Aus und vorbei. Für Philipp Heerwagen brach am letzten Sonntag mit dem Abstieg aus der zweiten Liga eine kleine Welt zusammen:

Jaroslav Drobnys Fußstapfen sind groß

Philipp Heerwagen kommt ohne Illusionen zum VfL

28. Mai 2007, 10:34 Uhr

Aus und vorbei. Für Philipp Heerwagen brach am letzten Sonntag mit dem Abstieg aus der zweiten Liga eine kleine Welt zusammen: "Daran habe ich auch heute noch zu knabbern." Kein Wunder. Immerhin hat der Goalie mehr als elf Jahre das Trikot der Spvgg. Unterhaching getragen, unterbrochen von vier Jugendjahren beim FC Bayern. Heerwagen: "Wir haben einfach auswärts nicht überzeugen können." Der Keeper hatte sich schon Anfang des Jahres zu einem Wechsel nach Bochum entschieden. "Schon bei meinem ersten Besuch in Bochum im Dezember hatte ich ein sehr gutes Gefühl. Bevor wir überhaupt über Zahlen gesprochen haben, war mir schon klar, das Bochumer Angebot passt am besten."

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/815-821_preview.jpeg Bochums bisherige Nr.1......[/imgbox]

Vielleicht auch, weil Philipp Heerwagen gleich die familiäre Atmosphäre in Bochum zu schätzen lernte: "Das war auch die Stärke in Unterhaching. Allerdings hat die ganze Infrastruktur des VfL doch eine andere Dimension."

Im Moment nimmt der 24-jährige Keeper Abschied von München, kommt am heutigen Montag nach Bochum, um sich bei einem Blitzbesuch ein paar Wohnungen anzusehen, ehe er vom 1. bis zum 11. Juni mit Freundin Lena nach Florida fliegt. Natürlich hat Philipp Heerwagen in den letzten Tagen verfolgt, dass die Torhüterposition beim VfL nach dem Verlust von Jaroslav Drobny derzeit vakant ist. Doch Illusionen, dass er jetzt etwa einen Stammplatz sicher hätte, gibt er sich nicht hin: "Ich nehme es, wie es kommt. Ich gehe aber davon aus, dass der VfL noch einen weiteren Torhüter holt."

Nachdem der Keeper eigentlich gut in die Saison startete, sah man in der Rückrunde schon den einen oder anderen Patzer. Heerwagen auf Erklärungssuche: "Für Unterhachinger Verhältnisse war die Hölle los, als ich meinen Wechsel nach Bochum bekannt gab. Plötzlich war ich kein echter Hachinger mehr, attackierte mich auch der Vorstand. Ich muss zugeben, dass mich diese schwierige Situation unvorbereitet traf und sich auch auf meine Leistung auswirkte." Doch betrachtet man die ganze Saison, so gehörte Heerwagen durchaus zu den besten Torhütern der zweiten Liga. Und er ärgert sich: "Der Abstieg war völlig überflüssig. Ich glaube, wir haben acht oder zehn Spiele mit 0:1 verloren. Das ist der Wahnsinn."[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/685-690_preview.jpeg ...und sein Nachfolger Philipp Heerwagen. (Fotos: Firo)[/imgbox]

Obwohl er sich ganz auf die Spielvereinigung konzentriert hat, fieberte er auch mit dem VfL, auch wenn er feststellt: "Ich hätte auch beim Abstieg des VfL kein Problem gehabt. Das ist ein so gut geführter Verein. Dann hätte ich eben ein Jahr später in der ersten Liga gespielt." Jedenfalls sieht er den Wechsel nach Bochum als einen weiteren Karriereschritt und lobt seine zukünftigen Kollegen: "Die können stolz auf die Rückrunde sein und sich auf die Schulter klopfen. Fast hätte es ja sogar für den UI-Cup gereicht." Natürlich weiß Heerwagen, dass nach dem Verlust von Gekas, Misimovic und Drobny der VfL vor einem weiteren schweren Jahr steht. Doch schränkt er ein: "Wer steht denn in der kommenden Spielzeit nicht vor einem schweren Jahr?"

Besonders hat ihn in den letzten Wochen gefreut, wie sehr sich der VfL schon vorzeitig um seinen neuen Torwart gekümmert hat. Heerwagen: "Torwarttrainer Peter Greiber hat jede Woche mit mir telefoniert, sich nach mir erkundigt und mir Mut gemacht. Auch mit Marcel Koller habe ich einige Telefonate geführt." Nun will Philipp Heerwagen in Bochum überzeugen und er weiß: "Nach dem Fortgang von Drobny wird es sicherlich nicht leicht, in seine Fußstapfen zu treten."

Autor:

Kommentieren