Fünf Nationalspieler fehlten Borussia Dortmund zuletzt. Die Ausfälle von Subotic, Blaszczykowski, Bender, Gündogan und Schmelzer konnten relativ gut kompensiert werden.

Markus` BVB-Blog

Mit „falscher Neun“ gegen Real?

Markus Flügel
31. März 2014, 16:09 Uhr

Fünf Nationalspieler fehlten Borussia Dortmund zuletzt. Die Ausfälle von Subotic, Blaszczykowski, Bender, Gündogan und Schmelzer konnten relativ gut kompensiert werden.

Beim CL-Viertelfinal-Hinspiel bei Real Madrid steht Jürgen Klopp aber vor einer besonderen Herausforderung. Denn ausgerechnet bei den "Königlichen" fällt zusätzlich mit [person=1708]Robert Lewandowski[/person] der einzige Klasse-Stürmer der Borussia gelbgesperrt aus. Trotz allem bietet auch hier das noch vorhandene Personal dem BVB-Coach einige "brauchbare" Optionen.

Ein neuer Begriff hat sich seit einiger Zeit in der Fußballer-Sprache zu einem echten "Modewort" entwickelt - die "falsche Neun". Bayern München und auch die deutsche Nationalmannschaft bedienen sich dieser taktischen Möglichkeit seit geraumer Zeit. Der Ex-Dortmunder Mario Götze oder auch Thomas Müller sind die Prototypen dieser in den taktischen Planspielen vieler Trainer mittlerweile zum Standard-Repertoire gehörenden neuen Position.

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Während der klassische Mittelstürmer alter Prägung vornehmlich auf Abschlussmöglichkeiten im gegnerischen Strafraum lauert, bezeichnet die "falsche Neun" einen Spieler, der diesen klassischen Mittelstürmer ersetzt. In der taktischen Ausrichtung spielt der "falsche Neuner" als einzige nominelle, sich immer wieder zurückfallen lassende Spitze. Er schafft damit gleichzeitig sowohl eine Überzahl im Mittelfeld als auch freie Räume für andere nachrückende Offensivspieler. Die "falsche Neun" ist quasi eine Art Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff. Robert Lewandowski z.B. ist aufgrund seiner überragenden fußballerischen Klasse einer der ganz wenigen Stürmer, der beide Varianten in sich vereint.

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Gut möglich, daß BVB-Coach Jürgen Klopp - mangels gleichwertiger Alternativen zum gesperrten Lewandowski - im CL-Viertelfinal-Hinspiel bei Real Madrid ebenfalls auf eine Taktik mit "falscher Neun" zurückgreift. [person=1910]Marco Reus[/person] etwa wäre für diese Position prädestiniert. Auch [person=12384]Pierre-Emerick Aubameyang[/person] aufgrund seiner Schnelligkeit und Torgefahr oder [person=4953]Jonas Hofmann[/person] mit seinen technischen Fähigkeiten könnte man sich als "falsche Neun" in der Dortmunder Offensive vorstellen.

Kaum vorstellbar ist jedenfalls, daß Klopp versuchen wird, seinen polnischen Weltklasse-Stürmer quasi "eins zu eins" zu ersetzen. Zwar stehen in Borussias Kader mit [person=1870]Julian Schieber[/person] und [person=5780]Marvin Ducksch[/person] zwei "echte" Mittelstürmer. Doch gilt es als so gut wie ausgeschlossen, dass Klopp ausgerechnet im Hexenkessel "Bernabeu-Stadion" einem der beiden von Beginn an das Vertrauen schenken wird. Schieber fehlt einfach die nötige internationale Klasse, während für den hochtalentierten Ducksch ein Startelf-Einsatz auf dem höchsten Niveau, das der Welt-Fußball zu bieten hat, wohl noch etwas zu früh kommt.

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Allerdings ist Jürgen Klopp immer für Überraschungen gut. Es ist also nicht komplett ausgeschlossen, daß er mit einer Nominierung von Schieber oder Ducksch für einen eventuellen "Überraschungsmoment" beim Gegner sorgen wird. Und somit wird es bis kurz vor Spielbeginn sowohl für Real Madrids Trainer Ancelotti als auch für die BVB-Fans ein Rätselraten geben, für welche Variante sich Dortmunds Coach letztendlich entscheidet.

Eines aber ist gewiss - auch ohne Lewandowski ist Borussia Dortmund gegen jeden Gegner für ein Auswärtstor gut. Vielleicht entpuppt sich das Bernabeu-Stadion ja als Geburtsstunde eines "BVB-Helden", an den heute noch niemand denkt.

Autor: Markus Flügel

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