Die Bezirksliga 4 startet erst in rund zwei Monaten in die neue Saison, hat aber bereits ihren ersten handfesten Aufreger - obwohl es sich genaugenommen um die Bezirksliga 3 dreht. In der

Bezirksliga 4: ETB-Trainer Patrick Notthoff stocksauer über Ligen-Einteilung

"Das ist eine Riesen-Unsportlichkeit"

Aaron Knopp
04. Juni 2007, 20:45 Uhr

Die Bezirksliga 4 startet erst in rund zwei Monaten in die neue Saison, hat aber bereits ihren ersten handfesten Aufreger - obwohl es sich genaugenommen um die Bezirksliga 3 dreht. In der "Wuppertaler Gruppe" soll in der kommenden Saison neben den Teams aus dem "Bergischen" nämlich auch die Zweite Mannschaft des ETB Schwarz-Weiß Essen antreten. Auf den ersten Blick ein normaler Prozess, mussten doch in den vergangenen Jahren immer wieder Vereine in der ungeliebten Nachbargruppe ran.

Für ETB-Trainer Patrick Notthoff ist die Einteilung jedoch nicht weniger als eine "Riesen-Unsportlichkeit", die den angepeilten Aufstieg seiner Truppe in weite Ferne schweifen lässt. Verantwortlich für die Gruppen-Einteilung: Kreis-Obmann Clemens Lüning, der sich von Notthoff nun scharfe Kritik anhören muss."Hätten wir nicht schon vor zwei Jahren drüben spielen müssen, würde ich mich ja gar nicht beschweren", schnaubt Notthoff, "nun sollen wir aber schon wieder rüber und stattdessen spielen Mannschaften wie Burgaltendorf, Niederwenigern und Kettwig, die viel näher dran liegen, in der Bezirksliga 4. Besonders Kettwig wird jetzt quasi noch dafür belohnt, dass sie die Mannschaft aus der Verbandsliga zurückgezogen haben."

Auch die Erklärungsversuche Lünings stießen dem Ex-Profi sauer auf. "Völlig arrogant, von oben herab", habe dieser die Entscheidung gerechtfertigt, eine Diskussion von vorneherein verneint. "Da fühlt man sich wie ein kleiner Junge und das habe ich nicht nötig. Ich war immer ein fairer Sportsmann und dann muss man so etwas erleben. Vor allem tut es mir aber nicht für mich, sondern für die Jungs leid."

Die haben ihrerseits bereits erste Konsequenzen gezogen. "Mir haben deshalb schon drei Spieler für die neue Saison abgesagt, zwei weitere haben sich Bedenkzeit ausgebeten. Ich stehe also mit einem relativ schwachen Kader da, dabei wollten wir in dieser Saison aufsteigen."

Gegenüber RevierSport online erklärte sich der verantwortliche Obmann. "Hätte ich es mir einfach gemacht, hätte ich den FSV Kettwig in die Gruppe 3 gesteckt, da sie uns ja quasi die Suppe eingebrockt haben, dass die Bezirksliga 4 nun mit 17 Mannschaften und vier Absteigern spielen muss. Der FSV wird aber in der kommenden Saison voraussichtlich Probleme bekommen, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen und es ist gut möglich, dass sie absteigen. Dann hätten wir im schlimmsten Fall sogar fünf Absteiger aus dem Kreis 12 gehabt. Ich habe aber keine große Lust, möglichst viele Absteiger aus dem Essener Raum oder sogar aus einem Kreis zu haben. Der ETB hat hingegen in den letzten Jahren immer oben mitgespielt und ich denke, dass sie sich auch in der Bezirksliga 3 durchsetzen können", erläutert Lüning.

Auch das Argument, dass die Schwarz-Weißen schon in der Vergangenheit in den "sauren Apfel" beißen und in der Bezirksliga 3 antreten mussten, will Lüning nicht gelten lassen. "Sie haben zwar in der Wuppertaler Gruppe gespielt, aber als eine von insgesamt fünf Essener Vereinen. Das wird immer vergessen."

Besondere Brisanz erhält der Zwist zudem vor dem Hintergrund, dass Lüning Mitglied beim SuS Haarzopf ist - einem der Aufstiegsfavoriten der Bezirksliga 4. Wurde mit dem ETB auf diesem Wege also kurzerhand ein potentieller Konkurrent aus dem Weg geräumt? Schließlich belegte die Elf vom Uhlenkrug in der Abschlusstabelle der abgelaufenen Saison Rang zwei. "Man muss natürlich vorsichtig sein, aber es bekommt vor diesem Hintergrund schon einen komischen Beigeschmack", schüttelt Notthoff den Kopf. Kurios: Lüning stand der Presse am Wochenende für keine Stellungnahme zur Verfügung, "weil er mit Haarzopf auf Saison-Abschlussfahrt war", ätzt Notthoff.

Für Lüning sind die Vorwürfe jedoch völlig haltlos. "Vor zwei Jahren musste mit SuS Haarzopf mein eigener Verein schließlich auch als einzige Mannschaft in der Duisburger Gruppe antreten. Damals ist dann genau so argumentiert worden, angeblich hätte ich Haarzopf so eingeteilt, weil dort bessere Aufstiegschancen bestünden. Ich bin es allmählich leid, egal wie ich einteile - immer wird gemeckert. Diesen Ärger haben wir nur in Essen, weil die Leute meinen, sie hätten ein Recht darauf, in einer Essener Gruppe zu spielen. Die Oberhausener fahren zum Beispiel weit bis zu Niederrhein rauf, da meckert keiner." Trotz der Vorwürfe hat sich Notthoff aber mit der "Abschiebung" arrangiert, will keinen Einspruch gegen die Einteilung erheben: "Das ist ohnehin zwecklos, es steht ja schon auf der Website des Kreises, dass diese Entscheidung 'unantastbar' ist."

Autor: Aaron Knopp

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