Im Hintergrund dudelt

Exklusiv: Markus Daun stellt die Duisburger "Helden" vor

Papa "Schorsch", Büffel Idrissou, Bud Spencer und ein lausiger DJ

tt
24. Mai 2007, 19:17 Uhr

Im Hintergrund dudelt "Du bist mein Stern" von DJ Ötzi, es herrscht Party-Stimmung am berühmt-berüchtigten "Ballermann 6", wo die Aufstiegs-Truppe des MSV Duisburg für vier Tage Station macht, um das Bundesliga-Comeback zu feiern. Markus Daun (26), mit sieben Treffern, vier Assists und dem vorentscheidenden 2:0 gegen Essen wichtiger Bestandteil des Teams, stellt für die RevierSport-Leser die Duisburger "Helden" vor. [b]Georg Koch:[/b] Schorsch ist wie unser Papa. Er hat immer gesagt, dass wir uns zusammenreißen sollen, hat vor den Spielen ein paar Worte an uns gerichtet.

Obwohl es zur Winterpause Theater um seine Person gab, haben wir nie den Respekt verloren.

Sven Beuckert: In den entscheidenden Situationen war Beucke voll da, man konnte sich immer auf ihn verlassen. Durch seinen Dialekt ist er ein lustiger Typ, mit ihm hatten wir öfter was zu lachen. Er ist ein Junge aus dem Leben.
Christian Weber: Vor der Saison hat er unserem Torwart-Trainer Manni Gloger gesagt, er wäre gelernter Metzger. Das stimmte überhaupt nicht, Gloger glaubt es heute noch.

Julian Filipescu: Ich bin zu Trainings-Beginn ein Mal in die Kabine gekommen, da saß Fili breitbeinig mit nacktem Oberkörper und Brustbehaarung. Am Telefon habe ich zum verletzten Andy Voss gesagt: Du, wir haben einen, der sieht aus wie Bud Spencer. Julian hat eine Riesen-Saison gespielt.
Björn Schlicke: Er ist einer der besten Kumpels, die ich in der Mannschaft habe. Björn wollte genau wie ich einen Neuanfang, das hat er geschafft. Er organisiert, klärt viele Dinge, ist als Kapitän der verlängerte Arm vom Trainer, hat sich aber durch die Spielführer-Binde als Typ nicht verändert.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/727-733_preview.jpeg Foto:firo.[/imgbox]
Necat Ayguen: Ein absolut positiver Charakter, leider hatte er in dieser Serie Riesen-Verletzungs-Pech. Sieht aus, wie Rocky VI.
Quido Lanzaat: Unser einziger Spieler ohne Handy. War immer da, wenn Not am Mann war, keine einfache Situation, doch er hat sie prima gelöst.
Carsten Wolters: Eine alte Schlange. Wenn Koch unser Papa ist, dann kann man Erle als unseren Opa bezeichnen. Auch, wenn er nicht so viele Einsätze hatte, galt er immer als Führungsspieler. Ein Vorbild für alle. Künftig sitzt er eine Kabine weiter bei den Amateuren.
Alex Bugera: MSV-Urgestein. Bugi war zwar Mal kurz weg, hat aber hier vier Jahre hintereinander gespielt und war einer, der immer gerackert hat. Spielte mit Handbruch weiter, gab alles, auch wenn der Wechsel nach Lautern feststand. Hut ab!

Stefan Blank: Mit ihm war ich zusammen in Bremen, beim MSV bilden wir zusammen eine Fahrgemeinschaft. Seine Krankheit tut mir echt leid, ich hoffe, Blanki kann im Sommer wieder voll einsteigen.

Mihai Tararache: Wenn ich die Netto-Gesprächszeit mit Tara addiere, komme ich nach der kompletten Saison auf fünf Minuten. So, wie er sich gibt, ist er auch auf dem Platz. Gut, die drei Platzverweise zeigen: Stille Wasser sind tief. War nach dem verschossenen Elfer in Paderborn super-nervenstark gegen Essen. Das zeigt seine Klasse.
Adam Bodzek: Ein ruhiger Vertreter, der sich richtig gut geschlagen und zwischendurch den Sprung zum Stammspieler geschafft hat. Wurde bei den Feierlichkeiten mit jedem Bier gesprächiger.
Andreas Voss: Ein langjähriger Kumpel von mir. Mit seiner Freundin Tina bin ich seit der dritten Klasse gemeinsam zur Schule gegangen. Ich wünsche ihm, dass er wieder den Anschluss packt. Wenn es einer schafft, dann Vossi.

Youssef Mokhtari: Unser Kreativspieler im Mittelfeld, der zu Recht zum Akteur des Jahres gewählt wurde. Er hat viele Tore gemacht, Vorarbeiten geleistet, war maßgeblich am Aufstieg beteiligt.
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Ivica Grlic: Dafür, dass er zwei weitere Jahre beim MSV bleibt, gebe ich ihm auf Mallorca zwei Mineral-Wasser aus. Ich kenne Ivo schon aus Aachen, ein ganz intelligenter Spieler, der in den letzten Partien fast 100 Prozent Trefferquote bewies.

Marco Caligiuri: Ein Spieler mit Riesen-Potenzial. Ich habe ihm schon öfter gesagt, dass er ein bisschen Hang zu Bruder Leichtfuß hat. Von den Fähigkeiten müsste er Bundesliga oder sogar international spielen.
Markus Neumayr: Unser "english boy", hat Erfahrung bei ManU gesammelt, Modell-Typ, zumal seine Freundin in der Branche arbeitet. Warum er sich zwischendurch die Haare abrasierte, weiß keiner.

Pablo Caceres: Meine Frau Monica gibt ihm Deutsch-Unterricht, er will unbedingt lernen. Ich mag seine lockere Art, er wagt schon Mal ein Tänzchen, bringt Sprüche, ist total offen. Für die Zukunft sicher ein Kandidat auf links.
Kai Koitka: Kommt immer topgekleidet zum Training, hat berühmte Vorfahren. Holte in einigen Partien, wie in Essen, wichtige Aktionen für uns heraus.

Tobias Willi: Mit ihm spielte ich schon in der U21, ich kann mir nicht vorstellen, mit ihm irgendwann Mal Stress zu kriegen. Den DJ macht er allerdings mehr schlecht als recht, da muss er noch lernen.
Nils-Ole Book: Wie nennen ihn "Ölchen" aufgrund seiner zurückhaltenden Art. Auf lange Sicht kann er führende Kraft beim MSV werden.

Mo Idrissou: Der schwarze Büffel. Von 24 Stunden am Tag hat er 23 Stunden nur Mist im Kopf. Wenn du in die Kabine kommst, wirst du von Redeschwällen überfahren. Er trägt zur guten Stimmung bei. Worüber wir sprechen müssen, ist seine Quote: 25 Tore hat er bei euch im RevierSport angekündigt, acht sind es geworden. Da stimmt was nicht. Vielleicht kann man mit einer Art Strafzahlung in die Team-Kasse etwas machen.
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Klemen Lavric: Unser Lieblings-Gesprächspartner, wenn es darum geht, einen hochzunehmen. Hat bei jeder Uhrzeit-Angabe zum Training oder Treffpunkt nachgefragt. Vor dem Tor mit dem richtigen Riecher, den ein Stürmer haben muss.
Markus Kurth: Der Vergleich zwischen ihm und mir passt irgendwie, weil wir die gleichen Typen sind. Ihm wurde das Talent nicht in die Wiege gelegt, dafür macht er alles über Einsatz, Leidenschaft, Willensstärke. Schaffte einen Dreierpack gegen Offenbach.
Trainer Rudi Bommer: Bei einem Spiel trug er ein Hemd, da haben wir uns gefragt: Hat der das Teil gewonnen oder eine Wette verloren? Der Coach ist ein lockerer Typ, der aber auch richtig sauer werden kann. Er hat das mit den vielen Neuen super hinbekommen.

"Co" Heiko Scholz: Grüß dich! Er will englisch lernen, hat den Unterricht bei meiner Frau aber etwas schleifen lassen. Hat immer einen lockeren sächsischen Spruch drauf, guter Typ.

"Co" Manfred Stefes: Er hat bei meinem Vater Gerd in Teveren gespielt, daher kenne ich ihn schon länger. Guter Analytiker, hat den Spitznamen "Manni Krampf", weil er ein straffes Aufwärtm-Programm durchzieht.

Torwart-Trainer Manfred Gloger: Wir sprechen uns mit einem lauten "Knut" an, das bleibt unser Geheimnis. Manni ist ein Sunnyboy, der uns alle zum Lachen bringt.
Betreuer- und Mediziner-Stab: Das ist ein Geben und Nehmen. Was die Zeugwarte Peter Lindner, Manni Piwonski und Busfahrer Udo Jansen für das Team malochen, ist schon fantastisch. Wir haben uns zwischendurch immer Mal erkenntlich gezeigt. Auch an die Physios Peter Kuhlbach, Ronald Dynio und Doc Lothar Roslawski ein dickes Lob. Sie sind alle mit aufgestiegen. Man kann nicht genug Danke sagen.

Autor: tt

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