Der Doping-Verdacht gegen Jan Ullrich verdichtet sich weiter. Sein ehemaliger Betreuer Jef D Hont sagte der

D´Hont will Ullrich Epo verabreicht haben

"....als ob man einem zuckerkranken Patienten Insulin gibt"

26. Mai 2007, 23:36 Uhr

Der Doping-Verdacht gegen Jan Ullrich verdichtet sich weiter. Sein ehemaliger Betreuer Jef D Hont sagte der "Bild am Sonntag", dass er selbst dem Tour-de-France-Sieger von 1997 das verbotene Doping-Mittel Epo verabreicht hat. "In Frankreich habe ich ihm einmal das Mittel gespritzt. Ich habe es ihm in den Arm gespritzt. Das dauert ungefähr zehn Sekunden, das ist so, als ob man einem zuckerkranken Patienten Insulin gibt", sagte D´Hont. Der ehemalige Telekom-Masseur hatte mit seinem Buch das Ausmaß des Dopings im Spitzenradsport enthüllt und die Geständnisse der vergangenen Tage ausgelöst.

"Ich weiß nicht, ob er jemals Doping wollte. Aber er hat damals mitgemacht, weil es alle taten", sagte D´Hont über Ullrich. Der 65-jährige Belgier forderte Ullrich auf, jetzt die Wahrheit zu sagen: "Es wäre gut für ihn, wenn er auch reinen Tisch machen würde. Dann würde er sich freier fühlen."

Dennoch zollte D´Hont Ullrich hohen Respekt: "Wenn alle sauber gewesen wären, hätte Ullrich zehnmal die Tour gewonnen. Mindestens!"

Ullrich selbst hat bislang immer bestritten, zu unerlaubten Mitteln gegriffen zu haben: "Ich habe nie jemanden betrogen oder geschädigt."

D´Hont habe nach seinen Enthüllungen sogar eine Morddrohung erhalten. "Einmal, am Telefon. Ein Mann hat gesagt: Ich mach dich kaputt, ich mach dich tot. Das war ein Belgier, der seine Telefonnummer nicht unterdrückt hatte. Das habe ich nicht ernst genommen", sagte der Betreuer, der nach seiner Buch-Veröffentlichung auch einen Anruf vom inzwischen geständigen Ex-Telekom-Fahrer Udo Bölts erhalten hatte: "Er fragte mich: Komme ich auch vor? Und: Musst Du die Ärzte so belasten?"

Dass D´Hont, dessen Buch in Belgien auf Platz eins der Bestsellerlisten steht, erst jetzt auspackt, lag daran, dass sein Sohn lange Zeit als Betreuer beim Telekom-Team angestellt war. Er hoffe nun, dass auch in anderen Ländern, Teams auspacken werden. "Dort ist Doping auch Bestandteil, das weiß ich."

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