Als 1963 die Deutsche Bundesliga startete, stand mit Horst Gecks beim Meidericher SV, dem heutigen MSV Duisburg, ein Spieler auf dem Platz, der bis zum Alter von 50 Jahren in der Landesliga kickte. Aber nicht nur als Akteur konnte sich der 64-Jährige einen Namen machen. Auch als Trainer hat er gezeigt, wie man erfolgreich arbeitet. Eigentlich hatte Gecks 2005 seine Trainerkarrierre beim Kevelaerer SV beendet. Doch in der abgelaufenen Saison stand sein Club in der Bezirksliga ganz weit unten. So musste man den ehemaligen Profi nicht lange bitten noch einmal als Mann an der Linie zu arbeiten. Gecks äußert sich zu dem, was er veränderte, zu seiner Trainerphilosophie, zum MSV Duisburg und zu der Tatsache, dass man niemals nie sagen sollte.

Im Interview: Horst "Pille" Gecks (ehemaliger Trainer Kevelaerer SV)

"Wer Ehrgeiz zeigt, wird belohnt"

Heiko Gaeb
28. Mai 2007, 12:36 Uhr

Als 1963 die Deutsche Bundesliga startete, stand mit Horst Gecks beim Meidericher SV, dem heutigen MSV Duisburg, ein Spieler auf dem Platz, der bis zum Alter von 50 Jahren in der Landesliga kickte. Aber nicht nur als Akteur konnte sich der 64-Jährige einen Namen machen. Auch als Trainer hat er gezeigt, wie man erfolgreich arbeitet. Eigentlich hatte Gecks 2005 seine Trainerkarrierre beim Kevelaerer SV beendet. Doch in der abgelaufenen Saison stand sein Club in der Bezirksliga ganz weit unten. So musste man den ehemaligen Profi nicht lange bitten noch einmal als Mann an der Linie zu arbeiten. Gecks äußert sich zu dem, was er veränderte, zu seiner Trainerphilosophie, zum MSV Duisburg und zu der Tatsache, dass man niemals nie sagen sollte.

RevierSport online: Herr Gecks als Sie das Ruder beim Kevelaerer SV erneut übernahmen, stand der Club ganz unten. Was haben Sie gemacht, dass Sie am Ende der Saison mit einem beruhigenden Polster von zehn Punkten auf einen Abstiegsplatz da standen?

Gecks: Meine beiden Nachfolger Stefan Molderings und Bernd Yzerman hatten nach meinem Abschied 2005 als Spielertrainer gearbeitet. Das hat auch gut geklappt, doch zur neuen Spielzeit wollten sie sich ganz auf das Amt des Coaches konzentrieren. Und dadurch hat dann auf dem Platz etwas gefehlt: Die Routine.

RevierSport online: Dann haben Sie die beiden als Spieler wieder reaktiviert und Sie standen an der Linie?

Gecks: Das ist korrekt. Statt zwei Trainingseinheiten, haben wir drei absolviert. Das ist in der Bezirksliga wichtig. Desweiteren ist die Beteiligung an den Übungseinheiten sehr wichtig. Wer meint nicht regelmäßig unter der Woche zu erscheinen, kann auch in der zweiten Mannschaft spielen. Die ist in der Kreisliga B und da kann man auch mal den Schlendrian raushängen lassen.

RevierSport online: Das klingt sehr streng. Sind Sie noch ein Coach der alten Schule?

Gecks:In meinem Alter ist es ja normal, dass ich zur alten Garde gehöre. Ich habe als ehemaliger Fußball-Profi eine professionelle Einstellung dem Sport gegenüber und denke, dass ich das auch ab der Bezirksliga von den Spielern verlangen kann. Ausschweifende Parties am Wochenende vor Spielen akzeptiere ich jedenfalls nicht. Dennoch bin ich den Kickern gegenüber eher der väterliche Typ, die jederzeit zu mir kommen können und in Sonderfällen, wenn ein besonderer Anlass vorliegt, auch mal grünes Licht für eine längere Feier am Samstag erhalten. Sie sind ja für sich selbst verantwortlich. Kommunikation ist auf jeden Fall auf und neben dem Platz unabdingbar.

RevierSport online: Und nun ist Ihre Trainerkarriere endgültig beendet?

Gecks: Erst einmal ja. Man soll zwar niemals nie sagen, aber mit ich habe das Ruder jetzt an Hans-Gerd Brouwers, der vom SV Issum kommt, übergeben und hoffe ihm ein gereiftes Team zu überlassen.[infobox-right]Zur Person:

geboren: 18. September 1942

Seine Karriere begann Gecks beim Meidericher SV. Weitere Stationen: Kickers Offenbach, Rot-Weiss Essen und ETB Schwarz-Weiß Essen, wo er 1975 seine Laufbahn als Profi beendete. Seinen größten Erfolg als Spieler feierte Gecks mit dem damaligen Zweitligisten kickers offenbach, als er sich im Finale gegen den Erstligisten 1. FC Köln durchsetzen konnte und dabei das entscheidende Tor selbst erzielte. Heute lebt der 64-Jährige in der Stadt Kevelaer am Niederrhein, wo er einen Sportladen betreibt.

Den Spitznamen "Pille" gab ihm schon früh sein damaliger Coach Willi Multhaup, der den Laufstil mit einer "Pilleente" verglich.
Noch heute kickt Gecks am liebsten mit alten Vereinskameraden selbst.[/infobox]

RevierSport online: Aber Sie werden dennoch weiterhin die Spiele vom KSV verfolgen?

Gecks: Natürlich. Das Interesse bleibt immer da. Ich werde mit meinen Jungs jetzt erst einmal zum Saison-Abschluss zum Ballermann reisen und dort aufpassen, dass sie es nicht zu bunt treiben. (lacht) Ich freue mich aber auch schon darauf am Wochenende mehr Zeit zu haben und auch die Entwicklung des MSV in der Bundesliga intensiv zu verfolgen.

RevierSport online: Bleibt der MSV auch über diese Spielzeit hinaus erstklassig?

Gecks: Das wird ein ganz schweres Jahr, aber noch ist Zeit gute Transfers zu tätigen, denn mit dem aktuellen Kader hat der Verein keine Chance, die Klasse zu halten. Da fehlt es in einigen Mannschaftsteilen an Klasse und Schnelligkeit. Aber ich drücke meinem Verein alle Daumen und werde ihnen auch in der Arena einen Besuch abstatten. Es ist schon toll, in was für einem Stadion der MSV da spielt. Das hätte ich früher auch gerne gehabt. Alleine das sollte jedem Akteur ausreichend Anreiz geben alles für den Verein und das Publikum zu geben.

Autor: Heiko Gaeb

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