Personelle Prognosen! Aus denen müssen ganz schnell Fakten geschaffen werden, wenn RWE nicht hinter der Musik herrennen will. Denis Epstein, der nach Köln (Vertrag bis 2008) zurückkehrt:

Keeper-Rolle besetzt: Masuch hat Vertrag bis 2008

Doppelter Lorenz soll gelten

Oliver Gerulat
27. Mai 2007, 14:04 Uhr

Personelle Prognosen! Aus denen müssen ganz schnell Fakten geschaffen werden, wenn RWE nicht hinter der Musik herrennen will. Denis Epstein, der nach Köln (Vertrag bis 2008) zurückkehrt: "Alles Reden bringt doch nichts. Man ist in Duisburg nicht runter gegangen, sondern irgendwann vorher. Aber da fragt jetzt keiner mehr nach." Das Leihgeschäft Epstein war eher ein Schlag ins Wasser. "Es hat gut begonnen in Essen, ich habe mich auch wirklich wohl gefühlt", wiegelt der 21-Jährige nicht ab, "später habe ich mich mit dem Coach auch nicht mehr so verstanden." Er war nicht alleine.

Lorenz-Günther Köstner ist weg, natürlich muss Epstein auf Nachfrage sagen: "Ein Verbleib hätte nichts mit dem Trainerwechsel zu tun, ich würde mir eine solche Sache natürlich überlegen. Man kann über alles reden."[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/136-2164_preview.jpeg Nichts hören, nichts sehen: Dennis Epstein (l.) verstand sich am Ende nicht mehr mit Trainer Lorenz-Günther Köstner - und räumte dies auch ein. (Foto: firo)[/imgbox]

Barbaros Barut, ausgeliehen von Fürth, spricht anders über Köstner, er lief permanent auf. "Ich habe alles, was in meiner Macht steht, abgerufen. Ich habe kein Tralala gemacht. Natürlich muss mindestens Liga zwei mein Ziel sein, schließlich habe auch ich vor, irgendwann einmal oben zu spielen." Serkan Calik geht genau wie Kumpel Baris Özbek, der Stürmer meint: "Ich bin mit RWE jetzt zweimal innerhalb von drei Jahren abgestiegen. Das ist doch ganz bitter, wenn man sich vor allen diese Kulisse anschaut." Özbek mit sichtlich leerem Blick: "Mir tut das persönlich auch unheimlich weh, ich war vier Jahre beim Club. Es fällt mir schwer, alles zu begreifen, wir habe besprochen, wir wollten es schaffen." Profifußball, Özbek nickt ab: "Ja, ich werde den Club verlassen."

Michael Lorenz war nach dem MSV-Match kaum ansprechbar, sein Bruder Stefan musste mit Weinkrämpfen ein Interview abbrechen - zwei Akteure, die man als prädestiniert für die Hafenstraße bezeichnen muss. "Ich hatte eine völlige Leere im Kopf", schüttelt Michael mit dem Kopf, "das war und ist schwer in Worte zu fassen. Was macht schon diese eine Minute gegen Burghausen? Letztendlich kann man die ganze Saison jetzt aufrollen, alles muss analysiert werden."

Irgendwo ist der Ex-Paderborner auch stocksauer: "Uns Spielern bringt das momentan gar nichts, wir hatten beim MSV noch die Möglichkeit, es zu schaffen. Mit einem Remis wären wir durch gewesen." Schon vorab lag ein RWE-Angebot vor, den auslaufenden Kontrakt um zwei Jahre zu verlängern. "Ich habe im Vorfeld alles abgeblockt. Wir konzentrierten uns völlig auf das Finale, wir wollten noch einmal alles abrufen." Alles belastend. "Meine Frau ist zuhause schon Sturm gelaufen, sie konnte noch weniger schlafen als ich. Ich brauchte die Fixierung." [imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/137-2165_preview.jpeg Bleibt wohl in Essen: Daniel Masuch. (Foto: firo)[/imgbox]

Schlecht stehen die Chancen nicht, den Mittelfeldakteur zu halten, der Bruder hat bekanntlich noch einen Kontrakt: "Wir sitzen zusammen, mit der Familie und dem Verein. Der Club muss jetzt etwas auf die Beine stellen, es wird intensiv sondiert. Ich habe mir erst seit Montag Gedanken über eine potenzielle Zukunft gemacht."

Ein Keeperproblem hat RWE in Liga drei nicht! Daniel Masuch, bislang hinter Karim Zaza, dessen Vertrag nur für Liga zwei gilt, der für Klasse drei auch nicht zur Verfügung steht, die Nummer zwei, wurde vor seiner Verpflichtung als einer der besten Keeper der Regionalliga Nord ausgerufen. Damals beim Absteiger RW Oberhausen. "Das hatten wir uns anders vorgestellt, alles ist zerplatzt, jetzt stehen wir da." Masuch zuckt mit den Schultern: "Der Vorstand weiß jetzt genau, wo es hin läuft. Es muss immer weiter gehen. Die Truppe muss vernünftig zusammengestellt werden."

Was der gebürtige Duisburger einräumt: "Im Rückblick wird es einem bewusst, welche Gratwanderung es wirklich war, alleine schon dieses späte Gegentor im Spiel gegen Burghausen." Sein Fazit: "Das ist alles sehr, sehr bitter." Sein Vertrag gilt bei RWE auch für die dritte Liga. "Ich sehe auch keinen Grund, dass ich diese Vereinbarung irgendwie anzweifeln sollte." Übersetzt: Masuch stellt sich. "Ich gehe davon aus, wir haben auch für die kommende Spielzeit eine starke Truppe, genau wie vor zwei Jahren, so dass wir wieder angreifen."

Autor: Oliver Gerulat

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