Serie-A-Klubs weiter in der Schuldenfalle

beb
02. November 2004, 14:43 Uhr

Die Verschuldung der italienischen Traditions-Klubs steigt trotz Sanierungsversuchen weiter an. Unter anderem machte Lazio Rom mit 86,3 Millionen Euro in diesem Jahr 121,9 Prozent mehr Verlust als in der Vorsaison.

Die finanzielle Situation der großen Klubs in der italienischen Serie A wird trotz einiger Sanierungsbemühungen immer prekärer. Im ersten Halbjahr 2004 betrugen die Verluste der fünf größten Vereine, Inter Mailand, AC Mailand, Juventus Turin, AS Rom und Lazio Rom, insgesamt 320 Millionen Euro, was einem Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2003 entspricht. Dies berichtet die Wirtschaftszeitung "Il Sole 24 Ore".

Die fünf Klubs machen 71 Prozent des Gesamtumsatzes der Serie A aus. Besorgniserregend ist vor allem der Zustand des börsennotierten römischen Klubs Lazio, der Verluste im Wert von 86,3 Millionen Euro verzeichnete, 121,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Schwierig ist die Lage von Ex-Meister Inter, der im ersten Halbjahr Verluste im Wert von 97 Millionen Euro schrieb, 17,4 Prozent mehr als 2003.

Erfolgs-Prämien belasten Milan-Vereinskasse

Auch der AC Mailand, Klub unter Kontrolle des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi, beklagt ein Minus von 51 Millionen Euro. Der Umsatz des Vereins stieg zwar um 12 Prozent auf 203,8 Millionen Euro, die Lage der Milan-Kassen verschlechterten sich jedoch wegen der Prämien, die der Klub den Spielern wegen der Erfolgen in der Champions League und in der Meisterschaft zahlen musste.

Der Klub mit den niedrigsten Verlusten ist Rekordmeister Juventus Turin, der die Ausgaben für die Spielergehälter von 131,7 Millionen auf 117,1 Millionen Euro reduzieren konnte. Juventus, Gegner von Bayern München in der Champions League, ist mit Verlusten im Wert von 18,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr der "gesündeste" unter den fünf großen Serie A-Klubs.

AS Rom plant Spieler-Verkäufe

Auch der AS Rom steht weiter unter Druck. Das Minus belief sich im ersten Halbjahr auf 66,8 Millionen Euro, was einem Anstieg von 115,4 Prozent entspricht. Die Personalkosten sanken im ersten Halbjahr zwar von 90,7 Millionen auf 82,5 Millionen Euro, der Umsatz fiel jedoch um 21 Prozent auf 108,8 Millionen Euro. Klubchef Franco Sensi plant in den kommenden Monaten den Verkauf einiger Star-Spieler, um die finanzielle Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.

Autor: beb

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