Im Interview: Toni Pointinger (Manager ETB SW Essen)

Kontny auf der Kippe?

Aaron Knopp
08. September 2006, 21:12 Uhr

Fünf Niederlagen in Folge, Platz 17 und die bittere Erkenntnis, dass zumindest in den letzten zwei Partien spielerisch nicht mehr zusammenlief, das Umfeld murrt, auch der Vorstand gerät vereinzelt in die Kritik: Beim Oberligisten ETB SW Essen muss man sich langsam Gedanken machen. Revierkick.de sprach vor dem Spiel gegen den GFC Düren mit Manager Pointinger über die Situation und über die Trainerfrage.

revierkick.de: Nach fünf Pleiten in Folge steht der ETB im Heimspiel gegen den GFC Düren enorm unter Druck.

Toni Pointinger: Dabei begann eigentlich alles so gut: Im ersten Spiel gegen MSV Duisburg II haben wir eigentlich eine richtig gute Vorstellung abgeliefert. Gegen Speldorf wurde uns sogar vom Trainer des Gegners bescheinigt, dass wir hoch überlegen waren. Mit Köln kam eine gute Mannschaft zu uns und wir haben wieder eine bittere Niederlage in letzter Sekunde kassiert. Dann gegen Bocholt hatten wir erneut kein Glück. Aber zuletzt sind wir in so ein Loch gefallen, die Leistungen aus den letzten beiden Spielen sind nicht mehr schönzureden.

"Wir haben lange überlegt, woran es zuletzt haperte."

revierkick.de:Woran lag dies aus Ihrer Sicht?
Pointinger: Sicherlich haben wir mit Markus Katriniok, Serkan Durmaz und vor allem Kapitän Elvir Saracevic einige Langzeitverletzte auf der Bank, die normalerweise Stammspieler wären. Doch ich will den Ausfall dieser Leute nicht als Ausrede gelten lassen. Wir haben lange überlegt, woran es zuletzt haperte. Vielleicht hat es die Mannschaft einfach zuletzt mit Gewalt versucht, aber es wollte einfach nicht klappen. Der Trainer arbeitet sehr intensiv und mit großer Einsatzbereitschaft mit der Truppe.
"In diesem Geschäft muss man sich da natürlich weitergehende Gedanken machen."
revierkick.de:Das heißt, sie würden auch nach einer Niederlage gegen Düren an Frank Kontny festhalten?

Pointinger: Da würde ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Ich für meinen Teil stehe voll hinter seiner Arbeit, aber wir haben auch sehr renommierte Leute im Vorstand. In diesem Geschäft muss man sich da natürlich weitergehende Gedanken machen.

revierkick.de: Im Umfeld wurden zuletzt Stimmen laut, dass auch die Einkaufspolitik des ETB Schuld an der aktuellen Misere sei. Einige Anhänger vermissen ein wenig die Risikobereitschaft, einmal richtig zu investieren und oben anzugreifen.

Pointinger: Das ist nicht unser Stil. Wir können hier immer nur ein überschaubares Risiko eingehen. Da muss ich auch dem Vorstand ein Kompliment aussprechen, der über Jahre hervorragende Arbeit geleistet hat. Wir werden auch in Zukunft nicht sagen: Wir holen jetzt fünf oder sechs Granaten und dann schauen wir mal, wer die bezahlt.

Autor: Aaron Knopp

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