Adrian Mutu hat auf das Öffnen einer B-Probe verzichtet und so indirekt den Konsum von Kokain zugegeben.

Mutu akzeptiert positiven Kokain-Test

ar
19. Oktober 2004, 14:55 Uhr

Adrian Mutu hat auf das Öffnen einer B-Probe verzichtet und so indirekt den Konsum von Kokain zugegeben. "Er hat einen positiven Test auf Kokain akzeptiert", so Gordon Taylor, Chef der englischen Profivereinigung.

Schwerer Schlag für Adrian Mutu: Der rumänische Nationalspieler vom englischen Vizemeister FC Chelsea London hat indirekt den Konsum von Kokain zugegeben und entgegen vorherigen Ankündigungen auf das Öffnen einer B-Probe verzichtet. "Er hat einen positiven Test auf Kokain akzeptiert", erklärte Gordon Taylor, Chef der englischen Profivereinigung, gegenüber dem TV-Sender Sky Sport News: "Wir werden uns mit dem Fall nun entsprechend unserer Anti-Drogen-Richtlinien beschäftigen, die mit dem Fußball-Verband abgestimmt sind."

Dem 25-Jährigen wurde die Einnahme von Kokain nachgewiesen. Trainer Jose Mourinho selbst hatte den Test am 1. Oktober veranlasst, nachdem der Spieler nach einem Champions-League-Spiel gegen Paris St. Germain nicht zum Training erschienen war. "Ich denke, dass Mutus seltsames Verhalten der Grund für die Entscheidung des Trainers war", erklärte Mutus Agent Giovani Becali.

Der FC Chelsea hatte bereits vor knapp zwei Jahren negative Erfahrungen mit Kokain gemacht. Der australische Torwart Mark Bosnich wurde als Konsument überführt und anschließend gefeuert. Der Spieler erhielt außerdem eine Sperre von neun Monaten.

Mutu "am Boden zerstört"

Mutu, der im vergangenen Jahr für rund 23 Millionen Euro vom italienischen Erstligisten AC Parma nach London wechselte und dort 4,5 Millionen Euro pro Saison verdienen soll, war durch die Nachricht vom positiven Test laut seinem Berater Gheorghe Popescu "am Boden zerstört".

Der Rumäne ist in England für sein ausschweifendes Privatleben bekannt und spielt derzeit in den Planungen von Coach Mourinho ohnehin keine Rolle. Ein Transfer zum italienischen Rekordmeister Juventus Turin kam nicht zustande. Die Spielervereinigung hatte sich bereits am Montag mit Mutu zu einem Gespräch getroffen und wird nun den englischen Verband FA einschalten.

"Wir unterscheiden zwischen leistungsförderndem Doping und sozialem Drogenkonsum", erklärte Taylor, "wenn der Spieler seine Schuld einsieht und Entzugsmaßnahmen sowie regelmäßige Tests akzeptiert, haben wir große Sympathie für ihn." Dennoch drohen Mutu zwei Jahre Sperre, da die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) diese Unterscheidung nicht trifft.

Für Rumäniens Fußball ist die Nachricht von Mutus Kokain-Missbrauch ein weiterer Tiefschlag. Erst vor wenigen Tagen waren drei Spieler des Erstligaklubs Farul Constanta für sechs Monate nach Gebrauch eines Entwässerungsmittels gesperrt worden. "Mutus Fall muss ein Alarmzeichen für alle rumänischen Fußballspieler sein", erklärte Verbandspräsident Mircea Sandu.

Rumänien führt derzeit die Tabelle der Qualifikationsgruppe 1 zur Weltmeisterschaft 2006 vor Finnland und den Top-Favoriten Niederlande und Tschechien an. "Ich bin schockiert", erklärte Mannschaftskapitän Christian Chivu, der beim AS Rom aktiv ist: "Wenn ich jetzt wieder zur Nationalmannschaft reise, wer werden dann meine Mitspieler sein?"

Autor: ar

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