyk

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