Die Kreisliga B1 (Kreis Herne) hat in Arminia Sodingen bereits frühzeitig einen souveränen Meister gefunden. Doch von ihrem Meistertrainer Uwe Jasik muss sich das Team am Saisonende verabschieden -  an seiner alten Wirkungsstätte Victoria Habinghorst wartet eine neue Aufgabe. RevierSport online sprach mit ihm über sein Erfolgsrezept, seine Beweggründe für den Abschied und seine Pläne mit dem neuen Team.

Im Interview: Uwe Jasik (Trainer Arminia Sodingen)

Zum Abschied der Aufstieg

Desirée Kraczyk
23. Mai 2007, 16:31 Uhr

Die Kreisliga B1 (Kreis Herne) hat in Arminia Sodingen bereits frühzeitig einen souveränen Meister gefunden. Doch von ihrem Meistertrainer Uwe Jasik muss sich das Team am Saisonende verabschieden - an seiner alten Wirkungsstätte Victoria Habinghorst wartet eine neue Aufgabe. RevierSport online sprach mit ihm über sein Erfolgsrezept, seine Beweggründe für den Abschied und seine Pläne mit dem neuen Team.

RevierSport online: Hallo Uwe Jasik, herzlichen Glückwunsch zum Meisterschaftssieg und damit zum Aufstieg. Hätten Sie Anfang der Saison mit dieser Souveränität gerechnet?

Jasik: Mit dieser Souveränität habe ich nicht unbedingt gerechnet. Unser Ziel war der Aufstieg und das haben wir geschafft.

RevierSport online: War die Liga zu schwach oder Arminia Sodingen zu stark?[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/106-2134_preview.jpeg Uwe Jasik.[/imgbox]

Jasik: Arminia war zu stark. Eigentlich gab es nur vier Gegner die wir im Auge behalten mussten, dazu zählen: SG Castrop-Rauxel, DJK Falkenhorst, FC Herne 57 und VfB Habinghorst II.

RevierSport online: Arminia Sodingen hat außerdem die mit Abstand beste Tordifferenz (144 Treffer, nur 21 Gegentore), was ist Ihr Erfolgsrezept?

Jasik: Trainieren, trainieren, trainieren. Nein, im Ernst, wir haben ein sehr ausgeglichenes Team. Eigentlich sollte es letztes Jahr schon mit dem Aufstieg klappen, wir hatten uns ordentlich verstärkt, sind dann aber nur Dritter geworden. Ich war davon überzeugt, dass es mit einem weiteren Stürmer auch mit dem Aufstieg geklappt hätte. Der Vorstand hat reagiert und Sven Rabe von FC Herne 57 wurde verpflichtet. Außerdem ist Mark Joyt von der eigenen Jugend in die erste Mannschaft aufgerückt. In der Winterpause haben wir dann mit Marc Gerresheim und Maik Portmann noch zwei sehr erfahrene Spieler geholt.

RevierSport online: Was zeichnet die Mannschaft aus Ihrer Sicht besonders aus? Der Vorsitzende Wolfgang Paetschke hebt vor allem die ernorme Kameradschaft als Schlüssel zum Erfolg hervor. Des Weiteren hätte das Team viel Glück gehabt: keine Verletzten, keine Karten.

Jasik: Da kann ich nur zustimmen. Ein besonders großes Lob gilt aber dem gesamten Verein, vom Platzwart bis zur Pommesverkäuferin haben alle großartig mitgearbeitet. Was versprochen wurde, wurde auch eingehalten. Die Kameradschaft ist natürlich ein enormer Vorteil. Im Team sind die Meisten Junggesellen, nur wenige sind verheiratet, deswegen wurde auch immer viel unternommen. Und auch vom Menschlichen her sind alle super. Ich brauche keine Stars, sondern elf Freunde müssen es sein. Ich hatte immer die Qual der Wahl, wen ich bei den Spielen aufstellen sollte. Ich lege auch darauf Wert, dass es im Team keine Reserve gibt, sondern Ergänzungsspieler. Am Training haben immer 12 bis 18 Mann teilgenommen, wer nicht konnte hat sich abgemeldet.

RevierSport online: Kommen wir nun zu Ihrer Person. Sie haben bereits bekannt gegeben, dass Sie Arminia Sodingen nach zwei gemeinsamen Jahren verlassen werden. Fällt der Abschied schwer? Was sind die Gründe für Ihren Entschluss?

Jasik:Ja, es fällt mir sehr schwer und ich habe auch lange überlegt. Folgende Gründe waren schließlich ausschlaggebend: Ich habe 13 Jahre in Habinghorst gespielt. Die Liebe und Verbundenheit zu diesem Verein haben gesiegt, sonst wäre ich noch ein drittes Jahr in Sodingen geblieben.

RevierSport online: Wie hat die Mannschaft diese Entscheidung aufgenommen?

Jasik: 90% haben es mit schwerem Herzen aufgenommen, können meine Entscheidung aber nachvollziehen. Es gibt jetzt noch Stimmen, die versuchen mich umzustimmen und zu einem weiteren Jahr zu überreden. Der Größtteil sieht es somit eher negativ als positiv. Aber wenn ich „A“ sage, muss ich auch „B“ sagen.

RevierSport online: Welche Ziele haben Sie mit Victoria Habinghorst?

Jasik: Zunächst muss die Mannschaft neu aufgebaut werden. Es ist schon ein recht junges Team, soll aber noch weiter verjüngt werden. Abzuwarten ist erst einmal, ob Habinghorst überhaupt den Klassenerhalt in der Kreisliga A schafft. Ich stehe nicht unter Druck, werde auch maximal zwei oder drei Jahre bleiben. Meiner Meinung nach muss es jedes Jahr neue Gesichter geben, entweder drei bis vier neue Spieler oder der Trainer geht.

RevierSport online: Freuen Sie sich schon auf die Aufeinandertreffen von Arminia Sodingen gegen Victoria Habinghorst, dann in der Kreisliga A?

Jasik: Ja, darauf freue ich mich sehr. Ich habe viele Freunde in Sodingen, nach der Partie werden wir sicherlich noch eine Flasche Bier oder auch Wasser zusammen trinken. Ich werde Arminia Sodingen nicht aus den Augen verlieren und wenn es möglich ist werde ich auch zu den Spielen gehen. Außerdem hoffe ich, dass ich zur Weihnachtsfeier eingeladen werde....(lacht)

Autor: Desirée Kraczyk

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