Eine spannendere Dramaturgie wäre wohl selbst Alfred Hitchcock nicht so leicht aus der Feder gesprungen. Denn der aktuelle Abstiegskampf ist an Nervenkitzel kaum noch zu überbieten. Mit dem VfB Hüls hat zwar bereits ein Club seit Wochen das Verbandsliga-Ticket gelöst, doch zwei Spieltage vor Schluss zittern mit Erkenschwick, Oestrich, Ahlen II, Emsdetten, Hamm und Wattenscheid noch sechs Teams um den Klassenerhalt. RevierSport nimmt den Abstiegskampf unter die Lupe.

Ahlen II wird im Abstiegs-Kampf zum Buhmann

Hamms "Fluch der Karibik"

hb
28. Mai 2007, 16:33 Uhr

Eine spannendere Dramaturgie wäre wohl selbst Alfred Hitchcock nicht so leicht aus der Feder gesprungen. Denn der aktuelle Abstiegskampf ist an Nervenkitzel kaum noch zu überbieten. Mit dem VfB Hüls hat zwar bereits ein Club seit Wochen das Verbandsliga-Ticket gelöst, doch zwei Spieltage vor Schluss zittern mit Erkenschwick, Oestrich, Ahlen II, Emsdetten, Hamm und Wattenscheid noch sechs Teams um den Klassenerhalt. RevierSport nimmt den Abstiegskampf unter die Lupe.

Erkenschwick (12. Platz, 37:49 Tore, 35 Punkte):

Seit acht Spielen in Folge ist die Spielvereinigung mittlerweile ungeschlagen und noch immer muss Trainer Manfred Wölpper zittern. Zum einen ist das ein Indiz für die ausgeglichene Lage im Kellerkampf. Auf der anderen Seite ist dies auch ein Spiegelbild für die desolate Hinrunde. Doch daran verschwenden die Erkenschwicker keinen Gedanken mehr, denn die Formkurve zeigt steil nach oben. Und mit einem Dreier in Delbrück können die Korken knallen. "Das wäre fantastisch, denn ich will unbedingt ein Finale am letzten Spieltag gegen RW Ahlen II vermeiden", macht Wölpper seine Ambitionen deutlich.

SF Oestrich (13., 36:58, 35):

Der Aufsteiger hat sich während der gesamten Spielzeit immer knapp über dem ominösen Strich befunden. Trainer Oliver Ruhnert hat es mit seinen Oestrichern verstanden, den Sportfreunden im Kellerkampf eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Denn mit einem Sieg am morgigen Montag in Ahlen wäre der Klassenerhalt perfekt. "Und davon gehe ich aus", ist SFO-"Boss" Rainer Schmitt optimistisch. Kein Wunder, denn die gesamten Planungen für die neue Saison liegen auf Eis. Selbst der Coach hat seinen Wilhelm noch nicht unter den Vertrag gesetzt. "Das sind aber nur Kleinigkeiten, Olli will uns doch gar nicht verlassen", meint Schmitt, seinen Linienchef genauestens zu kennen. "Es wird sich am Montag eine Menge in Wohlgefallen auflösen, denn dann können unsere Vorgaben abgeschlossen werden." Dass die Rot-Weißen derzeit eifrig Spieler einsetzen und in der Liga den größten Verschleiß haben, stößt auch Schmitt negativ auf: "Ich kann das nicht nachvollziehen, wie viele Akteure die ständig bringen. Das ist Wettbewerbsverzerrung. Aber wir werden ein Auge darauf haben."

RW Ahlen II (14., 32:49, 31):

Ein Faustpfand für die Münsterländer ist der Zuliefer-Prozess von "oben": Martin Stahlberg, Jupp Laumann, zwischenzeitlich sogar Ex-Nationalspieler Musemestre Bamba – es floss einiges an Substanz. Allerdings auch umgekehrt: So wanderte Kapitän Ole Kittner in die "Erste". Trainer Manfred Christel gibt zu bedenken: "In der Winterpause wurde sogar eine Abmeldung der Reserve thematisiert. Dass wir angesichts des kleinen Kaders und der schweren Situation überhaupt noch so im Geschäft sind, ist an sich schon sensationell."

SV Emsdetten (15., 45:65, 31):

Wenn der SV Emsdetten am morgigen Montag beim VfL Bochum II gestiert, ist es für die 05er ein echtes Finale. Denn nur mit einem Sieg kann sich Emsdetten vor dem letzten Auftritt noch etwas Luft verschaffen. Doch der SVE ist extrem auswärtsschwach, hat in dieser Saison erst einmal dreifach in der Fremde gepunktet. Die Mannen von Coach Bernd Kipp haben aber schon im Vorfeld den Kaffee auf. Denn mit Frank Perschke kommt der Schiedsrichter erneut aus Hamm. Die Verantwortlichen wollen dem Verband nichts unterstellen, finden die Situation aufgrund des brisanten Abstiegskampfes gegen Hamm allerdings fragwürdig.

Hammer SpVg (16., 37:57, 31):

31 Spieltage lang hielt sich der Aufsteiger mal mehr und mal weniger deutlich über dem Strich. Seit der 1:2-Niederlage am letzten Sonntag gegen Ahlen steht die HSV nun erstmals in dieser Saison auf einem Abstiegsplatz. Kein Grund für Trainer Wolfgang Sandhowe, seinen Optimismus zu verlieren. "Ich wiederhole gerne das, was ich schon vor Wochen gesagt habe: Wir steigen nicht ab!", ist der Hammer Coach von seiner Truppe überzeugt.
Um in der entscheidenden Phase den Teamgeist zu stärken, ging die gesamte Mannschaft mit ihrem Coach am Donnerstagabend ins Kino, sah den Piratenfilm "Fluch der Karibik 3". Die Vorstellung im Hammer "Cinemaxx" ging bis kurz vor Mitternacht, spätestens seitdem haben die Rot-Weißen die Messer für den Klassenkampf gewetzt. "Normalerweise liege ich um diese Zeit schon im Bett, doch die gemeinsame Aktion war wichtig und hat Spaß gemacht", rasselt "Sandy" mit dem Säbel. "Aber mit Johnny Depp möchte ich keinen von uns vergleichen."

SG Wattenscheid (17., 47:69, 28):

Seit Monaten befindet sich der einstige Bundesligist in der Gefahrenzone, so bleibt es auch bis zum letzten Spieltag. Trainer Dirk Helmig: "Ich glaube nach wie vor an die Mannschaft, sie hat trotz der Schwierigkeiten, die es hier außerhalb des Platzes gibt, Charakter bewiesen und immer hundertprozentig mitgezogen. Selbst bei einem Sieg über Münster hätten wir Montag in Rheine nachlegen müssen, also hat sich an der Grund-Voraussetzung nichts geändert." Wattenscheid muss bei der Eintracht, die für Helmig eine Art Vorbild-Charakter besitzt, weil sie sich aus dem Abstiegs-Knoten befreit hat, die Weiche stellen. "Wenn wir es am letzten Spieltag gegen Schalke aus eigener Kraft packen könnten, wäre das eine optimale Situation. Dafür werden wir alles tun", sagt Helmig.

Autor: hb

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