Auf dem 10. Außerordentlichen Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA), den der neue Präsident Michel Platini im Vorfeld des 57. Ordentlichen FIFA-Kongresses (30./31. Mai Zürich) am Pfingstmontag in Zürich einberufen hat, sollen die 53 Mitgliedsverbände über rund 30 Statuten-Änderungen abstimmen. Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die wichtigsten anstehenden Entscheidungen zusammengestellt:

Platini will den europäischen Fußball reformieren

10. Außerordentlicher UEFA-Kongress

25. Mai 2007, 10:59 Uhr

Auf dem 10. Außerordentlichen Kongress der Europäischen Fußball-Union (UEFA), den der neue Präsident Michel Platini im Vorfeld des 57. Ordentlichen FIFA-Kongresses (30./31. Mai Zürich) am Pfingstmontag in Zürich einberufen hat, sollen die 53 Mitgliedsverbände über rund 30 Statuten-Änderungen abstimmen. Der Sport-Informations-Dienst (sid) hat die wichtigsten anstehenden Entscheidungen zusammengestellt:

1.) Ausweitung der Zahl der Spezialkommissionen. Den Vorsitz einer Kommission soll wieder ein Mitglied der `Regierung´, also der UEFA-Exekutive haben, um kompetent im beschlussfassenden Gremium vortragen zu können. 2.) Verabschiedung der Regeln für eine neu zu schaffende Strategie-Kommission. In ihr sollen die vier Vize-Präsidenten - also auch Ex-DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder - die Verbände, die Klubs und die Spielergewerkschaft je vier Sitze und Stimmen haben. Platini verspricht sich davon Dialog statt Konfrontation.

3.) Aufstockung der europäischen Fußball-Regierung `Exko´ von 13 auf 15 Mitglieder. Sachlich rechtfertigt sich diese Maßnahme durch die Zersplitterung der UdSSR und Jugoslawiens, was die UEFA von 39 auf 53 Mitglieder hat anwachsen lassen. Ideologisch ist anzumerken, dass Platini in seinem Wahlkampf den `kleinen´ Ländern mehr Einfluss versprochen hat. 4.) Definition der neuen Rolle des UEFA-Präsidenten. Platini will ein gestaltender, nicht nur repräsentativer UEFA-Präsident sein. Deshalb hat er unter anderem seinen Wohnsitz von Paris in ein Dorf nahe des UEFA-Sitzes Nyon in der Schweiz verlegt. Platini will, wie FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, nicht nur ehrenamtlich, sondern hauptberuflich für die UEFA tätig sein - mit allen finanziellen Konsequenzen.

5.) Aus Punkt 4.) folgt, dass die UEFA keinen Generaldirektor mehr benötigt, sondern nur einen Generalsekretär. 6.) Diskutiert werden wird - aber ohne Entscheidungsbefugnis, die dem Exekutivkomitee für seine Sitzung im September in Istanbul vorbehalten ist - über die Reform der Europapokale. Es ist bekannt, dass Platini dagegen ist, vier Teams aus einem Land die Startberechtigung in der Champions League zu geben und dafür mehr Meister aus `schwachen´ Ländern im Teilnehmerfeld sehen möchte. Keine Diskussionen sollte es um den UEFA-Pokal geben (12 Gruppen a vier Klubs nach entsprechender Qualifikation).

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