Rudi Völler ist neuer Trainer beim italienischen Vizemeister AS Rom. Völler soll bei Roma einen Ein-Jahres-Vertrag mit einer Option für eine weitere Saison erhalten und zwei Millionen Euro Jahresgage kassieren.

Völler neuer Trainer seines Ex-Klubs AS Rom

jso
01. September 2004, 06:47 Uhr

Rudi Völler ist neuer Trainer beim italienischen Vizemeister AS Rom. Völler soll bei Roma einen Ein-Jahres-Vertrag mit einer Option für eine weitere Saison erhalten und zwei Millionen Euro Jahresgage kassieren.

Rudi Völler ist neuer Trainer des italienischen Vizemeisters AS Rom. 69 Tage nach seinem stilvollen Rücktritt als DFB-Teamchef auf Grund des bitteren Vorrunden-K.o."s gegen Tschechien (1:2) bei der EM in Portugal verlässt die Fußball-Ikone Deutschland und kehrt zu seiner "alten Liebe" Rom zurück. "Rudi Nazionale" ist seit Dienstag offiziell neuer Trainer des italienischen Vizemeisters AS Rom. Völler leitete am Nachmittag im Sportzentrum Trigoria bereits das Training des dreimaligen italienischen Meisters und wurde um 18.45 Uhr offiziell von seinem Arbeitgeber präsentiert. Das Jahresgehalt des früheren Teamchefs, der einen Einjahresvertrag unterschrieb, beträgt nach offiziellen Angaben 2,78 Millionen Euro.

"Ich bin bereit, ein neues Leben zu beginnen. Das Abenteuer als Trainer in Italien erschreckt mich nicht. Ich habe nach meinen Gefühlen gehandelt und glaube, den richtigen Entschluss gefasst zu haben. Mein Herz hängt an Rom und Italien", erklärte Völler.

Bayer Leverkusen schaut in die Röhre

Der Verlierer im Rennen um Völler ist Bayer Leverkusen. Der Bundesliga-Tabellenführer und Ex-Klub, wo er fünfeinhalb Jahre als Spieler, Interimstrainer und Sportdirektor tätig war, hatte ebenfalls in konkreten Verhandlungen um eine Rückkehr des Sympathieträgers gestanden. Pikanterie am Rande: Am 18. Oktober ist die Roma im Gruppenspiel der Champions League im Olympiastadion von Rom, wo der einstige Weltklassestürmer Völler mit Deutschland 1990 Weltmeister wurde, Gegner des Bundesliga-Tabellenführers.

Der Traditionsklub aus der "ewigen Stadt" machte das Rennen um Völler. Der AS Rom, wo er von 1987 bis 1992 auf Torejagd gegangen war, 45 Tore in 142 Serie-A-Spielen erzielte und zum Publikumsliebling avancierte, lockte den 44 Jahre alten einstigen Weltklassestürmer nicht nur mit der traumhaften Jahresgage, die sich bei Erfolgen sogar durch festgeschriebene Prämien noch erhöht. Angeblich wurde in dem Vertrag auch eine Option für eine weitere Saison festgelegt, sollte sich die Zusammenarbeit als fruchtbar erweisen.

"Ich weiß, dass Rom Probleme hat"

"Ich weiß, dass Rom Probleme hat, es ist für mich nicht einfach, doch der Klub kann nicht mehr länger warten", hatte Völler bereits nach den Verhandlungen am Sonntag in München mit Roms Manager Luca Baldini erklärt. Völler tritt die Nachfolge von Trainer Cesare Prandelli an. Prandelli stellte sein Amt nach nur zwei Monaten zur Verfügung, weil er sich um seine krebskranke Frau Manuela kümmern wolle.

Völlers Familienrat hatte am Montag der Rückkehr nach Rom zugestimmt - seine aus Rom stammende Ehefrau Sabrina sagte "Si". Die Völlers besitzen in Rom ein Haus, zudem spricht der deutsche Vize-Weltmeistercoach fließend Italienisch. Klub-Boss Franco Sensi war angesichts der Zusage überglücklich: "Wir haben einen großen Trainer von internationalem Niveau. Wir sind ihm dankbar, dass er in dieser schwierigen Situation unser Angebot angenommen hat."

Die Aufgabe beim dreimaligen italienischen Meister und siebenmaligen Pokalsieger dürfte für den 90-maligen deutschen Nationalspieler, der mit dem bisherigen Roma-Assistenten Ezio Seller weiter zusammenarbeitet, nicht einfach werden. Denn der börsennotierte Klub Roma steht mit 113 Millionen Euro in den roten Zahlen. Außerdem verließen der ehemalige Leverkusener Brasilianer Emerson (zu Juventus Turin) und der Argentinier Walter Samuel (zu Real Madrid) die Roma. Auch Trainer Fabio Capello war bereits in der Sommerpause zu Italiens Rekordchampion "Juve" gewechselt.

Autor: jso

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