In einigen NRW-Fußball-Ligen stehen Auf- und Absteiger bereits fest. Reichlich Spannung gibt es hingegen in den sieben Gelsenkirchener Kreisligen.

Saisonfinale

So sieht es in den Kreisligen aus

Thomas Ziehn
10. Mai 2007, 11:16 Uhr

In einigen NRW-Fußball-Ligen stehen Auf- und Absteiger bereits fest. Reichlich Spannung gibt es hingegen in den sieben Gelsenkirchener Kreisligen.

Hier ist – zumindest was die Aufstiegsfrage angeht – noch keine Entscheidung „in Stein gemeißelt“. Reviersport Online präsentiert wenige Wochen vor Saisonende eine Übersicht über die Kreisligen in der „Schalke-Stadt“. Darunter eine Staffel, die auf den ersten Blick gar nicht als Gelsenkirchener Liga zu erkennen ist. Außerdem dabei: Ein C-Ligist mit 215 Gegentoren und ein Team mit einem beeindruckenden (positiven) Torverhältnis.

Kreisliga A1: Beim Anblick einer A-Liga im Revier reiben sich viele Beobachter wohl verwundert die Augen. Wird sie doch von Teams dominiert, deren Sportanlagen sich nicht auf dem Stadtgebiet der Stadt Gelsenkirchen befinden. Sechs der ersten zehn Mannschaften stammen aus Gladbeck, darunter auch der „Souverän“ der Liga, der SV Zweckel. Die Gladbecker sind bei noch vier ausstehenden Runden und einem Zwölf-Punkte-Vorsprung nur noch theoretisch vom ersten Platz zu verdrängen. Im Abstiegskampf – wo die Gelsenkirchener Vereine größtenteils unter sich geblieben sind – haben die Spvgg. Erle 19 (13 Punkte) und Arminia Hassel (14) kaum noch Chancen auf den Liga-Verbleib.

Kreisliga A2: Auf den ersten Blick scheint auch in dieser Liga die Entscheidung gefallen. Der SSV Rotthausen führt die Tabelle mit zehn Punkten Vorsprung auf den größten Rivalen Westfalia Gelsenkirchen an. Allerdings hat die Elf von Westfalia-Trainer Markus Schmeling zwei Partien weniger absolviert, könnte den Rückstand auf den SSV vor dem Saison-Finale auf vier Punkte verringern. Trotzdem sind die Chancen gering. Durch den Rückzug der SG Eintracht II nach dem 18. Spieltag stehen insgesamt nur 28 statt der geplanten 30 Spieltage auf dem Programm. Dem SSV reicht somit ein „Dreier“ aus zwei Begegnungen, um den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt zu machen. Auf den Abstiegsrängen haben derzeit Firtinaspor und die DJK Arminia Ückendorf die schlechtesten Karten.

Kreisliga B1: Auch hier ist es eine Mannschaft aus Gladbeck, die den Gelsenkirchener Teams nur die Rücklichter zeigt. Wacker Gladbeck II schickt sich an, in die A-Liga aufzusteigen. Momentan steht Wacker vier Zähler vor Anadolusport Gelsenkirchen. Der Tabellendritte
DJK TSV Feldhausen 1966 muss bei sieben Punkten Rückstand wohl alle vier ausstehenden Partien für sich entscheiden und auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Die „rote Laterne“ hält der VfL Grafenwald II inne, der sich nur noch mit einer Serie retten kann.

Kreisliga B2: Ähnlich wie in der A2-Liga täuscht ein Blick auf die Tabelle noch ein wenig über die wahren Verhältnisse hinweg. Den Neun-Punkte-Vorsprung von Tabellenführer Blau-Weiß Gelsenkirchen 1920 kann „Jäger“ Spfr. Haverkamp 1969 mit zwei Nachholspielen auf drei Zähler verringern. Doch selbst dann würden sich die Blau-Weißen noch immer in einer sehr guten Ausgangsposition befinden. Alles andere als positiv ist die Lage für den SV Union Neustadt II (14) und den VfL Resse (12).

Kreisliga C1: 118 Tore, so viele wie keine andere Kreisliga-Mannschaft im Kreis Gelsenkirchen, hat die SpVg. Westfalia Buer II geschossen. Mit einem Torverhältnis von 118:22 und 68 Punkten führen die Bueraner ihre Liga überlegen an. Der VfB Kirchhellen (89:33, 62) muss sich schon mächtig strecken, um den Aufstieg der Westfalia noch zu verhindern. Kurios: Die Teams auf den letzten drei Plätzen haben allesamt mehr als einhundert Gegentore kassiert. Die SpVgg. Erle 19 II (110 Gegentore), der FC Horst 59 II (109) und Arminia Hassel 1924 II (104) müssen dringend etwas für ihre Defensive tun.

Kreisliga C2: So gut wie alle Gegentorrekorde verblassen gegen die Bilanz des SV Westfalia Schalke II. 215 Gegentore stehen zwölf selbst erzielte „Buden“ gegenüber. Mit null Punkten sind die Schalker der mit Abstand schlechteste Gelsenkirchener Kreisligist. Doch trotz der miserablen Bilanz haben die „Westfalen“ Spaß am Fußball (siehe Bericht unten) und denken noch lange nichts ans Aufgeben. Mit dem VFB 09/13 Gelsenkirchen II (58 Punkte), den Spfr. Gelsenkirchen II (56) und Adler Feldmark II (55) können sich noch drei Mannschaften Hoffnungen auf den Titel machen.

Kreisliga C3: Punktgleich (57 Zähler) stehen hier zwei Teams an der Tabellenspitze. Trotzdem spricht die Ausgangslage vor dem Saisonfinale für den Tabellenführer SpVgg Middelich-Resse 71/81. Hat dieser doch das bessere Torverhältnis (101:14) und ein Spiel weniger absolviert als der Verfolger Spfr. Haverkamp 1969 II (63:32). Über die beste Offensive verfügt mit 107 Treffern der Tabellendritte Viktoria Resse II, der es bei sieben Punkten Rückstand auf die Spitze aber sehr schwer haben dürfte.

Autor: Thomas Ziehn

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