Nun ist es amtlich. Der FSV Kettwig zieht sich am Saisonende in die Bezirksliga zurück. Nach dem Finanz-Aus von Siegfried Materborn und dem feststehenden Abgang von Hamborn 07 sind die Essener der dritte Absteiger. Grund: Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung fiel ein klares Votum. Der Club ernannte André Müller zum neuen ersten Vorsitzenden. Der 32-Jährige stellt sich der schweren Aufgabe, den hochverschuldeten Club zu sanieren.

KETTWIG: André Müller ist der neue FSV-"Boss"

Bezirksliga beschlossene Sache – Weiß: "Saison vernünftig beenden"

14. Mai 2007, 17:56 Uhr

Nun ist es amtlich. Der FSV Kettwig zieht sich am Saisonende in die Bezirksliga zurück. Nach dem Finanz-Aus von Siegfried Materborn und dem feststehenden Abgang von Hamborn 07 sind die Essener der dritte Absteiger. Grund: Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung fiel ein klares Votum. Der Club ernannte André Müller zum neuen ersten Vorsitzenden. Der 32-Jährige stellt sich der schweren Aufgabe, den hochverschuldeten Club zu sanieren.

"Und das geht nur, wenn wir uns konsolidieren und bei Null anfangen", plädiert Müller für die Bezirksliga. Die mit Spannung erwarteten Neuwahlen gingen überraschend friedlich über die Bühne. Oppositionsführer Günter Hanel, der 87 von 188 abgegebenen Stimmen (zwei Enthaltungen, 99 für Müller) erhielt, zeigte sich fair und beglückwünschte Müller sofort: "Es ist doch normal, dass man im Leben auch überstimmt wird."

Auch Trainer Karl Weiß, den es zum ETB Schwarz-Weiß Essen zieht, nimmt das Ergebnis zur Kenntnis: "Es war trotz der nun herrschenden Umstände eine tolle Zeit gewesen. Diese Mannschaft ist absolut top und hat klasse Charaktere." Und das will das Team auch zeigen: "Wir werden die Saison vernünftig beenden, denn das sind wir der Liga und unseren Fans schuldig", macht Weiß deutlich.

Staffelleiter Holger Tripp ist über das Vorhaben des FSV informiert: "Die neuen Kettwiger Verantwortlichen haben mir bereits mitgeteilt, dass der Bezirksliga-Antrag aufrecht gehalten wird. Jetzt muss das Präsidium des Fußballverbandes Niederrhein darüber entscheiden, ob dem Antrag auch stattgegeben wird."

Doch die Funktionäre werden die Pläne wohl nicht durchkreuzen, schließlich ist die gesamte Mannschaft auseinandergebrochen, Schulden in Höhe von rund 220.000 Euro drücken schwer und auch der Unterbau lässt nicht gerade auf eine rosige Zukunft hoffen. "Das ist nicht meine Entscheidung, aber ich gehe nicht davon aus, dass das Präsidium den Antrag ablehnen wird", berichtet Tripp und schiebt nach: "Im Fall Materborn wurde ja auch für den Verein entschieden."

Damit stehen die drei Absteiger fest. Doch die Zahl könnte sich noch auf vier erhöhen, wenn es neben Bergisch-Gladbach auch noch Homberg, Straelen oder Bocholt trifft. Dass eventuell Baumberg, die ebenfalls eine krisenreiche Zeit durchlaufen, den dann ausstehenden Platz einnehmen würde, ist für Tripp nicht denkbar: "Baumberg hat keinen Antrag gestellt und nun ist die Frist auch abgelaufen."

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