Die SSvg Velbert dominiert die Oberliga Nordrhein: Nach sieben Siegen aus sieben Spielen kann ihr derzeit niemand das Wasser reichen. Am Wochenende versuchen die Velberter, ihre überragende Form im DFB-Pokal unter Beweis zu stellen und haben daher spielfrei. Die Gelegenheit für den Verfolger aus Oberhausen, etwas Boden gut zu machen. Mit dem MSV Duisburg II hat die Bruns-Truppe dabei eine vermeintlich lösbare Aufgabe vor der Brust. Zeitgleich versucht der ETB, endlich den Bann zu brechen und den zweiten Saisonsieg einzufahren. Bei einer erneuten Schlappe droht Kontnys Stuhl zu wackeln.

Oberliga Nordrhein: 7. Spieltag: Vorschau & Expertentipp

Wackelt Kontnys Stuhl bei erneuter Niederlage?

Aaron Knopp
08. September 2006, 20:15 Uhr

Die SSvg Velbert dominiert die Oberliga Nordrhein: Nach sieben Siegen aus sieben Spielen kann ihr derzeit niemand das Wasser reichen. Am Wochenende versuchen die Velberter, ihre überragende Form im DFB-Pokal unter Beweis zu stellen und haben daher spielfrei. Die Gelegenheit für den Verfolger aus Oberhausen, etwas Boden gut zu machen. Mit dem MSV Duisburg II hat die Bruns-Truppe dabei eine vermeintlich lösbare Aufgabe vor der Brust. Zeitgleich versucht der ETB, endlich den Bann zu brechen und den zweiten Saisonsieg einzufahren. Bei einer erneuten Schlappe droht Kontnys Stuhl zu wackeln.

Auch wenn die SSvg Velbert zurzeit das Maß aller Dinge ist, so hat RWO spätestens mit dem Sieg über den Wuppertaler SV die eigenen Ambitionen unterstrichen und schickt sich im Moment an, Velberts Verfolger Nr. 1 zu werden. Um den Abstand auf den Spitzenreiter nicht noch größer werden zu lassen, ist ein Sieg im Heimspiel gegen die „Zweite“ des Meidericher SV fest eingeplant. Die Duisburger konnten erst ein Spiel in dieser Saison für sich entscheiden und rangieren mit derzeit vier Punkten auf Rang 14, nur einen Zähler von der Abstiegszone entfernt. Für RWO-Coach Günter Bruns natürlich kein Grund, in Euphorie zu verfallen: „Es gibt keine leichten Gegner in der Oberliga Nordrhein. Wenn man ein Spiel gewinnen will, muss man von der ersten bis zur letzten Minute hochkonzentriert sein. Gegen Duisburg wollen wir unser Spiel dem Gegner aufzwingen. Wir müssen Druck auf den MSV ausüben und uns so Chancen heraus spielen.“ Für den klaren Aufstiegsfavoriten steht mit Sicherheit mehr auf dem Spiel aus für den MSV, denn alles andere als ein Heimsieg des Aufstiegskandidaten wäre eine Überraschung.

An das Gastspiel des MSV Duisburg wird man sich am Uhlenkrug noch lebhaft erinnern. Man schrieb damals den ersten Spieltag der neuen Saison und nach dem 3:0-Heimerfolg des ETB über die Steffen-Elf sah man sich auf einem guten Weg, dieses Jahr den hoch gesteckten Erwartungen gerecht zu werden. Hätten sie den weiteren Saisonverlauf erahnt, sie hätten den Sieg wohl ausgiebig gefeiert – es sollte nämlich vorerst das letzte Erfolgserlebnis bleiben. Zunächst mit einer Menge Pech, zuletzt aber mit mitunter erschreckend schwachen Leistungen und deutlichen Klatschen, gingen die letzten 15 möglichen Punkte allesamt an den Gegner. Resultat: Abstiegsplatz und Zuschauerschwund. Der notorisch unterbesuchte Uhlenkrug verzeichnet dieser Tage neue Minusrekorde. So sahen gerade einmal 250 Zuschauer die letzte 1:4 Heimblamage gegen den SV Straelen mit an. Weitere vier Gegentore und null Punkte beim KFC Uerdingen sind in dieser Phase wohl keine guten Argumente, um neue Publikumsströme zu entfesseln. Man geht bei den Schwarz-Weißen düsteren Zeiten entgegen, sollte sich nicht endlich das lang ersehnte Erfolgserlebnis einstellen. ETB-Manager Toni Pointinger weiß daher um die Bedeutung des Spiels gegen Düren: „So ein Fehlstart ist uns bisher zum Glück erspart geblieben. Nach einem tollen Start gegen den MSV haben wir zunächst unglücklich verloren, aber dann sind wir in so ein Loch gefallen. Die letzten Leistungen kann man nicht mehr schön reden.“ Fast wie gerufen kommt da der GFC Düren. Auf dem Papier der ideale Aufbaugegner für die zuletzt stark verunsicherte Kontny-Elf. Auf die Frage nach Konsequenzen im Falle einer weiteren Niederlage gegen das Tabellenschlusslicht, antwortet Manager Pointinger: „da will ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Von mir aus möchte ich am Trainer festhalten, aber wir haben auch einen renommierten Vorstand und dann muss man sich natürlich weitergehende Gedanken machen.“ Es steht also eine Menge auf dem Spiel für den Übungsleiter der Schwarz-Weißen. Für den GFC Düren gibt es allerdings nichts herzuschenken: "Wir glauben an unsere junge Mannschaft und werden weiter unseren Weg gehen. Auch vom derzeitigen Tabellenstand lassen wir uns nicht beirren. Wir haben eine äußerst junge Mannschaft mit allen Voraussetzungen, den Klassenerhalt in der Oberliga zu schaffen", so Udo Markgraf, sportlicher Leiter des GFC.

Zwischen den beiden Kellerkindern aus Düren und Essen hat sich zurzeit der FC Homberg heimisch eingerichtet. Die Tabellensituation dürfte bei den Verantwortlichen dementsprechend für reichlich Unbehagen sorgen. Am fünften Spieltag konnte endlich der erste Dreier eingefahren werden. 5:2 fegte man MSV Duisburg II vom Platz. Das zarte Pflänzchen Hoffnung hatte aber nur eine kurze Lebensdauer: vor Wochenfrist kam man ausgerechnet beim Lokalrivalen VfB Speldorf mit 0:5 unter die Räder. Bereits am Freitag-Abend ist nun erneut eine „Zweite“ des 1. FC Köln zu Gast im PCC-Stadion. Trotz der zuletzt demonstrierten Heimstärke ein echter Härtetest für die Duisburger. Verzichten muss das Trainergespann Copi/ Vervölgyi auf den verletzten Patrick Goncalves. Ercan Adyogmus „feierte“ gegen Speldorf sein Comeback mit einem Kurzeinsatz, kommt aber für die Startelf noch nicht in Frage.

Toni Pointinger (Manager ETB SW Essen) tippt den 7. Spieltag:

Autor: Aaron Knopp

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