Die Krise beim AS Rom, der bis auf Rang 15 der Serie A zurückgefallen ist, verschärft sich.

AS Rom rutscht weiter ab

er
15. November 2004, 11:38 Uhr

Die Krise beim AS Rom, der bis auf Rang 15 der Serie A zurückgefallen ist, verschärft sich. "Wir sind eine Mannschaft ohne Identität und ohne Persönlichkeit", meinte sogar Kapitän Francesco Totti nach dem 0:1 in Reggina.

Der italienische Vizemeister AS Rom kommt einfach nicht aus der Krise. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nach dem 0:1 bei Reggina Calcio mit 13 Punkten auf den 15. Tabellenplatz der Serie A abgerutscht, aus den letzten acht Meisterschaftsspielen nur neun Zähler. In der Champions League ist der Traditionsverein, zu Saisonbeginn genau 26 Tage von Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler betreut, in der Leverkusen-Gruppe mit nur einem Punkt aus vier Spielen ebenfalls schon ausgeschieden.

Totti: "Schlimmste Phase in 13 Jahren

Die Mannschaft von Trainer Luigi Del Neri, der vor zwei Monaten die Völler-Nachfolge angetreten hatte, spielte gegen Reggina ohne Ideen und Strategie. "Tiefste Krise bei AS Rom, der Klub löst sich immer mehr auf", kommentierte die italienische Sporttageszeitung Gazzetta dello Sport.

"Wir sind eine Mannschaft ohne Identität und ohne Persönlichkeit. Dies ist die schlimmste Phase in den 13 Jahren, die ich bei AS Rom verbracht habe", sagte Kapitän Francesco Totti. Die Mannschaft wurde am Ende des Spiels von den eigenen Tifosi mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet.

Baldini steht hinter Del Neri

Trainer Del Neri gerät derweil arg unter Druck, sogar über eine Entlassung des Chefcoaches wird spekuliert. "Seine Strategie überzeugt nicht, er versucht ohne Erfolg eine lahme Mannschaft zu motivieren. Die Tatsache, dass einige Spieler fehlten, ist keine Entschuldigung", kommentierte die Tageszeitung Corriere dello Sport.

"Unsere Position in der Tabelle beunruhigt uns. AS Rom muss für einen Neubeginn arbeiten, um sich von einer unerträglichen Lage zu erholen. Del Neri ist wegen der Situation besorgt, es ist jedoch undenkbar, dass er uns verlässt", äußerte AS-Rom-Sportdirektor Franco Baldini und trat einer Trennung von Del Neri entgegen. Er verteidigte gleichzeitig die Spieler. Man dürfe nicht übersehen, dass der Klub neun Verletzte habe, meinte Baldini, der vor zwei Wochen wegen der schwierigen Lage des Klubs seinen Rücktritt angeboten hatte. Dieser war jedoch vom Klub abgelehnt worden.

Autor: er

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