Eigentlich sollte ein Torwart ja eher Tore verhindern als Tore und Türen öffnen. Der ehemalige Weltklassetorwart Toni Schumacher ist jedoch für die Kölner Marketingagentur Sports First der Türöffner schlechthin, wenn es um die Kontaktaufnahme zu anderen Unternehmen geht. Das Kölner Urgestein sattelte nach der sportlichen Karriere um und stieg in die freie Wirtschaft ein. Bereits vor knapp drei Jahren schnupperte der ehemalige Torwarttrainer von Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund  ins Sportmarketing. Schließlich beteiligte sich der 53-Jährige an der  Agentur Sports First.

Mit der Agentur Sports First betreut Toni Schumacher unter anderem Gazprom

Torwart als Türöffner

11. Mai 2007, 15:24 Uhr

Eigentlich sollte ein Torwart ja eher Tore verhindern als Tore und Türen öffnen. Der ehemalige Weltklassetorwart Toni Schumacher ist jedoch für die Kölner Marketingagentur Sports First der Türöffner schlechthin, wenn es um die Kontaktaufnahme zu anderen Unternehmen geht. Das Kölner Urgestein sattelte nach der sportlichen Karriere um und stieg in die freie Wirtschaft ein. Bereits vor knapp drei Jahren schnupperte der ehemalige Torwarttrainer von Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund ins Sportmarketing. Schließlich beteiligte sich der 53-Jährige an der Agentur Sports First.

Der ehemalige Springer-Journalist Markus Bockelkamp überzeugte den wohl weltbesten Torhüter der 80er Jahre, vom Trainerjob auf den Marketingsektor umzusteigen: "Ich hatte irgendwann keine Lust mehr, in kurzer Hose auf dem Trainingsplatz zu stehen. Außerdem machte mir mein Knie zu schaffen."

Mittlerweile leitet Schumacher das Unternehmen, die zuvor der ebenfalls in Köln ansässigen Agentur B+D gehörte, als Geschäftsführer und Inhaber zusammen mit seinen Partnern Bockelkamp, der Schumachers Karriere als Schreiber beim Express früher teilweise begleitete, sowie Finanzmann Georg R. Steimel. Das Unternehmen hat sich vollkommen auf des Deutschen liebstes Kind spezialisiert. Schumacher: "Hier riecht jeder nach Fußball. Unsere Mitarbeiter haben alle bereits selber gekickt und wissen, wie der Ball springt."

Obwohl Sports First nicht zu den Branchenriesen zählt, konnte man den russischen Energiekonzern Gazprom als Kunden gewinnen. Schumacher erklärt den großen Unterschied zwischen seinem Betrieb und anderen Marketingfirmen: "Wir sind keine Rechtehändler, zahlen also an Klubs keine Garantien für Vermarktungschancen, sondern kommen über die konzeptionelle Arbeit. Wir helfen Vereinen, dienstleistungsorientiert zu agieren, die Bedürfnisse eines Werbepartners zu bedienen. Dem Telekommunikations-Unternehmen O2 haben wir in der Zusammenarbeit mit Bayer Leverkusen beispielsweise den emotionalen Zugang zu den Mitarbeitern der Bayer AG und der diversen Bayer-Sportvereine aufgebaut. Das Ergebnis war: O2 hat in den drei Jahren Co-Sponsordasein ca 11.000 Mobilfunkverträge abgeschlossen."

Neben Gazprom sind die Postbank und der Talanx Konzern die wichtigsten Kunden. Die Stärke der Agentur mit ihren 16 Mitarbeitern liege darin, dass man sich nicht mit Konkurrenten vergleiche, sondern ein eigenes Konzept verfolge. Schumacher erläutert, wie die Firma unter anderem auch die Partnerschaft zwischen Schalke 04 und Gazprom auf Touren bringt: "Wir sitzen auf der Seite von Gazprom und versuchen dort, das Marketingkonzept umzusetzen, dabei eigene Ideen einzubringen. Der Eröffnungstag mit dem Spiel gegen St. Petersburg wurde zum Beispiel von uns mitkonzipiert. Wir hatten damals auch die Idee, nicht mit Gazprom-Trikots, sondern mit dem Logo der Hilfsorganisation 'Ein Herz für Kinder' zu spielen."

Der Ex-Dortmunder erklärt, wie der Draht zu Gazprom entstand: "Da wir als Agentur noch zu B+D-Zeiten den Deal zwischen RWE und Bayer 04 Leverkusen eingefädelt und auch die erste Saison für RWE umgesetzt hatten, kannten sich der heutige Gazprom-Geschäftsführer Dr. Claus Bergschneider, der damals für RWE als Marketing-Director tätig war, und mein Partner Bockelkamp. Wir sind aufgrund unserer erfolgreichen Tätigkeit zum Pitch eingeladen worden und haben gewonnen."

Die öffentliche Skepsis gegenüber dem Gazprom-Engagement beim Bundesliga-Tabellenführer kann Schumacher nicht verstehen. Gazprom passe nicht nur aufgrund der Farbe blau-weiß besonders gut als Sponsor zum FC Schalke: "Der Slogan von Gazprom heißt 'Energy for the Planet'. Mit Zenit St.Petersburg hat man bereits einen Klub aus den eigenen Reihen. Nun ist man rübergeschlagen nach Deutschland. Energie und Kohleabbau passt einfach schon seit Jahren sehr gut zum FC Schalke. Der Verein ist ein positiver Imageträger."
Jörn Duddeck

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