Erst im Sommer 2011 gelang Nievenheim der Sprung in die Landesliga. Im ersten Jahr unter Trainer Marko Niestroy reichte es nun direkt zum Aufstieg in die Oberliga.

VdS Nievenheim

„Frisch, fröhlich, frei“ ins Abenteuer

01. Juli 2014, 08:46 Uhr

Erst im Sommer 2011 gelang Nievenheim der Sprung in die Landesliga. Im ersten Jahr unter Trainer Marko Niestroy reichte es nun direkt zum Aufstieg in die Oberliga.

Wie Niestroy, der sich mit seiner Frau in Las Vegas vom Trubel rund um den Aufstieg erholte, glaubhaft versichert, hatte Nievenheim den Aufstieg um die Ostertage schon abgehakt: „Wir haben zu viele Punkte liegengelassen und wollten eigentlich nur noch den zweiten Platz sichern.“

Warum sich nach dem gelungenen Turnaround dennoch kein Verantwortlicher gegen den Aufstieg sträubte, erklärt der Sportliche Leiter Rudi Nicklas einleuchtend: „Wir haben ja absolut nichts zu verlieren, denn wenn es nicht reichen sollte, dann lassen die Jungs uns nicht im Stich. Da bin ich mir sicher. Wir wollen einfach Spaß haben und frisch, fröhlich und frei aufspielen.“

Um die „sensationelle Kameradschaft“ im Team nicht zu gefährden, stehen mögliche Neuzugänge unter besonderer Beobachtung. Die Spieler müssten nicht nur sportlich, sondern vor allem menschlich passen, meint Nicklas.

Unterschiedliche Gehälter? Gibt es nicht!

Fünf Spieler sind unter diesen Gesichtspunkten für passend befunden worden, [person=8543]Samir Saysay[/person] (SV Uedesheim) ist mit seinen 26 Jahren schon der älteste Neue. [person=5944]Nils Dubbert[/person] (Fortuna Köln), [person=8528]Patrick Wesoly[/person] (SC Kapellen-Erft), [person=9252]Jimmy Mbiyavanga[/person] (Sportfreunde Troisdorf) und [person=15250]Pascal David Tonou[/person] (RW Oberhausen U19) komplettieren das Quintett.
„Das sind alles junge Burschen aus der Region, der Jimmy hat mit zehn Minuten schon die längste Anfahrt zum Training“, macht Nicklas deutlich und ergänzt: „Sie passen menschlich zu uns und werden uns sportlich ergänzen.“

Neid war bislang ein Fremdwort beim VdS Nievenheim und damit das auch so bleibt, hat sich Nicklas etwas einfallen lassen. „Hier kann kein Spieler reich werden. Zu uns passt nur, wer sich mit dem Verein identifziert. Deshalb bekommen bei uns alle Spiele exakt das gleiche Gehalt“, stellt er klar. In den Verhandlungen mit neuen Spielern bringt Nicklas das Thema stets offen auf den Tisch. „Wer sich dafür nicht begeistern kann, der kann gleich wieder gehen.“

Auch die Tatsache, dass nur vier Spieler aus dem Aufstiegskader beim Trainingsauftakt am 30. Juni nicht mehr am Ball sein werden, könnte ein Zeichen für den besonderen Zusammenhalt sein.

Niestroy denkt über Änderungen nach

Während es [person=10483]Marcel Poullie[/person] zur SG Kaarst zieht, sind [person=20900]Matthias Labusga[/person] und [person=9657]Kevin Schmidt[/person] noch ohne neuen Verein. Ein Sonderfall ist [person=8547]Kevin Wagner[/person] – der 25-Jährige angehende Arzt ist beruflich mindestens vier Monate am Bundeswehrstandort in Regensburg eingespannt. „Kevin wird dort seinen Abschluss machen. Er bleibt dem Verein aber erhalten und wird nach seiner Rückkehr wieder am Trainingsbetrieb teilnehmen“, erklärt der Sportliche Leiter Nicklas.

[infobox-right]Kader VdS Nievenheim
Tor: Kelvin Sanchez del Villar, Fabian Ritterbach.
Abwehr: Dennis Buttchereit, Nils Dubbert (Fortuna Köln), Daniel Dünbier, Jimmy Mbiyavanga (Sportfreunde Troisdorf), Tim Rohde, Stephan Volk, Sascha Pelka, Patrick Wesoly (SC Kapellen-Erft), Mehmet Yilmaz.
Mittelfeld: Sa Franciamore, Salva Franciamore, Johannes Meuter, Simon Müller, Kai Pelzer, Samir Saysay (SV Uedesheim), Pierre Schnock.
Angriff: Kevin Buttchereit, Ronny Frohs, Alexander Hauptmann, Swen Rommerskirchen, Kevin Scholz, Pascal David Tonou (Rot-Weiss Oberhausen U19).
Abgänge:Matthias Labusga, Kevin Schmidt (beide Ziel unbekannt), Marcel Poullie (SG Kaarst), Kevin Wagner (pausiert aus beruflichen Gründen).
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Sein Trainer hat sich in der trainingsfreien Zeit intensiv Gedanken darüber gemacht, wie er sich das Spiel seiner Mannschaft künftig vorstellt. Nievenheim werde vom ersten Spieltag an nur gegen den Abstieg spielen, übt sich Niestroy in Understatement und erklärt: „Bisher haben wir ein brutales Pressing gespielt, sind sofort vorne draufgegangen.“ Dass sich daran etwas ändern wird, ist für den Linienchef klar. „Wir werden unser Spiel etwas ändern, sonst werden wir in der Oberliga abgeschossen.“

Im bevorzugten 4-2-3-1-System wird auch in der neuen Spielzeit Stürmer [person=13928]Alexander Hauptmann[/person] eine Hauptrolle einnehmen. 25 Tore erzielte der ebenso alte Torjäger in der Landesliga – und das mit einem angerissenen Kreuzband. Damit bringt er seinen Trainer immer noch zum Staunen: „Alex war bei mehreren Ärzten, die ihm zu einer Operation geraten haben. Irgendwann hat er dann einen Arzt gefunden, der meinte, seine Muskulatur wäre stark genug, um eine Heilung ohne OP zu ermöglichen.“ Niestroy erklärt deshalb augenzwinkernd, Hauptmann sei ein „positiv Verrückter“. „Dem kannst du ins Bein schießen, dann läuft er immer noch einen Marathon.“ Tugenden dieser Art würden Nievenheim in der Oberliga sicherlich gut zu Gesicht stehen. Dennoch möchte Niestroy keinen Spieler allzu sehr hervorheben, denn das Kollektiv solle auch weiterhin im Mittelpunkt stehen, betont der 38-Jährige.

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