Das Werdener Löwental gilt gemeinhin als idyllisches Plätzchen im Essener Süden. Am Sonntag wurde die ortsansässige Sportanlage Schauplatz zweier skandalöser Vorfälle.

Ein Platz, zwei Abbrüche

Fiese Schiri-Attacken in Werden

Martin Herms
17. März 2014, 20:09 Uhr

Das Werdener Löwental gilt gemeinhin als idyllisches Plätzchen im Essener Süden. Am Sonntag wurde die ortsansässige Sportanlage Schauplatz zweier skandalöser Vorfälle.

Innerhalb eines Tages kam es in Werden zu zwei Spielabbrüchen, nachdem der jeweilige Schiedsrichter von Spielern angegriffen wurde. Sowohl die Begegnung zwischen der dritten Mannschaft des SC Werden-Heidhausen und der SG Kupferdreh-Byfang II als auch das anschließende Spiel der Werdener Zweitvertretung gegen Yurdumspor Essen waren deshalb noch vor der Halbzeitpause beendet. In beiden Fällen wurden die tätlichen Angriffe von Seiten der Gastmannschaft begangen. Werdens Geschäftsführer Markus Bäcker war nach den unrühmlichen Vorkomnissen im Löwental schockiert. "Was in unserer Gesellschaft los ist, kotzt mich einfach an. Es kann einfach nicht sein, dass Entscheidungen von Schiedsrichtern ständig angeprangert werden und es dann sogar zu tätlichen Übergriffen kommt. So etwas wie am Sonntag habe ich noch nie erlebt", sagt Bäcker.

Das B-Liga-Duell zwischen Werden und Kupferdreh war nach 37 Minuten beendet, da einem Akteur der Gäste (Name ist der Redaktion bekannt) offenbar die Sicherungen durchbrannten. Der Spieler wurde infolge einer Auseinandersetzung mit seinem Gegenspieler des Feldes verwiesen. Als der Schiedsrichter ihm die Gelb-Rote Karte zeigte, schlug er diesem mit der flachen Hand ins Gesicht. Der Unparteiische brach das Spiel daraufhin sofort ab. Auch danach sei der besagte Spieler "nicht zu bändigen" gewesen, wie Bäcker versichert. "Er ließ sich einfach nicht beruhigen und hat auch unseren Co-Trainer verbal attackiert. Die Situation war sehr angespannt. Den Schiedsrichter mussten wir zu seinem Auto begleiten. So etwas ist einfach unfassbar", betont Bäcker.

"Das war eine Katastrophe"

Nicht nur von Seiten der Kreisspruchkammer droht dem Täter nun eine Strafe. Auch die SG Kupferdreh-Byfang will auf den Vorfall reagieren. Trainer Martin Pallus verurteilt die Aktion seines Spielers. "Es wird mit Sicherheit interne Konsequenzen für ihn geben. Dem Verein und der Mannschaft hat er dadurch einen Bärendienst erwiesen. Der Schiri hatte das Spiel meiner Meinung nach zwar nicht im Griff, aber das rechtfertigt eine solche Aktion nicht. Das war eine Katastrophe. Diese Dinge haben auf dem Fußballplatz nichts verloren", unterstreicht der SG-Trainer.

Eine ähnlich konsequente Haltung wäre auch von Seiten der Verantwortlichen von Yurdumspor Essen wünschenswert gewesen. Auf der offiziellen Internetseite des A-Ligisten wird jedoch der Schiedsrichter an den Pranger gestellt. Dieser hatte auch das zweite Spiel des Tages vorzeitig beendet. Nach Aussage von Werdens Geschäftsführer Bäcker wurde einer der Vereinsassistenten von einem Yurdumspor-Spieler geschubst. Zudem soll es zu einer Beleidigung gegen den Unparteiischen gekommen sein, die letztlich zum Abbruch geführt habe. "Der Schiedsrichter soll als Nazi bezeichnet worden sein. Ich habe es selbst nicht gehört, aber es wurde mir so von einigen Seiten berichtet", erklärt Bäcker. Viel bedenklicher sei für den Funktionär die Tatsache, dass "eine Banalität" zu der Eskalation führte. "Es ging nur um einen Ball, den die Spieler von Yurdumspor im Seitenaus gesehen haben. Das alleine war der Grund, einen Linienrichter anzugehen. Wir sollten uns deshalb nicht wundern, wenn in unseren Ligen bald überhaupt keiner mehr pfeift."

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Autor: Martin Herms

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